Empfehlung

Bin noch in der Rekonvaleszenz, aber diesen Artikel Bersarins darf ich schon mal empfehlen.

Wer in sich nichts hat, der arbeitet eben. Und zu Hause wird dann etwas Pseudo-Zen-Mäßiges, etwas Kreatives oder Yoga getrieben, Seneca für Gestreßte, damit diese innere Leere nicht zum Bewußtsein kommt. Innerhalb des funktionalisierten Om-om und im Gleichklang des asketischen weißen Zimmers bleibt kein Raum mehr: Selbstmord des (kritischen) Bewußtseins ließe sich dieser Zustand der Pseudo-Verwirklichung nennen. Die große Mode: Philosophie, Kunst, Kreativität als Ratgeber des Selbst, um die Strategien der Optimierung zu liefern.

So ist es. Zen für Profifussballer. Im Übrigen ist das Fließband mitnichten abgeschafft, es sieht nur anders aus. Das heutige Fließband hat ein apple-Logo (kann mir irgend jemand verraten, warum dieser ****-Konzern einen so guten Ruf bei den Angekritischten hat?) und produziert „Kreativität“ am laufenden Meter. Am Ende geht es, wie immer im Kapitalismus, auch hier nur darum, Dampf aufzumachen für 30 Knoten Fahrt. Und zwar dalli-dalli und kostengünstig.

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Kommentare

  • altautonomer  On Februar 16, 2013 at 09:59

    Wir treffen uns im Seminar „Gewaltfreies Töpfern im Pulverschnee auf der Sondermülldeponie!“.

    Psychokratie!

    „Mensch je in Dir!“ – „War ick schon, is ooch nix los!“

  • klausbaum  On Februar 16, 2013 at 13:43

    seh ich erst jetzt, wie schlecht es dir ging. gute besserung.

  • Bersarin  On Februar 16, 2013 at 19:54

    Auch ich wünsche gute Genesung und danke für die Verlinkung. Ich selber trage lebenslang EBV in mir, der Virus bricht immer wieder aus. Oh Gott. Ich, ich, ich. Ich merke, ich bin bereits wie der Literaturkritiker Hans Mayer, der Anwalt aus Köln, wie Adorno ihn mal nannte, der nur sich selbst kannte und nur von sich sprach: von Fritz Jott Raddatz ist folgende Anekdote überliefert: Wie es von Zeit zu Zeit so ist, wenn man sich kennt, war Raddatz bei Mayer manchmal zu Besuch, Mayer sprach über sich, über seine Projekte, über sein Leben, über Vorträge, darüber, wenn er alles kennt und an was er gerade schreibt. Mayer, Mayer und nochmal Mayer, nicht eine Frage an den Gast. Und irgendwann dann hielt Mayer inne, bemerkte das Monologisieren und fragte Raddatz: Aber nun zu ihnen, was machen sie so? Haben sie schon mein neues Buch gelesen.

    Wenn es nicht erfunden ist, dann ist es zumindest gut gelogen. Oder auch wahr.

    Wie auch immer: Gute Genesung.

    • hf99  On Februar 16, 2013 at 20:18

      EBV, oh je. Hoffe, dass es Dich nicht zu sehr beeinträchtigt. Kenne die mayer-Anekdote so: „Jetzt haben wir so lange über mich geredet, jetzt wollen wir doch mal über Sie reden! Wie gefällt Ihnen denn mein neues Buch?“

  • Bersarin  On Februar 16, 2013 at 19:54

    Spamfilter?

  • ziggev  On Februar 16, 2013 at 21:44

    Du wirst lachen, was nicht das Schlechteste ist, hahaha, toller Witz:

    http://www.gesundheit.com/bo_detail_3936360839.html

    Zen ist ja auf der einen Seite stundenlanges und unter Schmerzen „Einfach Sitzen“ – darauf spielt Bersarin und Du wohl weniger an – aber auch, was zu Beliebigkeit verführt, Anit-Meditation. Also in der Tat, Zen beim Abwasch, Zen beim Bügeln usf: Osho: „Er ist die Akzeptanz der gewöhnlichen Existenz total und mit dem ganzen Herzen, mit seinem totalen Sein, ohne nach irgend einer anderen Welt zu schielen, außerweltlich, Über-Geistiges, supra-Mental. Er interessiert sich nicht für irgendwelchen esoterischen Quatsch, kein Interesse an Metaphysik, nicht im Geringsten.“ (Wort-für-Wort-Übersetzung plus ein oder zwei herausgenommene Freiheit, „schielen“)

