Erste Hintergründe zu den Ermittlungspannen

Wenn es einen unklaren Mord gibt, gerät automatisch auch der engere, der engste Kreis der oder des Ermordeten in den Blick. Das war bei Familie Nytsch (Fall Ronny Rieken) damals nicht anders. Im Nahbereich zu ermitteln ist nicht nur legitim; es wäre ein Anfängerfehler, diese Ermittlungen zu unterlassen. Dass auch im Fall der Mordserie an Einwanderern zunächst im Nahbereich ermittelt wurde, war zumindest im ersten Fall also völlig in Ordnung. Wie ermittelt wurde, war es nicht. Das hier ging zu weit und verweist denn doch auf einen zumindest implizit deutlich rassistischen Blick der Ermittler.

Tagelang haben türkische und deutsche Polizisten in dem kleinen Dorf ermittelt, haben nach Motiven für den Mord geforscht und einen Fall von Blutrache so lange unterstellt, bis die Familie fast schon selbst glaubte, Feinde zu haben, von denen sie noch nichts wusste. Die Ermittler sind mit einem fertigen Bild vom Mordopfer und seinem Umfeld in das Bergdorf gereist. Wer er tatsächlich war, das hat sie nicht interessiert.

Denn, und vor allem: Mehmet Turgut war das fünfte Opfer einer eindeutig als solche erkennbaren Mordserie; persönliche Bezüge zwischen den Opfern existierten nicht. Dass man bei Enver Simsek (das erste Opfer) auch die Familiensituation analysierte – geschenkt! Aber welcher Teufel ritt die denn, auch hier noch im Nahbereich zu suchen? Ist wirklich keiner, keinem im Team der Wahnwitz eines solchen Ermittlungsansatzes klar gewesen? Jeder halbwegs geinsichtsfähige „Tatort“-Gucker hätte es ihnen erklären können. Mir war klar, seit ich von dieser Mordserie hörte, dass Rassismus zumindest ein treibendes Motiv dieser Taten gewesen sein muss. Ich kann das nicht glauben. Ich kann nicht glauben, wie unfähig, wie vertrottelt die Soko agiert hat. Wenn sie überhaupt lediglich vertrottelt war…

Mehmet Turguts Geschichte ist auch jenseits seines Todes exemplarisch: So also sehen die Lebensentwürfe von „Illegalen“ aus, die Lebensentwürfe von Menschen, die jroßdaitschlands Volk unsrjem bekanntlich ständig die Haare vom Kopp fressen wollen. Döner verkaufen für ein paar Euro sechsundfuchzig; auch, um seine Familie in der alten Heimat zu unterstützen. So sieht sie aus, die big Stütze-Ranzocke des Musels. Ist mir schlecht…

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