Marketing

Schwartz und seine Kollegen hatten die erhaltenen Zähne und Knochen akribisch untersucht und festgestellt, dass ein großer Teil der Kinder Totgeburten waren – und so niemals geopfert werden konnten. Seiner These nach wurden auf diesem Friedhof lediglich die jungen Karthager begraben, die bei der Geburt oder so kurz danach starben, dass sie noch nicht Teil der karthagischen Gesellschaft waren. Die blutigen Geschichten über die Kinderopfer, argumentiert er, müsse man mit äußerster Vorsicht genießen – schließlich stammen sie von Schreibern, die den Karthagern nicht gerade freundlich gegenüberstanden.

Kriegsmarketing ist somit alles andere als neu; und Geschichte wurde seit eh von den Siegern geschrieben. Nebenbei zeigt dies ein weiteres Mal, dass es auch in der Antike schon so etwas wie ‚Öffentlichkeit‘ gab, bei der sich die Agierenden diskursiv-moralisch legitimieren mussten. Nicht nur „Brot und Spiele“ also, auch schon Leitartikel für die „Gebildeten“…

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