Immer absurder – update (2)

Inzwischen spekuliert selbst BILD ganz offen über geheimdienstliche Hilfe, und verwendet dabei, nebenbei bemerkt, den zutreffenden Begriff „Inlandsgeheimdienst“ (lesen die hier mit?):

BILD erfuhr aus Sicherheitskreisen, dass in den Trümmern der Neonazi-Wohnung „legale illegale Papiere“ gefunden wurden!

„Solche Papiere erhalten im Regelfall nur verdeckte Ermittler, die im Auftrag des Nachrichtendienstes arbeiten und vom Nachrichtendienst geführt werden, das heißt, die in enger Zusammenarbeit mit dem Nachrichtendienst agieren“, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, zu BILD.

VERFASSUNGSSCHUTZ IM FOKUS

Obwohl Uwe Mundlos († 38), Uwe Böhnhardt († 34) und Beate Z. (36, in Haft) schon 1998 per Haftbefehl gesucht wurden, blieben die Killer 13 Jahre unentdeckt – und töteten in dieser Zeit offenbar zehn Menschen, verübten möglicherweise mehrere Anschläge!

Angeblich hatte der Inlands-Geheimdienst in dieser Zeit weder Kontakt zu Beate Z., noch kannte jemand die Aufenthaltsorte der Gesuchten – so die offizielle Version des Landesamtes für Verfassungsschutz in Thüringen.

Spekulation: nachdem die Ermittler die Zwickauer sowohl mit Heilbronn als auch mit Döner in Verbindung bringen konnten und auch die VS-Connection ruchbar wurde, war klar: Hier ist nichts mehr drin, hier kann nicht mehr verdeckt werden. Einzeltätermärchen a la Oktoberfestattentat funzen jetzt nicht mehr. Desto gebotener ist es, das Ganze schnell auf zwei, drei durchgeknallte Thüringer Inlandsgeheimdienstler zu reduzieren.

Update: Interessant, wie schnell die Infos über das Auffinden geheimdienstlich hergestellter Fake-Papiere zur Presse durchgestochen wurden. Ggfls reiner Selbstschutz der Ermittler? Wer hat schon gerne tödliche Autounfälle…

Update 2: Auch der Bund deutscher Kriminalbeamter will gerne wissen, welche Rolle der „Verfassungsschutz“ aka Inlandsgeheimdienst spielt:

„Mutmaßungen sind in so einem Ermittlungsfall fehl am Platze, aber es verwundert schon sehr, wie schnell sich die Bundesgeneralstaatsanwaltschaft nach der Explosion des Hauses in Zwickau und dem Auffinden der Leichen der beiden Täter zur Gruppierung der Täter festgelegt hat und wie schnell über zwei Dutzend Aktenordner mit Erkenntnisse über die Täter präsentiert werden konnten.

Hier bin ich sehr auf die Ermittlungen, speziell zur Rolle des Verfassungsschutzes, gespannt“, so der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz.

Das sind wir seit einigen Tagen wohl alle…

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