Hugo Chavez

Ich gehörte, wie man nachlesen kann (dort bitte nicht mehr kommentieren; Kommentare auf kritik-und-kunst.blog.de werden nicht mehr freigeschaltet, hier ist angesagt), nie zu den kritikfreien Chavezbewunderern. Aber immer war mir klar: das ist schon gut so und richtig so, dass der lateinamerikanische Teil der neuen Welt (die merkwürdiger Weise genau so alt ist wie meine) mal aufsteht und dem, keine Tüttel-Tüttel, Yankee-Gesindel plus Rattenlinienpersonal/dessen Schülern bedeutet, dass es sich nicht mehr alles erlauben kann. Ein Angriff a la Chile 1973 würde heute auf ganz anderen Widerstand treffen, und das ist nicht zuletzt Chavez‘ Verdienst. Dass Venezuela die Ressourcen für den politischen Kampf Chavez‘ auf dem sog. ‚freien Markt‘, per Erdöl, generiert hat, gehört wohl zu dem, was man Ironie der Geschichte nennt. Das stört mich so wenig, wie mich Chavez‘ Fehler stören. Einen makellosen Helden brauche ich nicht. Es gibt keine makellosen Helden; es gibt nur Menschen.

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Kommentare

  • genova68  On März 6, 2013 at 13:06

    So isses.

  • genova68  On März 6, 2013 at 13:30

    Chavez war ja auch eng mit Ahmadinedschad. Dass der Antisemit war, würde ich vermuten bzw. auf mangelnde Bildung schließen. Was Chavez ausmachte, ist der Versuch, die USA zurückzuweisen und damit den Kapitalabfluss aus dem Land zu verhindern. Das ist ja nicht das schlechteste. Kulturell fühlte sich hier ihm doch niemand verbunden, außer ein paar Hardcorelinken.

    Wobei mich der scharfe Ton im Spiegel und anderswo schon wundert, das stimmt.

  • summacumlaude  On März 6, 2013 at 14:32

    Ich hörte gerade im Radio einen Kommentar eines Vertrauten: „Die USA“ hätte ihn vergiftet!!! (sic!) Also das über einem schwer an Krebs Erkrankten? Das kommt mir verrückt vor, da schwingt proto-religiöse Verehrung und der unbedingte Wunsch nach dem antiimperialistischen Martyrium mit. Das machte mich sehr stutzig….

  • hf99  On März 6, 2013 at 14:36

    @ summa, yep, Zustimmung.

    @ genova: desgleichen.

    Zum Antisemiten muss man natürlich sagen: Die Angreifer auf die Synagoge in venezuela sind immerhin verurteilt worden. Chavez hier den Adolf reinzuschmieren ist nicht angängig; wer das behauptet resp suggeriert weiß nicht, wer Adolf Hitler war. Dass Chavez persönlich Antisemit war („die Juden nicht mochte“ wie man so gerne abwiegelt) glaube ich allerdings auch.

  • El_Mocho  On März 6, 2013 at 16:27

    Das hier: http://caracaschronicles.com/2013/03/05/hugo-chavez-1954-2013/#more-25046 ist für mich der beste Nachruf auf Chavez, von einem kritischen Exil-Venezolaner (auf Englisch)

  • bernd_r  On März 8, 2013 at 00:36

    @El Mocho: Bester Nachruf?

    Diesem jämmerlich erbärmlichen Kommentar eines in mainstream-neoliberalen Denkstrukturen verhafteten „Exil-Venezolaners“ (aus dem man trotz aller von Pathos triefender Gefühlsmeierei die Klassenzugehörigkeit genau ablesen kann) möchte ich diesen Kommentar von Tariq Ali gegenüberstellen:

    http://www.counterpunch.org/2013/03/07/hugo-chavez-and-me/

    Hier und bei Znet gab es auch noch jede Menge von würdigeren Kommentaren…

    • El_Mocho  On März 9, 2013 at 21:47

      „Venezuelans like to think of ourselves as filthy rich, and in some degrees we are. The natural resources God put on our tiny sliver of the planet can truly be counted as a blessing.

