Krinitzgrab

Das Krinitzgrab in den Richterschlüchten, sächsische Schweiz, wenige hundert Meter neben der Grenze:

Wird in meinem so betitelten zweiten Roman eine zentrale Rolle spielen. Die Geschichte rund um Krinitz ist unklar. Gotthard Krinitz durchwanderte im Juli/August 1908 die damals in Teilen noch recht unzugängliche sächsisch-böhmische Schweiz. In der Nacht zum 1. August hat Krinitz in Rosendorf (Ruzova), böhmische Schweiz, übernachtet; vermutlich wollte er zum Prebischtor. Dies ist die letzte eindeutig belegbare Begegnung. Von da an keine Spur mehr. In Herrnskretschen (Hrensko), wenige Kilometer entfernt, will ihm ein Wirt am 21., drei Wochen später, begegnet sein; Krinitz soll ihn um ein Darlehen angegangen sein. Kommt mir unplausibel vor: Drei Wochen ohne Spur in einem wenige Quadratkilometer großen Gebiet? Wo war er diese drei Wochen? Vermutlich eine Gedächtnisfehlleistung, wie es sie in jedem Kriminalfall gibt („Das war er, das war er!“). Indessen: Alles ist möglich… Sei dem wie auch immer: Ein Jahr später findet ihn eine Beerensammlerin in den Richterschlüchten, direkt unter einem Felsen. Die Geldtasche ist ausgeraubt (ich denke, er war pleite?), die Uhr fehlt. Ermordet? Abgestürzt, worauf sein Leichnam geplündert wurde? Ich vermute fast letzteres; die Leiche wies die nach einem Sturz typischen Knochenbrüche auf. Die Eltern glaubten eher an Mord, was aber ebenfalls nichts ungewöhnliches ist: Wer sein Liebstes verliert, will es an einen Dämon verloren haben, nicht an einen Fehltritt im Gebirge. Von da an, wie im Fall Hinterkaifeck, wie überhaupt immer in solchen Fällen, jahrzehntelang Gerüchte: Der ominöse Leierkastenmann wars, auch ein „Geständnis auf dem Sterbebett“ gibt es natürlich.

Die oberen Richterschlüchte sind auch heute wieder relativ unzugänglich, der auf Böhms Karte vom Kleinen Zschandnoch eingezeichnete Weg (allerdings schon als „Pfad, anstrengend“) ist kaum noch als solcher erkennbar, geschweige denn begehbar:

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Kommentare

  • Günther Böhm  On Juli 25, 2013 at 18:43

    warte noch etwas mit deinem KRINITZ-Roman, ich habe vielleicht ein wichtiges Detail gefunden!

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