„Niedrigverdiener gönnen sich weniger Urlaub“ (edit)

Das ist ja mal eine erlauchte Erkenntnis. Und so vornehm im Klange: „Niedrigverdiener gönnen sich weniger Urlaub“. (edit: ich zitiere die Originalüberschrift von heute morgen. Da SpON hier offenbar mitliest, haben sie die Überschrift inzwischen ohne „edit“-Eingeständnis geändert. Solch unsauberes Schreibgebahren muss was mit „Qualitätsjournalismus“ zu tun haben. Hier finden Sie, gottseidank, keinen „Qualitätsjournalismus“; ich blogge und kennzeichne also jede Änderung als „edit“, wie sich das gehört. Die Bezeichnung „Qualitätsjournalismus“ verbitte ich mir.)

Möchte wissen, was die „Studie“ gekostet hat. Also, bei mir häts das preiswerter gegeben. Meine Studie „Niedrigverdiener gönnen sich weniger Schampus“ beläuft sich auf 1.000 € netto zzgl gesetzlicher USt, die Studie „Niedrigverdiener gönnen sich seltener einen Rolls-Royce“ ist bereits für 800 € netto zzgl USt zu haben… Bei Bestellung von zwei oder mehr Studien erhalten Sie die Studie „Niedrigverdiener gönnen sich kaum jemals einen Fussballverein a la Dietmar Hopp“ als Gratisbeilage dazu. Anfragen schriftlich zu Händen der Geschäftsleitung.

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Kommentare

  • Inge Jurk-Prommersberger  On Februar 9, 2012 at 09:10

    Ja, es ist Zynismus, denn es geht auch darum, erst einmal Urlaub zu bekommen. Meistens sind die Billig-Jobs entsprechend, und der Einsatz in den Stunden, in denen so ein Jobber „arbeiten darf“ wird als dringlich erachtet. Da kann man nicht einfach so mal Urlaub machen.
    Ja, und das Geld um zu verreisen ist ein Traum, mehr nicht.

  • genova68  On Februar 9, 2012 at 12:23

    :heiterkeit:

  • Frau Lehmann  On Februar 9, 2012 at 12:44

    Feine Reaktion auf eine Schlagzeile, die mich auch „uglaublich erstaunt“ hat. Wer hätte das gedacht! 😉
    Man kann solche Studien ja bizzar nennen, aber da mir auf Anhieb noch ne Menge anderer solcher nie im Leben gedachter Untersuchungen mit ähnlich „erhellenden“ Ergebnisssen einfallen, kanns doch nur an meiner Dummheit liegen, die vorausgesetzt wird. Oder sollte ich etwa glauben, dass ich tatsächlich 1 und 1 zusammenzählen kann und damit vielleicht sogar überdurchschnittlich intelligent bin?

  • Michael Bartmann  On Februar 9, 2012 at 15:20

    Ich vermisse im Artikel das von Ihnen so hervorgehobene „gönnen“.
    Es wird lediglichvon „sich nicht (mehr) leisten können“ gesprochen, was wesentlich weniger zynisch klingt.
    Übrigens kann man diese Studie durchaus überflüssig finden (aber die Gelehrten müssen schlieslich auch ihren Urlaub finanzieren) 😉 .

    • hf99  On Februar 9, 2012 at 20:37

      Dankje für den Hinweis. Ich unterstelle, dass SpON hier mitliest (resp woanders; es dürfte ja auch noch anderen aufgefallen sein). heute morgen lautete die Überschrift noch anders… eben „gönnen“.

  • Stefan R.  On Februar 9, 2012 at 16:05

    Was für eine Erkenntnis! Ich hätte noch eine Studie im Angebot, die zweifelsfrei belegt, dass es mit gewisser Wahrscheinlichkeit dunkel wird, wenn man nachts das Licht ausmacht (Preis auf Anfrage)….

    Man kann nicht oft genug daran erinnern:
    http://www.textlog.de/tucholsky-arbeit-duerfen.html

  • Jens  On Februar 9, 2012 at 19:33

    Ein Beleg dafür, wieweit sich manche Redakteure bei Spiegel Online von der Realität in „diesem unserem Lande“ entfernt haben. Ich danke dem Autor für diese nette Stilblüte.

  • klausbaum  On Februar 9, 2012 at 20:37

    hier eine andere studie von russischen forschern:

  • genova68  On Februar 10, 2012 at 12:09

    Schön beobachtet, was extra drei (der youtube-Link von Klaus Baum) da über die russischen Forscher berichtet. Wortwahl und Habitus passen exakt zu dem, was in solchen Fällen von sogenannten Journalisten „berichtet“ wird.

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