Soviel Du brauchst…

Ab heute werden die organisierten Christen über Hamburg herfallen. Der evangelische Kirchentag hat sich das Motto „Soviel Du brauchst“ gegeben; eine Anspielung auf 2. Mose 16 passim (dort wird dann bekanntlich u.a. auch der Sabbat begründet). Das Volk hungert während des Auszugs aus Ägypten und „murrt“ gegen Moses und Aaron; letztlich gegen den HERRn. Der HERR aber will es Brot regnen lassen, „dass ich prüfe, ob es in meinem Gesetz wandle oder nicht.“ (2. Mose 16, 4) Der HERR sorgte dann, klar, letztlich tatsächlich dafür, dass „Ein jeder“ sammeln kann, „soviel er zum Essen braucht“. Theologisch sind Hartz-IV-Empfänger mithin Ungläubige, nicht mehr Mitglieder der Gemeinde – sie könnten ja soviel sammeln, wie man braucht, sagt die Schrift, verweigern dies aber offenkundig immer mal wieder und bestehen also die Prüfung des HERRn nicht. Eine der hintergründig widerwärtigsten Passagen der Bibel, weil er die Verantwortung für Armut den Notleidenden selber zuweist. Haben halt nicht stark genug gebetet und geglaubt…denn alle Gottesfürchtigen bekommen ja „soviel sie brauchen“.

Die Kirche hat sich, mit ein bißchen Monieren hie, Kritik an Nebenaspekten da, denn auch, theologisch ganz konsequent, sehr schnell zu Hartz IV bekannt.

Hier Hubers entscheidender Satz:

Viele empfinden diese Entwicklung als bedrohlich. Nicht immer beruht das auf einer realistischen Einschätzung. Wir müssen dazu beitragen, dass Notwendigkeit wie Problematik dieser Reform besser verstanden werden.

Selbstverständlich wurden damals auch von der Kirche EEJs geschaffen profitierte auch die Kirche schnell von EEJs.

Unter dem Dach der Diakonie des evangelischen Kirchenverbandes sollen Empfänger von Arbeitslosengeld II in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden. Eine Vielzahl von Organisationen sind an der Inititive beteiligt, so etwa die Christliche Sozialhilfe, die Jugendwerkstatt Klettenberg und die Arbeit und Lernen gGmbH. „Wir haben die Möglichkeiten, den Menschen in unserem Netzwerk eine Vielzahl von Integrationsjobs, den so genannten ,Ein-Euro-Jobs anzubieten“, führte Lindlar weiter aus.

Eng zusammen arbeitet der Verbund mit der Arbeitsgemeinschaft von Stadt und Arbeitsagentur (ARGE), die die Teilnehmer den einzelnen Trägern zuweist. Die bis zu 500 „Ein-Euro-Jobs“ aus Bereichen wie Gartenbau, Montage, Umweltschutz und Hauswirtschaft stellen eine „unbürokratische Initiative zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit dar“, erklärte Helga Blümel, die Geschäftsführerin der Diakonie. Eine begleitende Schuldner- und Suchtberatung sollen folgen. (meine Hervorhebung, hf)

Das Labournet weiß mehr über Kirche und deren arbeitsweltliche Wohltaten.

Nicht, dass uns dort noch irgendwas überraschen kann, aber ab und an sollte man sich doch noch einmal genau erinnern. Euch haben wir nichts vergessen, Freunde!

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Kommentare

  • altautonomer  On Mai 1, 2013 at 07:06

    Während die SPD die „Jugendlichen von der Strasse“ haben will, träumen Linke davon, massenhaft Jugendliche auf die Strasse zu bringen. Begegnungen mit Frank Walter Steinmeier oder Katrin Göring-Eckardt unter freiem Himmel sind damit nicht gemeint.

    Das Motto des Kirchentages (siehe oben) trifft eher auf die Bedeutung in der Jägersprache zu: In der Jägersprache ist die Losung bei Wild und Hund der Kot

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