Gruß und Dank an Florian Kuhlmann

Vorab: Wenn ich die Veränderung untersuche, die unser Verständnis und unsere Praxis von Privatheit und Öffentlichkeit durch das Netz erfahren – oder ggfls eben auch nicht erfahren -, dann geht es gerade nicht, jedenfalls nicht primär, um Themen wie Datenschutz, Datenkraken, Facebook (von jemandem, ich finde gerade das Zitat nicht, einmal sehr witzig und zutreffend als „Stasi freiwillig“ bezeichnet), somit auch nicht um Herrschaft per Wissen, insbesondere per Wissen um intimste Dinge. Die Art, wie Herrschaftswissen generiert wird, mag durch das Netz umfassend verändert worden sein – die Tatsache als solche ist es nicht. Dass – wovon wir ausgehen müssen – sowohl der Staatsschutz als auch diverse privatwirtschaftlich beauftragte PR-Agenturen zum Beispiel die Blogs der Gegenöffentlichkeit regelmäßig gegen checken, dort möglicherweise auch aktiv agieren, etwa Hasen am Laufen haben, die Einfluss nehmen und die Gegenöffentlichkeit zersetzen sollen…das unterscheidet sich, von der Technologie abgesehen, natürlich in nichts vom Vorgehen der hessischen politischen Polizei 1834 gegen den hessischen Landboten. Kriminalisieren, spalten, zersetzen, zerstören war, ist und bleibt das Ziel solcherart sinistren Treibens…wozu es immer intimer Kenntnis bedarf. Natürlich sind das wichtige Themen, vermutlich viel wichtiger als mein etwas abgehobener, historisch- philosophischer Ansatz. Aber bei solchen Fragen geht es nicht um die Frage, um die es mir geht: ob das Netz strukturell, unaufhebbar, seiner ´Natur´ nach – der Natur-Begriff ist immer mit Vorsicht zu genießen – Änderungen herbei führt, denen wir uns gar nicht entziehen können. Änderungen, die Einfluss nehmen auf unsere Art, privat und öffentlich zu handeln, auf unsere Art, uns und die Welt, „in der wir werden leben müssen“, zu sehen, also aktiv zu ändern. (Beginn meines Essays für Florians transprivacy-Projekt)

Demnächst mehr in seinem Theater… Und mit Dank für die Fristverlängerung. Ähem…

PS: Deiner Warnung davor, dass Datenschutz in „schlechter Unendlichkeit“ (Hegel) vom sinnvollen Ansatz in dümmliche Ideologie umschlägt, schließe ich mich hiermit in allerherrlichstem Juristendeutsch (ich bin keiner) vollinhaltlich an. Ich sage nur Panoramafreiheit, sage es zum wiederholten Mal. Als ich – fotografisch wie immer ohne jeden Anspruch, es geht mir um reine Dokumentation – mit meiner billigen Knipsi-Knipsi-Samsung 5750 auf Architekturmotivjagd hier in Barmbek unterwegs war, bin ich auch schon einmal dumm angequatscht worden. Bä bä, was passiert mit meinen Daten. (Es sind nicht Deine, stupid! Architektur ist öffentlicher Raum, und von Dir hatte ich nur ´n Arsch auf der Linse!) Ich verwette ein bescheidenes Monatsgehalt: Auf Facebook gibt diese Person im Klarnamen alles von sich preis…

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Kommentare

  • fjck  On Oktober 26, 2011 at 00:49

    by the way. musste am wochenende an dich bzw diesen blogpost denken, als ich unterwegs war um ein paar plakate mit der kamera zu dokumentieren.
    kaum hatte ich ein foto gemacht, kam so ein prolet angeschoßen und pampte mich blöde an, was ich da machen würde und warum ich seine dönerbude fotografieren würde.
    wahrscheinlich hatte er irgendwo was von google streetview, recht am bild, oder datenschutz gelesen, wohl aber eher bei rtl gesehen.

    ich bin dann leider in solchen momenten im viel zu baff um da schlagfertig was vernünftiges zur frage nach der straßenfront und dem öffentlichen raum zu erwidern.

    hgfjck

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