Kölner Bilanz

Polizeidirektor Michael Temme berichtete weiter, dass die Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe in Köln zu Beginn des Straßenkarnevals deutlich gestiegen sei. Es seien 22 Sexualdelikte an Weiberfastnacht angezeigt worden. Im vergangenen Jahr waren es neun und davor zehn. Neben der Attacke auf die 27-Jährige wurde eine belgische Fernsehreporterin Opfer, die bei einer Live-Übertragung begrapscht wurde. Weiter überfiel an der Alteburger Straße in der Südstadt ein Mann eine Frau und vergewaltigte sie – der Angreifer konnte flüchten. „Wir führen die gestiegene Zahl darauf zurück, dass sich das Anzeigeverhalten der Opfer deutlich verändert hat.“ Vermutlich sei die Bereitschaft, solche Vorfälle auch tatsächlich anzuzeigen, seit den Vorfällen der Kölner Silvesternacht gestiegen.

Nein, niemand muss mich jetzt loben. Wie gesagt: Kriminologie, 1. Semester, Hellfeld, Dunkelfeld (doppeltes Dunkelfeld), Anzeigeverhalten. Schade, dass Temme nicht die Traute hat, zuzugeben – wissen wird er es ja wohl -, dass das von ihm zutreffend geschilderte veränderte Anzeigeverhalten bereits für die Silvesteranzeigen selber offenkundig einschlägig war. Allein der zeitliche Verlauf der Anzeigeneingänge belegt es. In Köln gab es Straftaten, vermutlich überwiegend durch Antänzerbanden, aber eben keinen Muselsexmob. (Wenn auf dem Oktoberfest alle Szenen solcher Qualität ebenfalls angezeigt würden, hätten wir in München jedes Jahr abertausende von Anzeigen, im deutlich 5stelligen Bereich; allein jede Kellnerin, jede, müsste Tag für Tag Dutzende davon schreiben…deswegen sind die Vergleiche, auf dem ganzen Oktoberfest gäbe es, hähähä, ja nur 28 Anzeigen, so aberwitzig. Die berühmten 28 Anzeigen beziehen sich ‘lediglich’ auf allerschwerste Sexualstraftaten – versuchte/vollendete Vergewaltigung -, und sie beschränken sich auf die Anzeigen, die bei der Wiesenwache eingegangen sind.) Ich schließe inzwischen nichts mehr aus, auch nicht, dass die allererste Polizeimeldung aus Köln – Köln ist immerhin eine Großstadt, und es war immerhin Silvester – sogar halbwegs zutraf. Ich glaube zwar nicht, dass deutsche Polizistinnen und Polizisten durchgängig einen Emmy-Nötherschen oder Albert-Einsteinschen Intelligenzquotienten aufweisen…aber für so saudumm, dass 200 anwesende Polizisten es alle miteinander stundenlang nicht merken, wie ein Sexmob über die Kölner Domplatte rast…für so saudumm halte ich nicht einmal unsere Polizei.

Inzwischen liegen erste Belege über Fake-Anzeigen aus der Silvesternacht vor. Auch das war zu erwarten. Zunächst einmal sowieso und überhaupt – jeder öffentlich verhandelte Kriminalfall lockt die Spinner, Trittbrettfahrer und Wünschelrutengänger an, das muss man einfach sportlich sehen, das ist einfach so, das meine ich null böse und hat mit Derailing nichts zu tun. Dann aber auch, weil wir seit Monaten, schon vor Silvester, beobachten konnten, wie Pegida-nahe Kreise falsche Berichte über Sexualstraftaten durch „Flüchtlinge“ lancieren; zT mit gefälschten bzw falsch zugeordneten Bildern. Belege brachte ich. Bekanntlich betraf das ja auch die Kölner Silvesternacht selber: Da man reale Videos über den Kölner Muselsexmob nicht präsentieren konnte (Videos, die es in der Tat hätte geben müssen, sollte dieser Sexmob realitär agiert haben), log man einfach ein Video vom Tahrir-Platz zur Kölner Silvesternacht um. Wider besseres Wissen übrigens. Göttlich war der sich selbst entlarvende Kommentar eines Pegidafritzen: Er empfände dieses Video nicht als Fake, denn „die“ würden das ja auch in Deutschland tun. Es wäre ein Wunder, wenn Pegida-Kreise ausgemacht auf den Kölner Silvesterzug nicht aufgesprungen wären…nachdem sie schon monatelang nachweisbar massiv Straftaten, am liebsten Sexualstraftaten „durch Flüchtlinge“ herbeigefaked und herbeigefälscht haben.

In Köln hat es Straftaten gegeben, sicherlich auch schwere. Höchstwahrscheinlich durch kriminelle Gruppen/Banden, die übrigens, seltsam genug, seit Jahren polizeibekannt sind.

Einen affenartig grunzenden, 1.000köpfigen Muselsexmob, der stundenlang ein Haberfeldtreiben gegen blonde deutsche Frauen durchexekutiert hat, hat es nicht gegeben.

Genau dieses Mem aber ist in der Welt und wird dort bleiben. Die AfD feiert einen ab – von Alice Schwarzer aufs Absurdeste unterstützt -, und die Humanität muss sich wieder einmal ausweisen, wird als Volltrottel vorgeführt, ist in der Defensive, muss stottern, stammeln, erklären. Das ist die wahre Kölner Bilanz, und ich werde das Gefühl nicht los, dass einige das auch ganz genau wissen und so sogar gewollt haben.

 

PS: Christine Kronenberg sagte: „Wegen der Ereignisse in der Silvesternacht sind mehr Frauen bereit, ihr Schweigen zu brechen und Übergriffe anzuzeigen. Das sehe ich als Erfolg“ Das sehe ich ausdrücklich auch so!

“Entführungsopfer” update

Das Mädchen aus Moabit war Mitte Januar für eine Nacht verschwunden. Es gab aber weder eine Entführung noch eine Vergewaltigung, wie die Berliner Polizei versichert – und auch von Flüchtlingen als Tätern könne keine Rede sein. Doch im russischen Staatsfernsehen wird von einer Gruppenvergewaltigung berichtet, die werde aber „vertuscht, um Panik zu vermeiden“.

Mittlerweile kam heraus, dass die Mutter des Mädchens bei „Pegida“ aktiv sein soll.

Jetzt wirds ekelhaft…

 

update:

Übergriffe in Klubs seien bislang nicht als akutes Problem bekannt gewesen, sagte von Kirchbach. Überwiegend verhielten sich die etwas mehr als 3000 in der Stadt untergebrachten Asylbewerber “ordentlich”, “schwarze Schafe” gebe es überall. Polizeisprecherin Laura Riske bestätigte dies, von sexuellen Übergriffen durch Ausländer in Klubs sei ihr nichts bekannt. “Diebstähle gibt es immer mal wieder”, so Riske, die Täter seien aber meist unbekannt und nicht zwingend Ausländer.

Auch der Gaststättenverband Dehoga teilte mit, Baden-Württembergs Gastronomen hätten bisher nur selten Probleme mit Ausländern gehabt. Die der Organisation bekannten Fälle ließen sich an einer Hand abzählen, sagte Dehoga-Sprecher Daniel Ohl der dpa. “Es ist wirklich kein Massenphänomen.” Natürlich werde nicht jede Verstimmung mit Gästen gleich dem Verband gemeldet. Gäbe es allerdings vielerorts Probleme, wüsste Ohl nach eigenen Worten davon. (meine Hervorhebung)

Laut “Badischer Zeitung” sollen in einer Reihe von Freiburger Tanzlokalen zuletzt Frauen belästigt worden sein, es soll sogar eine versuchte Vergewaltigung gegeben haben.

da wird einem so langsam Bange.

Wenn es eine organisierte Fake-Kampagne zur “Erzeugung” möglichst hoher Ausländerkriminalität durch Pegida-nahe Kräfte gibt, schließe ich nichts aus, gar nichts…auch nicht, dass die erste Meldung der Kölner Polizei schlicht zutraf. (Man vergl noch einmal Regina Schlehecks Beobachtung und kontrastiere mit der Zahl der Anzeigen, die immer noch eintrudeln und sich der 1.000er-Marke nähern – also, denn genau das wird suggeriert, alle 15 Sekunden eine schwere Sexualstraftat, was so einfach nicht gewesen sein kann.)

 

Finde den Fehler

Und hier für unsere Rätselfreunde wieder eine Ausgabe unserer beliebten Reihe “Finde den Fehler!” Wie immer haben wir kleine Verständnishilfen eingebaut.

Es ist schon wieder passiert: Die deutsche Polizei hat eine entscheidende Schlacht verloren. In der Silvesternacht wurden über 500 Frauen vor dem Kölner Dom von einem Mob hauptsächlich arabischer und nordafrikanischer Männer sexuell erniedrigt und ausgeraubt. Unter den Augen der Polizei. Die Beamten mussten mit ansehen, wie Frauen von Männern umringt und begrapscht wurden, sie hörten ihre Hilferufe. Aber die Schutzmänner konnten die Frauen nicht beschützen. Sie waren einfach zu wenige. Etwa 250 Polizisten trafen auf über 1000 Männer.

(…)

Dass die Polizei die vielen vermeintlich kleinen Straftaten nicht mehr verfolgt, ist nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. Auch dafür ist die Silvesternacht von Köln ein erschreckendes Beispiel. Entscheidend waren nicht allein die Fehler der Polizei am Jahresende, sondern die vielen Fehler des Systems der Strafverfolgung im gesamten Jahr davor. Über viele Monate machten Banden von Taschendieben mehrheitlich aus Nordafrika in der Kölner Innenstadt fette Beute. Taschendiebe zu schnappen und ihnen die Taten gerichtsfest nachzuweisen, erfordert einen enormen Ermittlungsaufwand. Darum werden die Diebe nur selten verfolgt und fast nie gefasst. Taschendiebstahl hat die niedrigste Aufklärungsquote aller Delikte in der Kriminalstatistik.

 

Sexmob oder Taschendiebe? Mag Stern-Online sich da mal entscheiden? Übrigens: Interessant, dass die magnetische Zahl  1.000 sich auch hier immer noch findet, obwohl längst widerlegt.

Lobo über Dummheit

Eine der simpelsten gedanklichen Verknüpfungen, die Kausalität, misslingt regelmäßig. “Es regnet, weil die Straße nass ist”, in den digitalen Fußgängerzonen fände man Aberhunderttausende, die diesen Satz nicht nur unterschreiben, sondern gleich zur Bundestagspetition ausformulieren würden, inklusive der Forderung, Regen zu verbieten und die Straße abzuschieben. Wie soll man mit Leuten, die mit dem Wörtchen “weil” unzusammenhängenden Quark zur Pauschalbehauptung verbinden, über komplexere Themen diskutieren? Die Antwort macht mich fertig, denn sie lautet: gar nicht. Es geht nicht.

Es fehlt auch jedes Gespür für Verhältnismäßigkeit. Wie kann man ernsthaft von “Merkel-Diktatur” sprechen, weil einem zwei Regierungsentscheidungen nicht passen? Wer solche absurden Fantastereien ohne jeden ernsthaften Beleg rausknötert, katapultiert sich selbst aus der Sphäre, in der politische Diskussionen stattfinden. Hinein in das Donald-Trump-Universum, in dem ein dumpf bauchgefühlter Halbsatz mehr gilt als 3000 Jahre Zivilisationsaufbau.

Ich werde nicht groß widersprechen.

 

Charchira über Jugendliche aus dem Maghreb

Wirklich lesenswert. Und wie immer ist alles ganz anders.

Charchira: Ihre ersten Opfer suchen sich diese straffälligen Jugendlichen immer in der maghrebinischen Gemeinde, in die Altstadt oder zum Hauptbahnhof ziehen sie später. Und wenn sich ein Landsmann gegen Übergriffe oder Diebstahl wehrt, bekommt er das hart zu spüren. Neulich erst haben sie das Café eines Marokkaners im Stadtteil Bilk, der eine Gruppe vor seinem Laden vertreiben wollte, mit Ziegelsteinen beworfen.

SPIEGEL ONLINE: Greift die Polizei nicht ein?

Charchira: Die betroffenen Anwohner haben jedenfalls das Gefühl, dass man sie alleine lässt. Manche glauben sogar, die Polizei verfahre nach dem Motto: “Lass die Ausländer das mal unter sich ausmachen!”

Das will ich in Einzelfällen nicht einmal ausschließen.

Fakes und anderes (update)

Nachdem uns schon ein Tahrir-Platz-Video als authentisches Kölnmaterial (Altersverifikation oder Umgehung nötig) angedient wurde, versuchen  interessierte Kreise, mutmaßlich Pegida-nah, jetzt ein weiteres Mal, Wirklichkeit und ihre Wahrnehmung zu steuern. Beim “Köln”-Video lese ich auf youtube einen entlarvenden User-Kommentar von “TVAngelus”:

Sehe ich nicht als echte Fälschung an. Diese Typen sind jetzt bei uns und benehmen sich genau so.

So denkt man sich das also. Spekulationen, einige der Kölner Anzeigen seien Fake-Anzeigen, um die Zahl hochzujazzen, sind nach aller kriminologischer Erfahrung ohnedies nicht abwegig (selbst bei “ganz normalen”, unpolitischen Fällen von Kriminalität kommt es, sobald öffentliche Aufmerksamkeit da ist, fast immer zu Tritbrettfahrer- und Wichtigtuereien); solche Fake-Versuche verstärken den Verdacht.

Dagmar Dehmer und Andrea Dernbach haben diesen ja relativ naheliegenden Verdacht in ihrem ohnedies interessanten Beitrag ebenfalls ausgesprochen und werden dafür jetzt ziemlich zwischen genommen. Warum eigentlich?

Update: Hier ein weiterer Fake-Versuch; die abgebildete Dame ist in Wahrheit Südafrikanerin und wurde in Südafrika Opfer eines Raubüberfalls. Interessant, dass – siehe auch oben TVAngelus – das Foto sowie die Überschrift (sic!) selbst dann bleiben, wenn der Fake als solcher nicht mehr zu verschweigen ist:

fake1

Da Pegida-nahe Protagonisten schon vor Köln immer wieder eifrig gefaked haben, Köln zugleich eine Pegida-Hochburg ist, zudem Trittbretfahrer schon bei “normalen” Kriminalfällen Tagesgeschäft sind, ist die Vermutung nun wirklich nicht allzu gewagt. Das bedeutet nicht, in Kölle sei gar nichts passiert.

Fischer über Köln

Thomas Fischers Kolumne ist sowieso immer Pflicht – heute aber erteile ich Lesebefehl. Inzwischen gibt sogar die Polizei z. B. in Pirna zu, dass der öffentliche Hype selbstverständlich das Anzeigeverhalten beeinflusst – kriminologisch ist auch nichts anderes zu erwarten gewesen, und wer das Derailing und Abwiegeln nennt, hat schlicht keine Ahnung. (Für die, die es nicht wissen: Das bedeutet nicht, dass die sozusagen “ausnahmsweise” angezeigten Taten realitär nicht statt gefunden haben – es bedeutet aber, dass die Zahlen, die ja auf angezeigten Taten beruhen, dadurch im Vergleich mit anderen Massenveranstaltungen systematisch nach oben verzerrt werden. Das ist nun wirklich Statistik 1, sorry. Und das wissen die akademisch ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter z.B. in den Ministerien natürlich auch ganz genau.)

Auch Fischers folgende Bemerkung hat nichts mit Derailing zu tun, sondern dem Wiedergewinnen von Maßstäben und Proportionen:

Zum Beweis hier ein Bericht der örtlichen Presse über einen sicheren und friedlichen Freudentag im Zülpicher Viertel, Köln 2014:

“Die Beamten haben insgesamt 43 (88) Platzverweise erteilt und 47 (39) Personen in Gewahrsam genommen (Vorjahreszahl in Klammern). Die Polizisten leiteten 55 (46) Strafverfahren, unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten, Sachbeschädigung, Taschendiebstahl, Raub und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ein. 18 (9) Straftäter wurden festgenommen.” Nun gut, später entwickelte sich die Sache: “Zu vorgerückter Stunde und mit steigendem Alkoholpegel stieg die Zahl der Straftaten wie Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Beleidigungen an.” Aber insgesamt eine rundum schöne Bilanz: “‘Die Polizei sorgte durch konsequentes Einschreiten und sichtbare Präsenz für Sicherheit’, bilanzierte Einsatzleiter Polizeirat H.”

Man kann also, verehrte Araber, auch anders. 55 Strafverfahren, 18 Festnahmen, ein paar Dutzend Raube und ein paar Hundert Körperverletzungen an einem fröhlichen Karnevalstag in einem einzigen Kölner Stadtviertel (meine Hervorhebung!, hf)

Zur wiederholten Klarstellung: Am Kölner Hauptbahnhof hat es offenkundig Straftaten in einem nicht unerheblichen Ausmaß gegeben. Daran gibt es nichts schön zu reden; warum auch, für wen auch. Die Schilderungen der Opfer – etwa hier und hier – sind ekelhaft anzusehen. Auch ich wünsche natürlich, dass die Täter dingfest gemacht und aus dem Verkehr gezogen werden.

Aber “so noch nie dagewesen”, vertierter, 1000köpfiger Flüchtlings-Sexmob, tagelang internationale (!!!) Schlagzeilen, inklusive Frontpage bei der New York Times (sic!)…das war absurd. Solche Opferinterviews kann man, wenn man (Mann? Frau? Frau Schwarzer?) denn will, nach jedem Karneval machen. Und als Hamburger sage ich: Nach jeder wilderen Kiez-Nacht, etwa zum Hafengeburtstag, auch. Aber Alice will hier wohl nicht mehr ran an’ S-peck.

Ja, auch ich möchte einen Untersuchungsausschuß. Ich möchte wissen, wer uns belogen hat und warum. Wer hat dafür gesorgt, das eine zweifellos ziemlich widerwärtige Sylvesternacht, die verlief, wie so viele “Party”-Nächte leider verlaufen, zur Ausnahme gelabelt wurde, zur Nacht ohne Beispiel, zur Bedrohung für jede deutsche Frau? (Regina Schleheck ist ausgenommen, aber die ist ja, wie ich, älter, die zählt nicht. Mag sich Alice um die sexistischen Konnotationen mal kümmern, die dort in den unfassbar hasserfüllten facebook-Kommentaren an den Tag gelegt wurden? Motto: Die olle Kuh Schleheck, die wolle ja keiner von “denen” mehr, die hat natürlich nichts erlebt, denn die hat nix mehr zu bieten, deren Brüste hängen schlaff. Wird Alice übernehmen?) Ja, ich möchte einen Untersuchungsausschuß.

Natürlich nutzt es nichts mehr. Denn die Erzählung ist lanciert, das Mem in der Welt. Vertierte, 1000köpfige nordafrikanische, äh, syrische, äh, jetzt doch nordafrikanische Horden vergewaltigen unsere blonden Frauen. Karneval, Oktoberfest, Hafengeburtstag – alles läuft postmodern/Feministisch/Butler-kompatibel ab, aber wehe, wenn der Musel-MANN kommt… Wer jetzt noch genaue Recherche einfordert, andere Perspektiven einnimmt, ist ein widerlicher Gutmensch, der die Opfer verhöhnt. Verhöhnt man die sehr realen Opfer nicht vielmehr dadurch, dass man sie politisch vernutzt?

Der politische Schaden ist da, „die Spaltung gelungen“, wie mir André Tautenhahn schrieb, und Pegida und AfD sind im Dauerpartymodus. Dass sie das mit Alice Schwarzers Segen sind, könnte man sogar schon wieder spaßig finden, wäre es nicht so ernst. “Emma” lallt heute und jetzt noch (Screenshots are taken) wahrheitswidrig vom “Terror” und davon, dass es “bis zu tausend Männer gewesen sein (sollen)” – sogar die Kölner Polizei hat die Zahl der mutmaßlichen Täter inzwischen drastisch nach unten korrigieren müssen.

Köln again… (update)

Regina Schleheck war Silvester mittendrin am Kölner Hauptbahnhof. Drei Stunden stand die Leverkusenerin in der Menge. Auf Facebook postete die 56-Jährige, dass die Männer sich ruhig, achtsam und schützend verhalten hätten. Darauf folgte ein Shitstorm, der „unter die Gürtellinie“ geht, erzählt sie im Interview.
WDR: Wie haben Sie die Silvesternacht am Hauptbahnhof erlebt?
Schleheck: Es war eine ziemliche Ausnahmesituation. Der Bahnhof war eine ganze Weile gesperrt und es fuhren nur noch vereinzelt Züge. Im Bahnhof war ein ungeheures Menschenaufkommen. Ich kam von der Breslauerplatz-Seite rein und war da sehr lange in einem Pulk gestanden. Es wurde keiner mehr auf die Bahnsteige gelassen. Da war eine ungeheure Menge, insbesondere von Männern, die offensichtlich arabischstämmig waren. Ich konnte sie nicht genau zuordnen und auch die Sprache nicht verstehen. Ich war alleine unterwegs und es waren sehr wenige Frauen da. Das war schon eine etwas beängstigende Situation.
WDR: Wurden Sie belästigt und bestohlen?
Schleheck: Überhaupt nicht. Ich habe eine sehr gegenteilige Erfahrung gemacht. Die Männer sind sehr vorsichtig mit mir umgegangen und haben sich eher bemüht, mich ein Stück weit zu beschützen und die anderen auch wegzuschieben, die einfach durch dieses Massenaufkommen an mich rangedrängt wurden. […]
WDR: Ihre Beobachtung haben Sie bei Facebook gepostet. Was ist daraufhin passiert?
Schleheck: Zunächst gab es noch sachliche Kommentare, dann wurden die Stimmen immer empörter. Offensichtlich vermisste man, dass ich deutlicher hätte erklären müssen, dass da auch ganz schreckliche Dinge passiert sind – die ich aber nicht beobachtet habe.

 

wdr via nachdenkseiten

Noch Fragen?

 

update: Rosemarie Martin kommentiert Regina Schlehecks Facebook-Posting:

Kann ich nur bestätigen, meine Tochter und ihre Freundin waren im überfüllten Zug nach Köln, alles war friedlich, sie wurden nicht belästigt….aber auch hier ist wieder zu erkennen, daß man sogar angegangen wird, wenn man etwas positives zu bemerken hat

Kecker Bursch

Noch Fragen? (Vom falschen Akkusativ abgesehen…)

Köln, zusammengefasst

Immer dann, wenn mit viel Empörungs-Bassa-Manelka (und noch mehr Empörungs-Bassa-Teremtemtem) Politik gemacht wird, ist es Zeit, Fragen zu stellen.

Zunächst einmal – denn wir leben in Deutschland, da muss man den Disclaimer immer brav mit dazu sagen:

Ich bestreite mit keinem Wort, dass es Sylvester 2015/16 zu widerwärtigen Szenen gekommen ist, insbesondere zu Angriffen auf die körperliche Integrität von Frauen, die zum Teil sexuell, zum Teil materiell, zum Teil gemischt motiviert waren. Das war seit eh so, macht die Sache aber nicht schöner. Falschbeschuldigungsdebatte hin, Falschbeschuldigungsdebatte her – eine (meistens junge/jüngere) Frau, die aufgelöst und mit zerrissenen Kleidern noch in der Tatnacht eine Vergewaltigung/einen massiven sexuellen Übergriff angezeigt hat, wird das auch so erlebt haben. Die Falschbeschuldigungsquote dürfte hier im Promillebereich liegen; vernachlässigbar. Übrigens: Die Anzeigebereitschaft bei Vergewaltigung/massiver sexueller Gewalt beträgt, wenn ich der seriösen Literatur glauben darf, etwa 20-25 % – ist aber bei Vergewaltigung/massiver sexueller Gewalt durch Fremde sicherlich höher. (Die weitaus meisten sexuellen Übergriffe/Vergewaltigung werden bekanntlich im Nah-Bereich des Opfers ausgeführt – und da kommt es, leider, immer wieder zu Hemmungen, den Täter anzuzeigen…weil man die Familie nicht zerstören will etcetc, als ob eine Familie, in der vergewaltigt wird, nicht längst vom Vergewaltiger zerstört wurde.)

Ich bestreite auch mit keinem Wort, dass es – wie und wodurch das auch immer verursacht wurde, wie das auch immer zu interpretieren sei – zunächst einmal signifikant höhere Kriminalitätsraten von Migranten, speziell jüngeren männlichen Migranten, gibt. Die Abweichungen nehmen keine unterirdischen Ausmaße an. Es ist nicht so, dass ein Zehntel der Bevölkerung für die Hälfte der Kriminalität verantwortlich ist, es ist nicht so, dass die Migranten den ehrlichen Deutschen andauernd terrorisieren, Buschkowskys und Sarrazins widerwärtige Suggestionen sind belegbar falsch…aber die Abweichungen existieren. Die bekannte kriminologische Diskussion hierzu – etwa zwischen Christian Pfeiffer und Michael Bock – bleibt offen. Gleichviel: Es gibt innerhalb diverser von Einwanderern ausgeprägter Subkulturen/Communities selbstverständlich auch gewaltbereite, kriminelle Jungmännerbünde – sie stellen selbst innerhalb ihrer Communities die absolute Minderheit! -, und natürlich darf das so fest gehalten werden. Es geht für jede und jeden, die und der an humaner Aufklärung interessiert ist, eben immer um die Frage: Warum ist das-und-das so, wie es ist? Akzeptiert man erst einmal basale Voraussetzungen – etwa: Es gibt kein Deutschen-Gen und kein Türken-Gen, kein Syrier-Gen und kein US-Gen, es gibt nur Menschen und ihre manchmal nicht sehr durchsichtige Art, sich zu verhalten -, akzeptiert man das einmal, so kann es kein Forschungstabu geben.

Dies vorausgeschickt, habe ich mit dem, was uns seit Anfang Januar auf internationaler Ebene (ua New York Times!) medial angedient wird – es habe speziell in Köln, aber auch anderswo, etwa in Hamburg, eine so noch nie dagewesene Gewalt durch einen migrantischen Sex-Mob gegeben, das sei eine neue Dimension, Integration sei wohl gescheitert – folgende Probleme:

1. Nach allen, dinglich allen Erfahrungen der letzten Jahre – Stichwort: Zeitalter des Smart-Phones – müsste es dutzende von youtube-Videos der Vorfälle in Köln und anderswo geben. Es gibt sie nicht. Wo sind diese Videos? Warum existieren sie Stand heute abend nicht?

2. Nach allen dinglich belastbaren Zahlen müssten auf eine spontan und sofort angezeigte (und, wie gesagt, absolut glaubhafte!) Vergewaltigung/einen spontan angezeigten, absolut glaubhaften schweren sexuellen Übergriff maximal – das ist kulant geschätzt – acht nicht angezeigte Übergriffe/Vergewaltigungen/versuchte Vergewaltigungen kommen. Nachdem die angebliche Sexorgie durch die „Ausländer“ medial vermittelt wurde, schossen die „Nach“anzeigen in die Höhe. In Hamburg kommen auf 6 (in Worten: sechs!) reale Anzeigen über 150 „Nach“anzeigen. Einige dieser „Nach“anzeigen werden zweifellos auch real sein, keine Frage, und ich stelle das Leid der Opfer nicht in Abrede. Aber alle? Hier kann es sehr wohl wegen des öffentlichen Hypes zu Verzerrungseffekten gekommen sein, die Kriminologen wohlbekannt sind*.

3. Am 4.1. wurde ein Bericht geleaked – oder eben „geleaked“ -, der (schein?)authentisch dartat, wie sich ein Polizeibeamter so gefühlt habe… Wir wissen inzwischen (mit Dank an die FAZ, denn Dank, wem Dank gebührt!), dass es so nicht gewesen sein kann! Wie kam es zu diesem (schein?)authentischen Bericht? Wer verbreitet da Unwahrheiten und warum?

4. Wir wissen inzwischen oder wollen wissen: Es waren ca. 1.000 Personen vor/am Kölner Hauptbahnhof. Scheint mir, wenn ich mir die einzigen Real-Videos auf youtube so anschaue, auch etwas zu hoch gegriffen. Das sollen 1.000 peoples sein? Aber okay, 1.000 peoples. Zu ihrer, ich sag das mal so, „Bekämpfung“ standen ausweislich offizieller Quellen über 200 top ausgebildete Polizisten zur Verfügung. Top ausgebildete Leute, ausgestattet mit Waffen und dem Gewaltmonopol. Die deutsche Polizei, und das nehme man mir bitte nicht übel, ist nicht bekannt dafür, besonders zimperlich zu sein, wenn „Kameltreiber“ rumzicken. Und die wurden mit den peoples stundenlang nicht fertig?

Die immer intelligenten Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen: ich schließe gar nichts aus. Aber ich möchte die vier genannten Punkte geklärt wissen, bevor ich ins Empörungs-Bassa-Manelka/Bassa-Teremtemtem einsteige.

Der Golfkrieg 1991, der Jugoslawienkrieg 1999 wurden jeweils per Auschwitz legitimiert. Inzwischen hat man den Feminismus als Legitimations-Dummy entdeckt. Anne Frank, Sophie Scholl, Simone de Beauvoir als Legitimationsdummys für Herrenmenschenpolitik…und keinem wird schlecht.

 

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  • update: Ich sehe, ich muss das noch etwas genauer erklären. Es geht um folgendes Phänomen: relativ harmlose Belästigungen werden für gewöhnlich nicht angezeigt, also etwa Szenen wie folgende: “Puppe, gib Küßchen!” – “Piss off, notgeiler Schwanz!” klatsch, es gab ne Ohrfeige, Szene erledigt. Keine harmlose Szene, das nicht, aber gemessen an versuchter oder vollendeter Vergewaltigung eben relativ harmlos. Kommt es zur Anzeige von Szenen solcher Qualität, ist das keine Falschbeschuldigung – die Szene gab es ja. Aber wenn, dank des Hypes, solche Szenen, die aller Erfahrung nach meistens nicht angezeigt werden, nunmehr doch zur Anzeige kommen – was an sich ja richtig ist! -, kommt es eben zu verzerrten Zahlen und dazu, dass man denkt, 15/16 habe es Szenen in einem Ausmaß wie noch nie gegeben. In Wahrheit haben wir “lediglich” realistisch(er)e Zahlen als aus früheren Sylvesternächten.
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