Leseempfehlung

Vorzüglich:

Wenn ein “gemischt Marginalisierter/Privilegierter” auf einen anderen “gemischt Marginalisierten/Privilegierten” trifft (imho: der Normalfall!), zum Beispiel ein wohlhabender schwuler Filmemacher aus großbürgerlichen Haus auf einen psychisch kranken weißen Cis-Mann und Flaschensammler aus prekärer Arbeiterklassenherkunft: Wer von beiden repräsentiert im Umgang mitenander dann eine marginalisierte Gruppe, wer von beiden stiehlt dem anderen mit seinen “Performances” den Raum, wer von beiden ist tendenziell der “Machtausübende”, wer von beiden hat Anspruch darauf, gehört zu werden, und wessen Identitätspolitik sollte bevorzugt kritisch hinterfragt werden?
Ich persönlich tendiere sehr stark dazu, erstens, das Wie sehr wichtig zu finden, und zweitens, Menschen in erster Linie als Individuen zu betrachten

So ist es. Und zu dieser elenden Auseinandersetzung ist damit auch alles gesagt.

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Kommentare

  • lemmy Caution  On April 14, 2013 at 20:15

    Mich erinnern diese Debatten auch immer an Rehpinscher. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass dies irgendwie auch die Folge von einer gewissen französischen Philosophie/Soziologie Schule um Deleuze, Derrida und Foucault ist, von der ich keine Ahnung hab. Mag ein Vorurteil sein. Dagegen findet man scharfe Polemiken bei sehr unterschiedlichen Leuten vom liberalen Entwicklungs-Ökonomen Jagdish Bhagwati bis zum chilenischen Anarchisten meines Vertrauens Ariel Zuniga. Das dreht sich nur noch um Wörter und deren Bedeutung, verliert jeglichen materialistischen Bezug und erscheint im Hinblick auf die Schlüsse völlig willkürlich.

    • hf99  On April 14, 2013 at 23:41

      Es ist m.E. eher die Folge jener Haltung, sich die eigene Identität auf Kosten anderer zu organisieren. Franz Philosophie wird hie und da bruchstückhaft gerne in Anspruch genommen, richtig – theoretisch ist aber diese Inanspruchnahme durch die besagten Personen falsch, weil jene Philosophie, die Du im Sinn hast (und die ich mitnichten unkritisch sehe) ja nun eben gerade die Destruktion, das Unterlaufen von Identitäten im Sinn hat.

      • genova68  On April 17, 2013 at 09:50

        Schön gesagt. Die eigene Identität auf Kosten anderer organisieren. Das wäre dann eine typisch rechte Position, ein Feindbild konstruieren und es bedienen, um sich selbst aufzuwerten, Juden, Linke, Moslems etc. Interessant, dass diese ganze Debatte mit Momorulez begann und nicht aufhört. Aber gelernt haben wir doch einiges.

        Andererseits muss man sich bei solchen Worten wie diesen auch schnell vor Lob aus der falschen Ecke schützen.

        • hf99  On April 17, 2013 at 20:51

          die reflexhafte Angst vor dem beifall von der fürchterlich falschen Seite habe ich inzwischen abgelegt – wer sich auf diese Angst einläßt, hat schon verloren.

          lG

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