Opferdiskurs – finale Betrachtung

Ein letztes mal zum Thema, dann solls das aber auch gewesen sein, denn ich habe auch noch anderes zu tun. Mir ist noch ein Aspekt aufgefallen, der mir in dieser Deutlichkeit so bis jetzt nicht präsent war:

Als in Worms so langsam klar wurde, dass es den auf absurder Grundlage herbeiphantasierten „massenhaften Missbrauch“ gar nicht gegeben hat…wie haben da die selbstermächtigten Opferschützer reagiert? Waren sie erleichtert („Gottseidank, doch keine Opfer!“), waren sie froh?

Keineswegs. In aggressiver Abwehr beharrten sie bis zum Abwinken darauf, dass da „was war“. In nur vordergründig absurdem, tatsächlich jedoch konsequentem, zuzementiertem Denken konnten sie von den selbst herbeiphantasierten „Opfern“, und somit auch „Tätern“, nicht lassen. Gerade diese starre Haltung zeigt mir: Denen ging es nie um reale Opfer, denen ging es immer nur um sich selbst, um das Selbstbild vom heiligen Herostraten, der in einer Welt voller Feinde, also in einer Welt voller schmutziger, gewalttätiger Sexualität dazu berufen wurde, die Unschuld, die Reinheit zu schützen. Ein offenkundiger Fall von Neopuritanismus. Das Ungute, welches solchem Denken eignet, ist hier mit allen Händen greifbar: Eine Straflust ohnegleichen. Da frierts einen…

Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: