Mo´s Krisenblogging – und Bemerkungen zu Occupy

Seit Jahren empfehle ich Monomas Blog; eine der subtilsten und, trotz aller Analysen, zugleich auch faktenreichsten Blogs zur Krise, den ich kenne. Ich würde mir eine Printausgabe wünschen.

Seit einiger Zeit kümmert sich Monoma verstärkt um die Occupy-Bewegung. Ich empfehle die Lektüre.

Ich persönlich weiß nicht, wie ich die Bewegung einschätzen kann.

Dass mich ihr Impetus zunächst einmal ganz „naiv“ – Naivität wiedergewinnen halte ich für wichtig – erfreut…versteht sich. Klar. Zumal es nicht zuletzt auch die kritische Bloggosphäre war, die Gegenöffentlichkeit, die die Occupy-Bewegung ein Stück weit mit herbei geschrieben hat. Die Nachdenkseiten, Monoma, ad sinistram, Kurt, der Verstorbene, ach, schaut auf meine Blogroll, sogar dieser Blog hier war manchmal adabei… Ich denke schon, dass ich mir in den letzten Jahren ein Recht erschrieben habe, als virtueller Teil der Occupy-Bewegung mein persönliches Statement abzugeben.

Und da muss ich sagen: Das hier schmerzt. Nicht, weil Reden falsch ist. Reden ist zunächst einmal richtig. Aber mit wem wird geredet, unter welchen Voraussetzungen, mit welchen Zielen, unter welchen Machtverhältnissen? Auch ich würde mit Ackermann reden – aber ich würde vorher die Voraussetzungen klären. Reden nur, damit Herr Ackermann eine gute PR bekommt (boah, der redet ja sogar mit seinen Kritikern), das muss nicht sein. Kurzum: Wenn Reden etwas ändern würde, wäre es längst verboten??? Soll ich das jetzt so verstehen? ich meine das nicht böse gegen die Aktivist/inn/en, aber ich frage mich…

Seit Jahren lässt Ackermann beispielweise lancieren, die Deutsche Bank habe kein Staatsgeld genommen, sie habe dergleichen nicht nötig, Staatsgeld zu nehmen sei gleichsam peinlich. Das ist so jedoch nicht richtig: Über die von Ackermann wesentlich mit initiierte sog. HRE-„Rettung“ Herbst 2008 hat die DB sehr wohl Staatsgeld bekommen, sehr wohl vom Steuerzahler profitiert; und nicht zu knapp. Und genau damit muss er konfrontiert werden, wieder und wieder. Ansonsten machen Gespräche keinen Sinn. Auch zur Bad Bank schon 2003 hätte ich einige Fragen an den Herrn. Öffentliche Fragen. Für eine kritische Spielwiese ganz hinten links, also für ein Demokratie-Alibi, sollten wir nicht zur Verfügung stehen…

Da wollte ich „bloß“ Monoma ein weiteres mal loben, und gerate doch etwas ins plaudern. Hat diesmal wirklich nichts miteinander zu tun. Ich denke: Monoma wird es nicht anders sehen als ich.

Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentare

  • fk  On Dezember 15, 2011 at 00:37

    zu occpuy fällt mir nur was ein was ich vor kurzem irgendwo, aller wahrscheinlich im netz, gelesen habe, nämlich der gedanke der ‚Utopie des Zusammenkommens‘.

    klingt doch gar nicht so doof, oder?

    also dann.
    weiter machen!

    hg
    fk

  • fk  On Dezember 15, 2011 at 00:39

    was ich ja nicht verstehe ist, warum es mir nicht gelingt kurze kommentare ohne fehler und vor allem fehlende worte zu schreiben.

    verstehe ich nicht. passiert mir ständig.
    dabei ist das posting oben ja nicht sehr lang. aber ich habe das fehlende wort einfach nicht gesehen.
    … vielleicht weil es nicht da war?

    hgfk

  • hartmut  On Dezember 15, 2011 at 13:17

    Occupy ist na klar schon schwer in Ordnung. Vielleicht etwas naiv manchmal…aber ist das so schlecht?

    jetzt muss ich meinen eigenen Kommentar freischalten, auch lustig…

  • genova68  On Dezember 16, 2011 at 10:18

    Ich will ja nicht als Miesmacher dastehen, aber: je schneller Occupy in Deutschland den Bach runtergeht, desto besser für jedwedes linkes Verständnis. Diese Gestalten sind in Teilen Esoteriker und Ahnungslose. Das kann man ja lustig oder skurril finden, das wars aber auch schon. Gestern abend bei Maibrecht Illgner saß schon wieder einer von Occupy. Auf die Nachfrage von Illgner, ob Frau Ostermann vom bju (bitte googeln) mitmachen darf, meinte er: „Na klar!“ Und Frau Ostermann fand occupy auch ganz toll. Die laden also jeden FDP-ler ein.