      But for too long we got used to living off of what we had underground, and not from the work we did. True wealth, you see, comes from hard work, from finding ways of doing things better and more efficiently, not from money that simply falls on your lap. We forgot about this, so when the things we had underground became less valuable, we became very poor. And when we became poor, we didn’t know who to blame, so we blamed ourselves … and we jumped off a cliff.“

      Ist das nicht eine richtige Analyse? Eben der Glaube, dass wir superreich sind und nur eine Handvoll Reiche hindern uns daran, den Reichtum zu genießen, also müssen wir den reichen ihr Geld wegnehmen und alles wird gut, genau das ist der Chavismo. Und deshalb steht Venezuela schlechter da als alle anderen KLänder Südamerikas, trotz seines Ölreichtums. „Wenn wir nur das Sagen haben wird alles besser“, typisch linksradikale Denke, Klassenzugehörigkeit, dass ich nicht lache. Juán Nagel ist zumindestens Venezolaner und weiß wovon er redet.

      • bernd_r  On März 14, 2013 at 01:31

        Ach nee: „True wealth, you see, comes from hard work, from finding ways of doing things better and more efficiently, not from money that simply falls on your lap.“ Das ist mal wieder so ein fetter Satz, den man sich nur langsam auf der Zunge zergehen lassen muß. Mainstream-Geschwafel und ganz sicher keine Analyse. Genau auf solch wohlfeiles Geschwätz bezog sich meine Kritik.

        „Klassenzugehörigkeit, dass ich nicht lache.“ Man merkt, welcher Klasse Du Dich zugehörig fühlst, ob Du ihr auch angehörst, darüber möchte ich nicht spekulieren – übrigens, sogar Warren Buffet, wohl kaum sozialistischen Gedankenguts verdächtig, hat keine Probleme, von Klassen, Klassenzugehörigkeit und Klassenkampf zu sprechen.

        „Juán Nagel ist zumindestens Venezolaner und weiß wovon er redet.“ Oh je, das also qualifiert das Gerede als Analyse? Da bleibt einem ja die Spucke weg!

        Ich geb’s auf. Habemus Papam!

        P.S. Hast Du überhaupt mal die von mir angeführten Nachrufe auf Znet gelesen? Falls nicht, erübrigt sich sowieso jede weitere Diskussion…

  • bernd_r  On März 8, 2013 at 01:30

    @genova68: „Chavez war ja auch eng mit Ahmadinedschad. Dass der Antisemit war, würde ich vermuten…“

    Die Vermutung ist falsch! Daß Ahmadinezhad („zh“ auszusprechen wie der frz. Laut in Garage) Antisemit sei, ist Mainstreampropaganda, der man tunlichst nicht aufsitzen sollte! Was seine bisher veröffentlichten Reden betrifft – ich bin des Persischen in Wort und Schrift durchaus mächtig und nicht auf zweifelhafte Übersetzungen angewiesen – läßt sich an keiner (!) Stelle faktisch belegen. Dies beinhaltet keine Einschätzung oder Wertung des iranischen Systems, außer daß es sich bisher dem US-amerikanischen Imperialismus nicht beugt – und das ist doch mindestens schon mal was…

    Damit wären wir wieder bei Hugo Chavez: Laßt uns alle hoffen und daran arbeiten, daß sein Kampf vom venezolanischen Volk, in Südamerika und in der ganzen Welt fortgeführt wird…

    • El_Mocho  On März 9, 2013 at 21:48

      Auf das bald überall kubanische Politkommissare das sagen haben.

      • bernd_r  On März 14, 2013 at 01:39

        Recht so! Immer die Angst vor den bösen Kommunisten (diesmal in der schröcklichen Gestalt „kubanischer Politkommissare“) schüren! Das kann nie falsch sein. Noch was aus dem Märchenbuch? Glückauf!

        • El_Mocho  On März 15, 2013 at 19:12

          Du hast ganz offensichtlich keine Ahnung wovon du redest. Was glaubst du, wie es die Venezolaner finden, dass Kuba ihr Öl fast geschenkt bekommt? Das kubanische Offiziere das venezolanische Militär kommandieren?

          Ein Land das 20 mal so groß ist wie Kuba und vier mal so viele Einwohner hat lösst sich nicht so einfach von ein paar kommunistischen Aparatschicks kommandieren. Wart´s ab, die Zukunft wird es zeigen.

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