    Ich bitte um Entschuldigung, niemand soll sich genötigt sehen, sich mit dem zu beschäftigen. Ich komme mit dem aber auch, weil m.E. unterschätzt wird, welchen Einfluss der auf manche bedauerliche Entwicklung, die Eso-Sache, hat oder hatte. Aber alle scheinen sich einig zu sein und lediglich die Zenschwundstufe dieser weitverbreiteten europäische Unsitte, Zen lediglich als eine abgetragene Mode zu inflationieren, zu sehen. Ein Schlagwort, boing! – schon ist alle Welt hypnotisiert und fällt in Duldungsstarre. Jeder und jede glaubt etwas davon zu verstehen. Und so enthebt dieses „Zen“ einen davon, es vielleicht einmal doch selbst auszuprobieren zu meditieren. Muss ja niemand – sag ich, als gleichfalls fulltime-job Möchtegern-Zenadept -, ja, selbst erlebt, „ich muss ja gar nicht“, als ich mich da mal etwas verrannt hatte … Desh. möchte ich an dieser Stelle vorsichtig zu bedenken geben, ob auf diese Weise zum Ausdruck gebrachte berechtigte Abscheu vor soviel Hohlheit, nicht vielleicht doch in gewissem Sinne an der mit diesem Wort leider assoziierten Oberflächlichkeit partizipiert.

    Ich konnte ja schon beim Che mich nicht zurückhalten, aber ich muss zusehen, dass ich jetzt nicht bei dieser Gelegenheit selber inflationär mit Zitaten komme, eins noch aber bitte, in diesem Sinne hast Du sogar, ohne es vermutlich geahnt zu haben, sogar fast buchstäblich Recht:

    Try to understand Zen through laughter, not through prayer.

    Zen für Profifussballer. Das ist es. Volltreffer!

  • Bersarin  On Februar 16, 2013 at 22:30

    Ja stimmt. So geht die Anekdote. Auch eine Beinträchtigung: Störung der Konzentration. Red Bull-Trinken bringt da auch nichts, um Abhilfe zu schaffen. Das einzige was hilft ist, sich aufs freie Assoziieren zu verlassen.

  • ziggev  On Februar 16, 2013 at 22:43

    [ich versuchs nochma, kannste sonst, erste Version, gern löschen]

    Du wirst lachen, was nicht das Schlechteste ist, hahaha, toller Witz:

    http://www.gesundheit.com/bo_detail_3936360839.html

    Zen ist ja auf der einen Seite stundenlanges und unter Schmerzen „Einfach Sitzen“ – darauf spielt Bersarin und Du wohl weniger an – aber auch, was zu Beliebigkeit verführt, Anit-Meditation. Also in der Tat, Zen beim Abwasch, Zen beim Bügeln usf: Osho: „Er ist die Akzeptanz der gewöhnlichen Existenz total und mit dem ganzen Herzen, mit seinem totalen Sein, ohne nach irgend einer anderen Welt zu schielen, außerweltlich, Über-Geistiges, supra-Mental. Er interessiert sich nicht für irgendwelchen esoterischen Quatsch, kein Interesse an Metaphysik, nicht im Geringsten.“ (Wort-für-Wort-Übersetzung plus ein oder zwei herausgenommene Freiheit, „schielen“)

    Ich bitte um Entschuldigung, niemand soll sich genötigt sehen, sich mit dem zu beschäftigen. Ich komme mit dem aber auch, weil m.E. unterschätzt wird, welchen Einfluss der auf manche bedauerliche Entwicklung, die Eso-Sache, hat oder hatte. Aber alle scheinen sich einig zu sein und lediglich die Zenschwundstufe dieser weitverbreiteten europäische Unsitte, Zen lediglich als eine abgetragene Mode zu inflationieren, zu sehen. Ein Schlagwort, boing! – schon ist alle Welt hypnotisiert und fällt in Duldungsstarre. Jeder und jede glaubt etwas davon zu verstehen. Und so enthebt dieses „Zen“ einen davon, es vielleicht einmal doch selbst auszuprobieren zu meditieren. Muss ja niemand – sag ich, als gleichfalls fulltime-job Möchtegern-Zenadept. Ja, selbst erlebt, „ich muss ja gar nicht“, als ich mich da mal etwas verrannt hatte … Desh. möchte ich an dieser Stelle vorsichtig zu bedenken geben, ob auf diese Weise zum Ausdruck gebrachte berechtigte Abscheu vor soviel Hohlheit, nicht vielleicht doch in gewissem Sinne an der mit diesem Wort leider assoziierten Oberflächlichkeit partizipiert.

    Ich konnte ja schon beim Che mich nicht zurückhalten, aber ich muss zusehen, dass ich jetzt nicht bei dieser Gelegenheit selber inflationär mit Zitaten komme, eins noch aber bitte, in diesem Sinne hast Du sogar, ohne es vermutlich geahnt zu haben, sogar fast buchstäblich Recht:

    Try to understand Zen through laughter, not through prayer.

    Zen für Profifussballer. Das ist es. Volltreffer!

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  • […] Hartmut empfielt einen lesenswerten Beitrag von Bersarin. Meine Äußerungen enthalten Elemente, die als nicht ganz seriös gelten, ich glaube, ich habe beim Posten nichts falsch gemacht. Erstmas abwarten, man weiß ja nie. Längerer Text/Kommentar in Vorbereitung. Bisher also: […]

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