Staatsschulden reloaded – Italien gut, Luxemburg schlecht

Und das stellt ausgemacht Raffelhüschen fest.

Raffelhüschen rügte, dass auch in Deutschland der Staat seit Jahrzehnten immer mehr ausgebe, als er einnehme. Dies gelte vor allem in Abschwungphasen.

Doch auch in Boomzeiten komme die Politik nicht mit dem Steuergeld aus. Mit über einem Schuldenstand von über 80 Prozent liege auch Deutschland weit über dem Maastricht-Kriterium von 60 Prozent, monierte Raffelhüschen.

Das ist zunächst einmal schlicht richtig. Auch Deutschlands Schulden könnten unter dem gegenwärtigen Steuersystem mit gegenwärtiger Kaufkraft beim besten Willen nicht mehr gestemmt werden. Warum das so ist, warum alles so gekommen ist, wie es kam, darüber hat unser Mitarbeiter Dr. Karl Marx sich ja schon geäußert. Das jedoch darf Raffelhüschen bei aller Teileinsicht natürlich nicht sagen. Denn am Ende wird doch wieder nur das „Reform“-Mantra gesungen. Luxemburg, einen Schritt vorm Abgrund bekanntlich, wird sich schon berappeln…wenn nur endlich die „Reformen“ losgehen. Wahnsinn…

Wenn nur endlich Typen wie Raffelhüschen oder Sinn ihre partiell sogar interessanten Teileinsichten mal zusammen nähmen und erkennten: homo-oeconomicus-Land ist abgebrannt. Der Neoliberalismus, also der Kapitalismus, hat (Singular bitte) fertig. Man mag die Bevölkerung immer massiver in den Schwitzkasten nehmen, es mag noch einige Jahre dauern – am Ende wird es so nicht mehr weiter gehen. Eine Gesellschaft, in der es Krisen bei der öffentlichen Versorgung gibt, obwohl sie immer mehr Werte erwirtschaftet, immer produktiver ist…in der die Produktivitätssteigerung sich also nicht an alle, die diese Steigerung erarbeitet haben, verteilt…eine solche Gesellschaft ist am Ende.

Die sind doch nicht doof. Sie müssen es doch sehen. Oder haben sie den Tunnelblick des „Experten“, dem jenseits seiner beschränkten Einsichten nichts zu sehen mehr erlaubt ist? Glauben sie wirklich, dass eine Gesellschaft prinzipiell funktioniert, wenn sie, obwohl sie in Summe immer massiver Werte anhäuft, das Risiko immer massiver nach unten durchschießt, während allein die oberen 10 % wirklich nutznießen? Glaubt ein Mann wie Hans-Werner Sinn, dessen IQ zB den meinen deutlich toppen dürfte, wirklich, dass bloß Griechenland und andere wirtschaftlich relativ belanglose Länder (mit „wirtschaftlich belanglos“ meine ich: gemessen am Welt- oder auch nur Euro-BSP) die Euro-Zone in eine Krise führen können? Die pöhsen Kriechn happn uns Äddeljermanen (Zahlmeisterdebatte) an ´n Abjrund jäfüat…das ist doch balla-balla, das weiß der doch! Das ist doch irr! Nebenbei: All die Probleme, die wir jetzt haben, hätten wir mit der D-Mark genau so. Die Frage D-Mark versus Euro ist eine Frage für Kinder und Narren…was bedeutet: Aus ihr kann man politischen Nutzen ziehen. Ich halte eine D-Mark-Partei mit ca 15-20 % nicht für unmöglich. Es fehlt da eigentlich nur noch ein – Max Weber – charismatischer Führer. Aber der hat sich ja schon angeboten.

Inzwischen muss meine Tochter (14 jahre alt) im Unterricht noten-, also sanktionsbewehrt lernen, dass das pöhse Lotterleben der Griechen an der Euro-Schuldenkrise schuld sei. Mit solchen geistigen Drogen werden unsere Kinder gefüttert. Bis zum Abwinken.

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