    Woher eure Begeisterung kommt, ist mir nicht klar.

    Falls es jemand noch nicht gelesen hat:

    http://exportabel.wordpress.com/2011/11/08/occupy-deutschland-esoteriker-und-rechte-spinner/

  • spinne  On Dezember 16, 2011 at 13:22

    @ genova

    diese rechts-esos und ander rechten spinner sind leider überall. ich seh die auf jeder demo. deswegen hab ich neulich auch so überreagiert, als das video von „we can change“ mit georg schramm rumging. ich meine er hat das gut gemacht u. es war letztlich nett, aber ich ertrage diese stammtischnetzwerke einfach kaum noch. u. man glaubt tatsächlich nicht, wie unbedarfte menschen auf diese pseudo-politier anspringen. ich traf kürzlich eine alte bekannte, die ich ich eigentlich für ne recht integre person hiel. sie ist in der alternativ-heilszene unterwegs u. die meinte tatsächlich sie hätte jetzt den durchblick, was „reichsdeutschland“ betrifft (siehe linkhttp://www.krr-faq.net/index.php/)
    es schaudert mich wirklich, weil vor allem menschen, die bislang politisch eher untinteressiert waren, sich von diesen pseudorevoluzzern verwirren lassen.

  • spinne  On Dezember 16, 2011 at 13:38

    das eigentlich schlimme an diesen netzwerken ist, dass sie eben genau wie die linken agieren. sie treten ein für „direkte demokratie“ für „Selbstverwaltung und Rekommunalisierung“ und und und. sie sind weit vernetzt u. das bis tief in den rechten sumpf. wenn ich mir vorstelle,

    lest euch das mal durch

    http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/2011/PNOSParteitagBiel.pdf

    es beschreibt die rechte szene ziemlich gut. „eidgenössisch sozialistisch“

  • spinne  On Dezember 16, 2011 at 13:44

    mehr zur pnos hier

    http://de.wikipedia.org/wiki/Partei_National_Orientierter_Schweizer

    dann gibt noch diese tolle „Partei der Vernunft“ u. zig andere Grüppchen, die allesamt für „echte Demokratie“ in den Kampf ziehen

    zwischen ihnen gibt es immer wieder schnittpunkte und vernetzungen, wobei allerdings immer mehr wert darauf gelegt wird, diese vernetzungen zu verschleiern

  • spinne  On Dezember 16, 2011 at 15:14

    ps ich beziehe das jetzt nicht auf occupy. occupy ist nur eine weitere pattform, die sich natürlich aufgrund ihrer offenheit, bestens auch für diese gruppen anbietet

    das problem ist aber nicht occupy. das problem ist der ganze mischmasch und glamour und nebel, den es zu durchleuchten gilt.

  • spinne  On Dezember 16, 2011 at 15:25

    @ hartmut

    da fehtl ein comment von mir die pnos betreffend, hängt wohl im späm

  • hf99  On Dezember 16, 2011 at 20:27

    ja, sicher, und keine Sorge: das problem wird von mir ja gesehen. Dennoch will ich meine Hoffnungdarauf, hieraus könne etwas entstehen, noch nicht völlig aufgeben. Seit attac gibt es immer wieder linksbürgerliche Movements, denen ich meine Sympathie nicht völlig versage…Auch, wenn sich attacs Analyse häufig auf geschimpfe auf die pöhsen Zocker reduziert.

  • hf99  On Dezember 16, 2011 at 20:28

    zu den Piraten – im weitesten ebenfalls linksbürgerlich – gibts auch Neuigkeiten: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804278,00.html

    ist na klar auch teil der Antipiratenkampagne, aber wenn die tante das alles wirklich so gesagt hat, gehört sie in der Tat abserviert.

  • genova68  On Dezember 17, 2011 at 11:07

    spinne, danke für die hinweise.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: