Gauck und die Wahrheit (Ja, die Akte, ja, die Akte, die hat immer Recht)

Diese kritischen Anmerkungen Diestels, die 12 jahre alt sind und gegen die Gauck juristisch im Großen und ganzen vergeblich vorgegangen ist, werden derzeit weithin zitiert. Zu Recht, sicherlich, denn man muss Peter-Michael Diestel nicht kritiklos lieben und kann die Fragen, die er stellt, dennoch angemessen finden. Indessen stellt, soweit ich es überblicke, niemand die entscheidende Frage, obwohl Diestel die Sachlage in wünschenswerter Klarheit dartut:

Das Terpe-Papier reicht aus, ihn wie Tausende andere aus dem Öffentlichen Dienst zu verbannen. Gauck mit dem Stasi-Namen „Larve“ ist nach Maßstäben seiner Behörde (meine Hervorhebung, hf) ein Täter.
(…)
(Denn:)Wenn die Stasi-Akten bei ihm genauso wenig oder genau so viel lügen, wie bei anderen, dann muss er sich das gefallen lassen.

Das ist das Entscheidende: „In den Akten steht die Wahrheit“ lautete, und lautet bis heute, das Mantra, wenn es darum geht, Menschen zu beurteilen. Dass auch IMs, tatsächliche oder vorgebliche, das Recht haben könnten, ihre Geschichte zu erzählen, dass die Akten im Zweifelsfall auch lügen können – jahrelang, jahrzehntelang wurde es bestritten, und am Lautesten von Herrn Gauck. „Täterausreden“, „steht ja da, schwarz auf weiß“. Nur für ihn selber sollte das nie gelten.

Herr Gauck, das ist unstreitig, hat ab ca 1987 unzählige Stasi-Vergünstigungen erhalten: Westauto, Westreisen zu seinen ausgereisten Söhnen, Wiedereinreise seiner ausgereisten Söhne nach einem Jahr (hier bin ich besonders zusammen gezuckt). Ob Gauck ab 1987 on the road to MfS war oder ob er wirklich, wie er heute suggeriert, ein Hazard-Spiel mit der Stasi gespielt hat – nur Gauck selber kann diese Frage beantworten. Tatsache aber ist, dass – Diestel hat völlig Recht! – eine Akte wie die, die über Herrn Gauck vorliegt und in der die Stasi seine Kooperationsbereitschaft lobt, viele andere unter zuhilfenahme der Regel „Die Akte sagt immer die Wahrheit“ sozial oder ökonomisch ruiniert, für den Rest ihres Lebens mit dem Stigma „Stasi-Schwein“ versehen hat. (Modellfall: Gregor Gysi. Von Gysi existiert nämlich sowenig eine Verpflichtungserklärung wie von Gauck…sondern auch nur unklare Akten.) Und niemand anderes als Gauck hat diese Regel damals erbarmungslos durchgezockt.

Genau deswegen hat Gauck zu verschwinden. Selbstredend finde ich persönlich es restlos unerheblich, auf wen sich die ganz große schwarz-gelb-rot-grüne neoliberale Täterkoalition einigt. Die können Daisy Duck nominieren. Geeigneter als Gauck wäre sie allemal. Aber manches Mal nimmt die Verlogenheit denn doch solche Ausmaße an, dass ich einfach reagieren muss. Dabei geht es mir nicht um sein Verhalten 87-89. Denn selbst wenn wir unterstellen, dass Gauck mitnichten gespielt hat, sondern wirklich, halb zog es ihn, halb sank er hin, on the road to MfS war und ihn nur die Wende vor der entscheidenden Unterschrift bewahrte: Nicht einmal das würde ich ihm vorwerfen! Menschen sind Menschen, keine Helden – eine Tautologie, an die man mit Gilbert Ryle ab und an erinnern sollte. Wer weiß, welchem persönlichen Druck er ausgesetzt war? Vorzuwerfen ist ihm sein verlogenes Spiel nach 89, seine Erbarmungslosigkeit wider besseres Wissen.

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Kommentare

  • genova68  On Februar 20, 2012 at 17:50

    Harte Worte eines Wessis. Ich wäre in diesem Stadium vorsichtiger. Es ist so, wie Diestel es in dem Freitag-Beitrag schreibt: Wessis können diese Akten nicht lesen.

  • André Tautenhahn  On Februar 20, 2012 at 17:51

    Warum Gauck nicht über seine Vergangenheit stolpert, liegt doch klar auf der Hand. Er besitzt die Fähigkeit, „den Leuten die Ohren vollzuquatschen“, meint etwa Jutta Ditfurth.

    Diese, nennen wir sie mal, Qualität muss letztlich auch SPD und Grüne überzeugt haben. Denn in der Sache hoffen diese beiden Parteien bloß, die sich im Augenblick noch über eine angeblich geschwächte Kanzlerin freuen, dass sie im Dialog mit Gauck dessen konträre Meinung zu zentralen Themen ändern könnten.

    Viel Spaß dabei.

  • flummi  On Februar 20, 2012 at 17:54

    @ hartmut

    yep, hast das bei der letzten show auch schon ähnlich zu wort gebracht, wenn ich mich recht erinnere. I agree with you

    worauf ich nu aber gar keine lust habe, dass da jetzt wieder wochenlang geschachert wird, ich denke der mann ist erstmal nicht mehr aufzuhalten

    „Linkspartei will auf Piraten zugehen

    In der Frage nach einem eigenen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt wolle die Linkspartei auch auf die Piratenpartei zugehen, sagte Thüringens Fraktionschef Bodo Ramelow: „Wir wollen bis Ende der Woche eine Lösung und mit den Piraten darüber reden.“ Parteichefin Lötzsch zufolge suche man einen Bewerber, der auch „Stimmern aus anderen Lagern anzieht“.
    http://www.tagesschau.de/inland/linkspartei360.html

    es langweilt irgndwie jetzt schon. viell sollten wir den mann einfach ignorieren, ist immer noch die beste waffe gegen selbstverliebte – ihn einfach erstmal still beobachten u. langsam kommen lassen, (das „klappmesser“ in der hosentasche bereithaltend. oder so…;-)

  • hf99  On Februar 20, 2012 at 17:56

    @ genova: Milde Worte eines ehemaligen (nicht-kommerziellen, worauf ich Wert lege!) Fluchthelfers und recht guten Kenners der DDR-Verhältnisse. Wenn nach ca einem Jahr die ausgereisten Söhne wieder einreisen durften, wenn ein West-VW-Bus geflossen ist, dann muss es Gegenleistungen gegeben haben, Punkt aus Ende. Ob diese Gegenleistungen darin bestanden, die Rostocker Kirchveranstaltung 1988 „gemäßigt“ ablaufen zu lassen, oder darin, dass Gauck der Stasi eine Mitarbeit in Aussicht stellte (reale Mitartbeit aber nie vorhatte, er die Stasi also täuschte) – oder irgend was dazwischen – who knows.

    Entscheidend bleibt, dass Diestels Argument korrekt ist: Mit einem solchen Akteneintrag, in der die Stasi Gauck für seine Kooperation lobt, wären andere speziell in den 90ern den Bach runter gegangen, beruflich und sozial.

  • che2001  On Februar 20, 2012 at 18:18

    Besonders gelungen finde ich den Vergleich mit Gysi, der mir sofort eingefallen war. Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

    @Er besitzt die Fähigkeit, “den Leuten die Ohren vollzuquatschen“ – was macht ein Pastor auch sonst?

    • hf99  On Februar 20, 2012 at 18:20

      wobei man sagen muss: Gysis leben ist ja nicht ruiniert. Aber es gibt da einen Selbstmordfall, den ich gerade nicht finde – fälschliche IM-verdächtigung o.ä. – wer hilft?

      • Terminator  On Dezember 26, 2012 at 14:41

        Ich frage mich was ist mit den vielen Namenlosen ruinierten? Die konnten sich nicht so gut verteidigen, wie zb. ein Herr Gauckler oder Herr Gysi. Wortgewandheit u. Verschlagenheit sind die Waffen der Erfolgreichen Korumpels! So möchte ich nicht sein! Bei Jesus Christus den Essäer.

  • genova68  On Februar 20, 2012 at 18:33

    Tja, das sind heftige Vorwürfe. Man sollte Gauck dazu jedenfalls erstmal anhören. Wozu der Bus, weshalb die Wiedereinreisen der Söhne. Dass er mit der Stasi gekungelt hat, ist klar, Gysi und viele andere auch. Ich weigere mich dennoch, aufgrund der aktuellen Faktenlage, Gauck wegen seiner DDR-Geschichten abzuschießen – deine Fluchtilfen und DDR-Kenntnisse in Ehren. Es wurde vor ein paar Jahren ja auch behauptet, Wallfraff sei Stasi-Freund gewesen, nur weil eine Akte auftauchte.

    Ich bin mal gespannt, was da in den nächsten Tagen und Wochen recherchiert werden wird.

    • hf99  On Februar 20, 2012 at 19:52

      „Ich bin mal gespannt, was da in den nächsten Tagen und Wochen recherchiert werden wird.“

      Guter Witz! Darf ich den weitererzählen? bei der unsäglichen gauck-Besoffenheit allerorten erwartest Du eine Recherche?

      • genova68  On Februar 20, 2012 at 19:58

        🙂 Ja. ich habe heute eher das Gefühl, dass nicht alle besoffen sind. Ein grüner Bundestagsabgeordneter hat schon angekündigt, Gauck nicht wählen zu wollen. Außerdem ist der Druck auf den jetzt so hoch, abwarten. Die Frage ist eher, ob interessante Berichte zu einer Kampagne aufgeschaukelt werden oder nicht.

        Über Guttenberg konnte jeder schon vor Beginn seiner Amtszeit als Wirtschaftsminister Bescheid wissen, es gab Berichte in Panorama und noch wo, die für einen Rücktritt (bzw. Nichtantritt) zwingend gewesen wären. Es fehlte die Kampagne.

      • Terminator  On Dezember 26, 2012 at 14:45

        Sagen wir mal so, Gauck und Konsorten waren intelligent genug sich rückzuversichern, falls es zur Wende kommen sollte. Ein paar gute Taten und man ist später auf der Gewinnerseite! War ja schon immer so üblich seine Art Doppelagent.

  • Frau Lehmann  On Februar 20, 2012 at 18:40

    Nein, Gauck ist und war nie ein Held, lässt sich aber zum eigenen Vorteil und unwidersprochen den Orden als Bürgerrechtler an die Brust heften. Passt doch! Nach der gesellschaftlichen Veränderung zeigt sich erst, wer Charakter hat (egal ob nach ’45 oder ’89) und wer (schon immer) Opportunist ist. Im ewigen Kampf gegen den ideologischen Feind (Sozialismus/Kommunismus) sind Bürgerrechtler (nicht Widerständler) in einem/gegen einen Unrechtsstaat gern gesehene und benutzte Vorzeige-Neu-Bürger eines bürgerlich-demokratischen Rechtsstaates westlicher Prägung. Unrechtsstaat besiegt – im Rechtsstaat angekommen – kein Grund zur Kritik mehr – Danke! Wenn man auf Gleichbehandlung bestehen würde (jeder kleine(!) Lehrer musste sich einer politischen Überprüfung unterziehen, selbst Klassenlehrer galten als belastet), dürfte Gauck niemals BP werden. (und so viele andere auch nicht in der Politik Karriere machen).
    Wir können uns aufregen, und das lass ich mir auch nicht nehmen, ändern können wir diese Mechanismen leider nicht.:(

  • che2001  On Februar 20, 2012 at 18:49

    Passt doch alles wie Arsch auf Eimer, Merkel war hohe FDJ-Funktionärin, die die Seiten gewechselt hat, als es opportun war. Die waren alle nur aus opportunistischen Gründen in der Partei – genauso, wie sei heute Demokraten sind.

    • genova68  On Februar 20, 2012 at 19:01

      Ich würde die Biographie Gaucks nicht so lächerlich machen. Sein Vater war lange unberechtigt im Gefängnis und kam geschunden zurück, da war Gauck zwölf. Man beachte doch bitte individuelle Biographien in Diktaturen. Und was hat Merkel in der DDR genau verbrochen? War ihr Agitationsjob wirklich ein hoher Funktionärsjob? Oder musste man sowas annehmen, wenn man beruflich vorankommen wollte? Ich hatte einen Haufen Verwandte in der DDR, da würden rein biographische Details ausreichen, um klare Feindbilder zu zeichnen. Unterhält man sich mit den Leuten, sieht es anders aus.

      • Frau Lehmann  On Februar 20, 2012 at 19:40

        Stimmt. Es geht aber auch nicht in erster Linie um seine Biografie in der DDR. Ich habe in der DDR gelebt und weiß, dass wir in diesem Staat mehrheitlich genauso angepasst gelebt haben wie jeder Bürger in jedem Staat. Merkel ihre Funktionen in der FDJ (FDJ-Mitglied wurde man so ziemlich automatisch und da das eine Organisation war, haben einige dann auch Funktionsposten gehabt) vorzuwerfen, ist genauso haltlos wie den Lehrern damals ihre Funktion als Klassenlehrer (weil sie den Zusatzjob verpasst bekommen haben und Politinformationen in den Klassen orginisieren mussten). Ich kann aber auch bestätigen, dass oft diejenigen, die in gehobenen Postionen waren und noch kurz vor der Wende das Feinbild des ausbeuterischen Westens beschworen haben, die ersten waren, die sich einen gut dotierten Job/Posten in der bösen westlichen Gesellschaft beschafft haben, weil sie Beziehungen, Förderer hatten, weit genug „oben“ ihre Strippen ziehen konnten. Offensichtlich ist doch aber, wie hf99 feststellt, dass Gauck sich auf Grund der Aktenlage, was seine „Mitarbeit“ mit der Stasi angeht und durch die Privilegien, die er hatte (und das weiß ich definitiv, dass das nicht der allgemeine „Zustand“ war), wenn er ehrlich wäre, sich das Attribut Bürgerrechtler in der DDR nicht zuschreiben lassen dürfte.Es geht viel mehr um sein Verhalten und sein Auftreten nach
        der Wende. Und mit Verlaub: Mit seinen Äußerungen ist er es, der Feindbilder schafft (aufrecht erhält) und andere seiner Landsleute in eine ewig gestrige Ecke steckt, wenn sie es wagen die Entwicklungen unserer heutigen Gesellschaft zu kritisieren statt dankbar für ihre Befreiung zu sein.

      • hf99  On Februar 20, 2012 at 19:41

        Lieber genova, habe ich doch genau so geschrieben. Nicht sein verhalten v o r 89 stört mich. Selbst wenn er IM gewesen wäre: Da muss man erst einmal ihn anhören. Sondern seine erbarmungslose Selbstgefälligkeit danach. Die Mär vom Revolutionspfarrer stimmt übrigens auch nicht, sagt sogar sein wiki-eintrag, vor dem Herbst 89 haben die wirklichen Oppo-Gruppen in meck-Pom von dem so gut wie nichts gehört.

        Mir geht es um sein verhalten nach 89 inklusive der Mär vom langjährigen Bprgerrechtler.

        Nebenbei: FDJ-Sekretärin für AgitProp an der Humboldt-Uni war kein Pille-palle-Posten.

        Und übrigens: Sippenhaft ist immer falsch, auch positive, auch Sippenvergünstigung.

        • genova68  On Februar 20, 2012 at 19:50

          Das war eine Antwort nicht auf dich, Hartmut, sondern auf che, der von Arsch auf Eimer sprach und „die“, die „aus opportunistischen Gründen in der Partei waren“, und generell als Antwort auf die Vielen in der „Netzgemeinde“, die jetzt allzu wild gegen Gauck kübeln.

          • hf99  On Februar 20, 2012 at 19:55

            Und ich kübele am allerlautesten, genova!

            Mietmäuler, Schreibquisslinge, Schleimscheisser hat der doch genug!

      • Frank  On Februar 20, 2012 at 21:52

        @genova68: Ist es sicher, dass Gaucks Vater unschuldig in Sibirien war? Seine Biographie scheint mir immerhin die eines strammen Nationalsozialisten. Dass die Sowjetunion nun nicht unbedingt ein Rechtsstaat war und der Vorwurf der „Spionage“ mit Vorsicht zu genießen ist – geschenkt. Aber unschuldig in einem umfassenden Sinn war Vater Gauck als NSDAP-Parteigenosse sicher nicht.

        Was andererseits nicht dazu führen sollte, Gauck selbst in Sippenhaft für seine NS-Familie zu nehmen. Interessanter ist da wohl schon seine Hinwendung zu Gerhard Schmitt (NSDAP-Mitgliedsnummer 624169)

        Link: http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-das-geheimnis-um-den-onkel_aid_524185.html

        • genova68  On Februar 21, 2012 at 12:08

          steht so bei wikipedia:

          „Gaucks Vater arbeitete nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft als Arbeitsschutzinspektor für Schifffahrt auf der Rostocker Neptun-Werft. Am 27. Juni 1951 wurde er beim Geburtstagsbesuch seiner Mutter in Wustrow von zwei Männern aufgesucht und dann unter dem Vorwand im Wagen mitgenommen, es habe auf der Werft einen schweren Unfall gegeben, bei dem er helfen müsse.[7] Von diesem Moment an war er für die Familie zunächst spurlos verschwunden. Alle Nachforschungen bei der Volkspolizei, der Kriminalpolizei und der Staatssicherheit blieben ergebnislos. „Wenn die Russen Ihren Mann geholt haben, können wir nichts machen“, lautete nach Gaucks Erinnerungen 2009 die Auskunft.[8]

          Auch von dem Prozess vor einem sowjetischen Militärtribunal in Schwerin habe niemand erfahren. Das Urteil lautete auf zweimal 25 Jahre Freiheitsentzug, zum einen wegen angeblicher Spionage,[9] zum anderen wegen „antisowjetischer Hetze“. Als Beweisstück für den zweiten Punkt habe eine bei Gaucks Vater gefundene nautische Fachzeitschrift westlicher Herkunft gedient. Der Vater kam in ein sibirisches Arbeitslager. Bereits nach einem Jahr habe er als „invalidisiert“ eingestuft werden müssen. „Wir wussten nichts von alledem. An Sibirien dachten wir nicht. Wenn er lebt, so die Vermutung, sitzt er in Bautzen.“[10] Eingaben an staatliche Stellen und Gesuche an Wilhelm Pieck seien erfolglos geblieben, so Gauck in seinen Erinnerungen.“

    • Terminator  On Dezember 26, 2012 at 14:55

      Auch hier stelle ich eine interessante These auf! Wie kämpft man besser? Mit offenen Visier oder mit geschlossenem? Man geht in die Partei u. arbeitet sich ohne Makel nach oben. Man opfert und horcht aus. Verschafft sich persönliche Vorteile und genießt seine Previlegien. Dann wird man zum Wendehals um den A…. zu retten. Oder man arbeitet sich hoch opfert niemanden, desinformiert die Stasi, rettet Leute die auf der Liste stehen und begnügt sich mit den unteren Rängen. Oder offene Rebellion mit allen Konsequenzen von Anfang an. Mein Onkel war im Fleischkombinat Sondershausen in einer Führungsposition, mit eines der wenigen Telefone und einen Behörden Trabbi oder Wartburg. Er war ein ehrlicher Kommunist, der in den 40er Jahren aus dem Westen in die Ostzone ging.

  • Frau Lehmann  On Februar 20, 2012 at 19:07

    Na das ist ja interessant 😉

    Präsidentenkür im Internet

    Wie das Netz den bösen Gauck erfand
    von
    Christian Jakubetz
    20. Februar 201

    „Er gilt im Internet plötzlich als Antidemokrat, Sarrazin-Freund, Occupy-Gegner und Befürworter der Vorratsdatenspeicherung. Die Mär vom bösen Gauck ist ein Paradebeispiel dafür, wie aus journalistischer Verkürzung und der rasenden Schnelligkeit des Netzes eine Welle wird. Auf Faktentreue kommt es dabei längst nicht mehr an“

    zu finden hier:

    http://www.cicero.de/berliner-republik/wie-das-netz-den-boesen-gauck-erfand/48369

  • rainer  On Februar 20, 2012 at 20:46

    …was für Diskussionen…..wo ist der deutsche Vaclav Havel?

  • summacumlaude  On Februar 20, 2012 at 21:09

    Interessant scheint mir auch der Hinweis zu sein, dass Gauck trotz nicht eindeutiger Prae-Wende-Biographie als bürgergerechter Hochkaräter gehandelt wurde und wird. Menschen mit ebenfalls zweifelhafter, besser ausgedrückt mit mehrschichtiger Biographie bekamen diese Uneindeutigkeit ja moralinsauer um die Ohren gehauen – Stolpe zum Beispiel, den man gut mit Gauck vergleichen kann. Und Ossi-Bär Thierse „entlarvten“ andere Bürgerrechtler als „sehr spät“ zur Opposition Gekommenen; etwas, was man Gauck ebenfalls „vorwerfen“ könnte aber nicht tut. Ich will nicht mißverstanden werden: Das sind für mich zunächst einmal keine substanziellen Vorwürfe, aber gegen die Anderen wurden sie hervorgekramt, bei Gauck schaute man milde darüber hinweg. Das fällt auf.

    Dabei sind gerade solche Gestalten wie Stolpe und Gauck so wichtig, wenn es um die historische Darstellung der Kirchenkontakte zur Stasi geht. Und diese Kontakte hat es gegeben. Auch das halbierte Mitmachen, das Lavieren, der taktische Umgang mit Wahrheiten, der Versuch, irgend etwas durchzukriegen (z.B. Personen aus dem Westen, die dann auf Kirchtagen sprechen durften) – das gab es durchaus nicht umsonst; dafür erwartete die Stasi Gegenleistungen – und bekam sie wohl auch. Von Stolpe sehr wahrscheinlich und

    – auch von Gauck?

    So muß man Gauck vor 1989 sehen. Kein Vorwurf deswegen. Der Vorwurf – und das ist hier ja auch schon von mehreren gesagt worden – begründet sich mit seiner Maschinengewehrrattermoral nach 1989.

    Abschlußfrage: Hat der taktische Umgang mit Wahrheiten, das Mitspielen mit der Stasi in der Konsequenz doch zu einem resultierenden Summenvektor geführt, der dann in der Folge wirkungsmächtiger war, als die eindeutige Moral einzelner Menschen wie z.B. Ulrike Poppe? Eine gefährliche, eine beängstigende Frage sicherlich, aber sie ist zu stellen von jedermann, der nicht nur an moralinsaurer Selbstvergewisserung interessiert ist.

    Und doch bin ich für Ulrike Poppe als Bundespräsidentin.

  • Heinz-Herwig Mascher  On Februar 20, 2012 at 21:59

    Nur mal zu Merkel: Sie war FDJ-Sekretärin für Agitprop bei der Akademie der Wissenschaften, Bereich Physik. Wie viele FDJ-Ler gab es da wohl? Ich war während des Studiums in gleicher Position. Meine Seminargruppe bestand aus 8 Leuten, laut Statut hatte jede SG eine Leitung aus fünf Leuten plus ein Vertreter in der Ebene drüber. Unter uns waren am Anfang schon zwei Mütter. Warum hat dann da wer wohl welchen Posten bekommen? Ich habe in Dresden studiert und fast als Einziger im Empfangsgebiet von ZDF/ARD (Zentrales Deutsches Fernsehen Ausser Raum Dresden) mein Zuhause (am Wochenende) und wusste halt am Meisten und konnte auch mal Sachen ansprechen, von denen die Sachsen nix ahnten. Ich wäre da bei Merkel ein bisschen vorsichtig. Zumindest Ihre Doktorarbeit musste sie ausserdem selbst schreiben, inzwischen wohl ein Alleinstellumngsmerkmal in der Politik. – Und wenn Gauck seine zwei ausgereisten Söhne schon nach einem Jahr wiedersehen durfte, war da was faul. Wenn aber ein Pastor gleich zwei Kinder an die EOS brachte, macht mich das auch stutzig. Merkels Bruder studierte sogar in Moskau…

    • hf99  On Februar 20, 2012 at 23:16

      nun, Merkels vater war hier dabei: http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fenseer_Arbeitskreis
      http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Kasner
      Da konnte man seine Kinder schon studieren lassen. Auch in Moskau.
      Die Bezüge zur Familie de Maiziere ()Lothar war IM Czerny) sowie zu Schnur (IM Ralf Schirmer) sind ebenfalls gegeben. Schnur stammte aus Rostock, war vertrauensanwalt der kirche.

      1990 ebenfalls prominent in der Ost-CDU: martin Kirchner (IM Küster).
      http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Kirchner

      Alles einerseits deutliche Bezüge, aber juristisch eben kein Beweis für irgendwas.

      Indessen: man stelle sich solche Assoziationen mal bei der Linkspartei vor.

      • hf99  On Februar 20, 2012 at 23:27

        Die unstreitige tatsache, dass viele politisch entscheidende Personen 89/90 MfS-Bezüge hatten – gilt ja auch für Böhme, SPD-Ost – ist schon hochinteressant. Worauf verweist es? Auf Skrupellosigkeit/Schamlosigkeit als notwendige Zugangsvoraussetzung fürs politische Geschäft in sog. Demokratien?

        Erinnert sich einer eigentlich noch an Pastor Ebeling, DSU?

        Wir haben das damals alles hautnah mitbekommen und fast jeden Tag ins Essen gegöbelt vor Ekel.

  • ullli23  On Februar 21, 2012 at 17:06

    Ist es nicht noch etwas zu früh um bei Gauck die Leichen im Keller zu suchen? Er muss doch erst antreten, um zum Rücktritt gezwungen zu werden…

  • Micha-KA  On Februar 22, 2012 at 10:44

    Wo bitteschön, kann man dieses ominöse „Terpe-Papier“ nachlesen? Man findet als Quellenangaben lediglich andere Blogs, die sich gegenseitig zitieren.

    • hf99  On Februar 22, 2012 at 11:21

      Das ist so schlicht und einfach nicht richtig.

      Diestel zitiert es direkt (Im original finden Sie es im Printarchiv „Die Welt“ 1991); Gauck hat damals vor 12 Jahren gegen die Veröffentlichung Diestels vergeblich geklagt. Wir dürfen getrost daraus folgern, es mit authentischem Material zu tun zu haben. Sämtliche Behauptungen Diestels (siehe mein Link) sind gerichtsfest.

  • summacumlaude  On Februar 22, 2012 at 12:55

    Neinnein Micha-Ka, das Terpe-Papier (Gaucks Gespräch mit einem Oberst der Stasi) ist schon authentisch und 1991 in der bezüglich linker Lebenslügen unverdächtigen Springer-„Welt“ veröffentlicht worden.

    Ich verstehe und teile schon Ihre Sorgen: Vielleicht sollte man doch nicht zu sehr auf den Gauck draufhauen, denn es gab selbstredend ganz andere Exemplare der Gattung als Gauck. Er repräsentiert in seiner Person das Wechselspiel von Sozialismus und Kirche ab ca. der 70er Jahre, nachdem die SED akzeptieren mußte, dass man die Kirche so einfach nicht tot kriegt. Fortan war die „Einbindung“ von Staatesseite das angesagte Spiel. Die Kirche selbst sprach – wenn ich es recht erinnere – von der „Kirche im Sozialismus“. Bei diesem Spiel kam es naturgemäß zu wechselseitigen Kontakten, die für sich genommen noch nicht verwerflich waren. Von einem solchen Kontakt erzählt auch das Terpe-Papier im Rahmen des Rostocker Kirchentages 1988. Auch Gauck bestreitet ja nicht dieses Gespräch. Im Verlauf dann wurde Gaucks OV „Larve“ offenbar in einen IM-Vorlauf umgewandelt, ein Vorgang, den ich viel merkwürdiger finde als alle angeblichen oder tatsächlichen Vergünstigungen (der VW-Bus war kein Stasi-Geschenk sondern kam von der Westkirche; das war damals nicht unüblich. Nur die Erlaubnis zur Einführung kam vom Staat). Nun ja auch IM-Vorlauf ist zunächst noch nichts, was mich beunruhigt, denn ein IM-Vorlauf bedeutete noch kein Einverständnis zur Zusammenarbeit. Aberaber

    Aber etwas anderes macht mich stutzig: Wir müssen dazu in die 90er Jahre zurückgehen und uns daran erinnern, wie damals Enthüllungen aus der von Gauck geleiteten Behörde öffentlich kommuniziert wurden. Nehmen wir nur einmal an, ein junger, aufstrebender Politiker – im pol. Spektrum leicht links – hätte genau so eine Vita. Erst wie Gauck gegen den Staat eingestellt; dann wird aber nach einem Gespräch mit einem Oberst der Stasi seine Akte in einen IM-Vorlauf umgewandelt. Wegen vermuteter Kooperativität!!! Lieber Micha-Ka da wäre aber was los gewesen. Der hätte im Mediensumpf gerudert. Dieser Mensch wäre moralisch vernichtet worden und all´seine Verteidigungsreden wären zu seinen Ungunsten ausgelegt worden. Steht doch in den Akten! Das muß man Gauck vorwerfen: Die Akten waren ihm immer glaubwürdiger, als die Aussagen der Beschuldigten. Nur bei ihm war es – naklar – anders herum. Und genau das meinte Hartmut wohl auch mit seinem Text.

  • KL  On Februar 23, 2012 at 08:18

    Die eigentlich wichtige und unanfechtbare Aussage von Hartmut droht immer wieder unterzugehen, vor allem @genova scheint angestrengt zu versuchen, etwas anderes zu kritisieren als gesagt wurde.

    Dabei ist das Problem tatsächlich so klar wie nur denkbar beschrieben.

    @summacumlaude erinnert mich etwa daran, daß ich 1990 oder 91 Zeuge einer Studentenversammlung an der Humboldt-Universität war, zu der Gauck eingeladen worden war, um über die Vorwürfe gegen den damaligen Rektor Fink (selbst Theologe, wohl mit vielbekrittelter Nähe zum Staat) zu reden.
    Nicht nur, daß Gauck sich gleich mit dem ersten Satz unmöglich machte – er spürte die Ablehnung des Publikums, Fink, erster Rektor nach der ‚Wende‘, war sehr populär bei den Studenten und manche wollten auch einfach keinen Vorwurf glauben, vermutlich auch keinen berechtigten, aber: – Gauck also lehnte sich, kaum auf dem Podium, über das Rednerpult und rief wütend in den Saal „Ja ! SO sieht eine PDS-gelenkte Versammlung aus !!“
    Der Höhepunkt aber war, daß Gauck sich im Laufe heftiger Debatten schließlich auf ein Argument zum Beweis der IM-Verstrickung Finks versteifte: man habe eine IM-Vorlauf-Akte gefunden, also eigentlich keine Akte, sondern nur einen Aktendeckel, aber: man hätte in der Behörde noch nie einen IM-Vorlauf gehabt, zu dem es dann nicht auch die IM-Verpflichtung gegeben habe – also sei erwiesen, daß Fink IM gewesen sein müsse. Dies vor hunderten von Ohrenzeugen, von denen doch einige wußten, was eine petitio principii ist.

    Man denke sich dieses Muster auf unseren Musterfreiheitskämpfer angewandt. Bliebe da was übrig ?

    P.S.: Es ist traurig, daß wir uns überhaupt mit solchem Schmutz befassen müssen, der öffentlichen Verhandlung über private Tugenden der Tapferkeit und Aufrichtigkeit. Die Krise aller Institutionen treibt wieder mal den Willen an, überall persönlich Schuldige und Feinde zu finden – und einer wie Gauck, der nicht einmal so makellos erscheinen kann, wie er selber will, macht in vorderster Reihe beim Schlammwerfen mit.

    • hf99  On Februar 23, 2012 at 11:39

      Zu Fink speziell muss man schon sagen: da ist inzwischen sehr viel mehr gefunden worden…

      Aber damals war IM-Vorlauf tatsächlich noch der fast schon finale Beweis, richtig.

      Auch mir missbehagt es eigentlich, wenn private Tugenden öffentlich verhandelt werden.

  • genova68  On Februar 23, 2012 at 11:50

    vor allem @genova scheint angestrengt zu versuchen, etwas anderes zu kritisieren als gesagt wurde.

    Ich wollte halt auch mal was sagen.

  • Peter Bereit  On Februar 23, 2012 at 14:16

    „Das Schicksal unseres Vaters wurde zur Erziehungskeule. Die Pflicht zur unbedingten Loyalität gegenüber der Familie schloss auch die kleinste Form der Fraternisierung mit dem System aus. Das machen wir nicht, vermittelte uns die Mutter unmissverständlich. Ich hatte dieses Gebot so verinnerlicht, dass ich nicht einmal mehr durch die Freizeitangebote der FDJ in Versuchung geriet. Dafür lebte ich in dem moralisch komfortablen Bewusstsein: Wir sind die Anständigen. Intuitiv wehrte ich das Werben des Regimes für die Akzeptanz seiner moralischen und politischen Ziele ab, denn über uns hatte es Leid und Unrecht gebracht.“ Ende des Zitats. (Quelle: Winter im Sommer-Frühling im Herbst; Siedler Verlag. München 2009; S.41)

    Wenn H.J. Gauck u.a. aus dieser Haltung seiner Eltern, seine angeblich so hohen moralischen Ansprüche an die Gesellschaft und die Menschen schöpft, dann kann man sich nur stirnrunzelnd zurücklehnen.
    Wenn die Quellen Recht haben und davon gehe ich mit hoher Sicherheit aus, dann traten die Eltern des Herrn G. frühzeitig der NSDAP bei und streckten den rechten Arm aus, als andere noch zögerten oder in den Widerstand gingen.
    Bei diesen Frühbegeisterten, handelte es sich nie nur um Mitläufer oder die sich gern selbst so bezeichnenden, „nur zahlenden Mitglieder“. Dahinter steckten Überzeugungen, auch wenn man sie später als „Irrtümer“ ausgab, als ein Nazi zu sein, nicht mehr als schick galt. Nun will ich Herrn G. nicht für seine Eltern verantwortlich machen, er konnte sie sich nicht aussuchen und die Zeiten der Sippenhaft sind, Gott sei Dank, vorüber.
    Sich aber heute hinzustellen und zu behaupten, die Eltern hätten die DDR aus ehrenvollen Motiven abgelehnt und sich dem System deshalb verweigert, ist einfach nur verlogen und zeigt, welche Vita sich Herr G. im Verlaufe der Zeit zurecht gebastelt hat. Wo waren die „Anständigen“ als es galt, gegen den faschistischen Terror vorzugehen, wo, als es an die Vernichtung der Juden ging? Klar. Ich hatte es vergessen. Davon hatten sie natürlich nichts mitbekommen.
    Wenn die Eltern etwas aus der Zeit des Faschismus bewahrt hatten, dann sicherlich ein gehöriges Maß an Antikommunismus. Eine Eigenschaft, die unter den Nazis zum Lebenselixier gehörte und zu einem verheerenden Krieg mit Millionen Toten geführt hatte. Diese tradierte Lebenseinstellung, oft bis auf das Knochenmark verankert, lebte nach dem Kriege in Millionen von Menschen fort und hat sich bei einigen von ihnen bis heute erhalten. Während das Land in Trümmern lag und in zwei Teile zerrissen war, standen die ehemals Altvorderen schon wieder auf und bezeichneten sich als die Guten, die Besseren oder, wie im Fall Gauck, als die Anständigen. Man musste kein Kommunist und kein Freund der deutschen Teilung sein, um zu erkennen, dass die DDR eines mit Sicherheit nicht wieder wollte. Ein faschistisches Deutschland. Zumindest das ist diesem Land gelungen.
    Es ist bezeichnend für diese Zeit, dass der über Jahre hinweg eingebläute Hass gegen den Kommunismus, insbesondere gegen die Sowjetunion, dazu führte, dass man sich im Westen mit seinen überkommenen Einstellungen besser aufgehoben fühlte, denn der Gegner war der gleiche geblieben. Man musste sich nicht umstellen. Man musste seinem Hass nur weiter frönen. Die auf einem neuen Niveau entstandene Systemauseinandersetzung zwischen Ost und West baute genau auf diesen Einstellungen auf. Man benötigte keine kostspieligen ideologischen Programme um die Menschen davon zu überzeugen, dass der Feind selbstverständlich links stand. Das ökonomische Aufbauprogramm der USA, eines Staates, der keinerlei wirtschaftliche Einbußen erlitten hatte, tat das übrige.
    In diesem Lichte erscheint auch die Aussage Gaucks, durch die Verhaftung des Vaters sei der Familie Unrecht geschehen, mehr als fragwürdig. Gewiss, der sowjetischen Justiz fielen auch viele Unschuldige zum Opfer, doch wen wundert das in einer Zeit, als Deutschland voll war von Denunzianten und Menschen, die natürlich schon immer dagegen waren und plötzlich wussten, mit ihnen wäre alles anders gekommen, hätte man sie nur gefragt. Die Schuldigen waren plötzlich ausgestorben und die ehemaligen Täter wussten nichts mehr von ihren Schandtaten. Bis heute. Ich weiß nicht weshalb der Vater H.J. Gaucks inhaftiert wurde und ob seine Strafe berechtigt war. Zu denjenigen, die sich gegen die faschistische Diktatur aufgelehnt und ihr Leben dabei riskiert hatten, gehörte er mit Sicherheit nicht.
    Ob man innerhalb eines solchen familiären Umfeldes zu einer wahrhaft humanistischen Gesinnung gelangen kann, wage ich zu bezweifeln. Was man ihm aber eindeutig anmerkt, ist seine, zumindest nach 1989, zur Schau gestellte antikommunistische Grundhaltung und selbst ein erkennbarer Widerwillen gegen die Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft.
    Herr G. hat sich nie durch Widerstand gegen ein System und das durch dieses System begangene Unrecht ausgezeichnet. Da folgt er dem Beispiel seiner Eltern. Inwieweit er in dieses System aus persönlichen Gründen involviert war und daraus Vorteile schöpfte, ist bis heute nicht zweifelsfrei aufgeklärt. Hoffentlich erleben wir da nicht noch eine böse Überraschung.
    Für mich persönlich, ist Herr G. kein akzeptabler Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. Ich lehne ihn ab.

  • Dirk Lahrmann  On Februar 23, 2012 at 16:50

    An ihren Werken sollt Ihr sie erkennen, um mal mit der Bibel zu sprechen.
    Und das Werk von Gauck ist nun mal die Gauck-Behörde.
    Nicht nur, dass bei der BStU hauptsächlich linientreue DDR-Diktaturanhänger arbeiten, wir müssen uns auch anschauen welche Arbeitsergebnisse abgeliefert wurden. Und da sieht es düster aus. Die Stasi-Akten von Merkel, Kasner, de Maiziere, Stolpe und vielen anderen wurden nicht gefunden. Die Beweise für Mord, Folter, Totschlag, medizinischen Experimenten, Psychoterror und vielem mehr, sind spurlos verschwunden. Viele Beweise waren in den Gefangenen-Akten verzeichnet. 95 % der Gefangenen-Akten wurden vernichtet. Hat sich die Gauck-Behörde bemüht die Beweise zu sichern. Natürlich nicht.
    Gauck ist der Schutzpatron der Stasi-Täter.
    Gaucks Lieblingsspruch ist: „Man soll die DDR nicht schönreden“ und danach ergeht er sich in Lobpreisungen über das schöne Leben im Sozialismus.
    Gauck ist ein Heuchler vor dem Herrn.
    Ich als Opfer der DDR-Diktatur verweigere meine Zustimmung zu einem Stasi-Begünstigten
    Bundespräsidenten Gauck.

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