Haug über Kunst und/oder Kultur

Mit dank an burks. na, ich hab ja demnächst Geburtstag…

Guckstu:

Dieter Bartetzko hat diese Instrumentalisierung in der FAZ auf den Punkt gebracht, als er feststellte, angesichts der griechischen „Schulden-Tragödie“ und der europäischen Krise kennten Politik und Medien „die Antike nur als Lieferant von Parolen. Ansonsten gilt für sie […]: „Sei schön und halt den Mund.“ Das lässt sich aufs Kulturelle schlechthin anwenden. Kultur in diesem Sinn, das ist die gute Miene zum bösen Spiel. Darum lassen Staat und Kapital auch etwas für sie springen.

„Kulturschutz analog zum Naturschutz“

Wollen Sie sagen, alle Kulturförderung sei Kosmetik?

Wolfgang Fritz Haug: Alle gewiss nicht. In einer der vielen geläufigen Bedeutungen ist die Kultur das dem Kommerz Abgemietete, ein Schutzsuchendes, das um den Status der kulturellen Ausnahme fleht, um Kulturschutz analog zum Naturschutz. Für die erhörten Fleher richten Stadt oder Staat oder private Mäzene kleine Kulturschutzgebiete ein.

Freilich muss man die Proportionen beachten. Die FAZ hat das sehr anschaulich getan, als sie vom Gegensatz zwischen der Kunstausstellung im Rahmen der diesjährigen Biennale und den künstlerischen Kapitalanlageobjekten berichtete, die privat in irgendeinem Palazzo ausgestellt waren. Letzteren galten die draußen ankernden Yachten, deren längste 100 Meter maß und dem russischen Oligarchen Abramovitsch gehörte. Im übrigen schlage ich dringend vor, Kunst zu sagen, wenn man Kunst meint, und nicht Kultur. (meine Hervorhebungen)

So wollen wir das haben. Klingt sehr verlockend…

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Kommentare

  • ziggev  On September 12, 2011 at 09:49

    Darf ich Dein, hartmut, Schweigen, angesichts des soundsovielten Septembers als Kommentar auffassen ?

    • hf99  On September 12, 2011 at 13:40

      eigentlich nicht beantwortbar, oder? ich wollte in der Tat gestern etwas schreiben, und zwar, wie es sich gehört an einem Tag, der Getötete thematisiert, über getötete Menschen. Diese hier zum Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriff_bei_Kunduz
      Aber selbst dafür war ich zu angeekelt. Doppelstandards sind immer schlimm. Doppelstandards in solchem Ausmaß jedoch sind schlicht ekelhaft.

  • ziggev  On September 12, 2011 at 10:05

    dann säßen wir jedenfalls im gleichen Boot. mehr als 200 000 im Irak.

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