Jetzt wissen wir…

Dieser scheinbar kriegskritische Aufsatz Augsteins ist ein Ärgernis, und zwar wegen seiner letzten Passage:

Wir haben uns an den Krieg gewöhnt. Zehn sinnlos getötete Kinder regen uns nicht mehr auf. Jetzt (meine Hervorhebung, hf) wissen wir, was damit gemeint ist: internationale Verantwortung. Danke für die Lektion.

Ich und mit mir viele andere haben das vom ersten Tag an gewusst. Augstein nicht? Der klägliche Abzug des geschlagenen multinationalen Heeres wird noch schnell zum halben Erfolg umgespinnt werden – zwei Schulen und fünf Brunnen mehr als vorher, oder so ähnlich -, dann zieht die Kriegskaravane weiter. Denn irgendwo wird Krieg sein müssen. Nach Mali, in den Iran (dort würde es so richtig einen auf die Fresse geben) oder sonstwo hin. Geschlagen ziehen wir nach Haus! Woanders gehts dann genau so aus…

Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentare

  • genova68  On April 9, 2013 at 08:58

    Augstein ist wirklich ein Ärgernis. Ein Narzist, der die Bildzeitung adelt, indem er mit Blome eine Sendung macht. Von Beruf Sohn, das war´s. Und er gilt dem Mainstream als total links, fast schon gefährlich, und die Tatsache, dass er in Talkshows eingeladen wird, als Ausdruck der unglaublichen Liberalität des Systems.

  • summacumlaude  On April 9, 2013 at 20:27

    Das Trauerspiel von Afghanistan.

    von Theodor Fontane

    Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,
    Ein Reiter vor Dschellalabad hält,
    „Wer da!“ – „„Ein britischer Reitersmann,
    Bringe Botschaft aus Afghanistan.““

    Afghanistan! er sprach es so matt;
    Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,
    Sir Robert Sale, der Commandant,
    Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.

    Sie führen in’s steinerne Wachthaus ihn,
    Sie setzen ihn nieder an den Kamin,
    Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,
    Er athmet hoch auf und dankt und spricht:

    „Wir waren dreizehntausend Mann,
    Von Cabul unser Zug begann,
    Soldaten, Führer, Weib und Kind,

    Erstarrt, erschlagen, verrathen sind.
    „Zersprengt ist unser ganzes Heer,
    Was lebt, irrt draußen in Nacht umher,
    Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,
    Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt.“

    Sir Robert stieg auf den Festungswall,
    Offiziere, Soldaten folgten ihm all’,
    Sir Robert sprach: „Der Schnee fällt dicht,
    Die uns suchen, sie können uns finden nicht.

    „Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,
    So laßt sie’s hören, daß wir da,
    Stimmt an ein Lied von Heimath und Haus,
    Trompeter, blas’t in die Nacht hinaus!“

    Da huben sie an und sie wurden’s nicht müd’,
    Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied,
    Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,
    Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.

    Sie bliesen die Nacht und über den Tag,
    Laut, wie nur die Liebe rufen mag,
    Sie bliesen – es kam die zweite Nacht,
    Umsonst, daß ihr ruft, umsonst, daß ihr wacht.

    Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
    Vernichtet ist das ganze Heer,
    Mit dreizehntausend der Zug begann,
    Einer kam heim aus Afghanistan.

  • rainer  On April 12, 2013 at 08:52

    …so hart es klingen mag, aber aus Afghanistan sind bisher in Köln-Wahn noch
    zu wenig Leichensäcke angekommen, als das es in der deutschen Bevölkerung gärt…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: