Li Shangyin

Auf Tell ein unfassbar schönes Gedicht Li Shangyins, übersetzt von Raffael Keller. Natürlich kann ich mangels Masse die Qualität der Übersetzung nicht wirklich prüfen, auch, wenn Keller eine Interlinear anbietet. Aber das so entstandene deutschsprachige Gedicht spricht für sich selbst (nach meinem Verständnis literarischer Übersetzungen ist ein übersetztes Gedicht ein neues, eigenständiges Gedicht mit einem einzigen Thema: den Spendertext möglichst präzise, möglichst vollständig in der Zielsprache abzubilden).

Linux-Freaks to the front

Was macht man, wenn man verzweifelt Mint 17.3 (32 und 64 bit), dann Mint 17, dann das neueste Ubuntu installiert und ständig Grafik-Probleme hat? Es krisselt bis zum Absturz… Videos werden abgespielt oder auch nicht. Kein Monitorproblem (mehrere ausprobiert), es hängt offenbar an der Grafikkarte. Da ich bekennender DAU bin, bitte ich darum, im Laienmodus hilfreich an die Hand genommen zu werden. Im Erfolgsfall droht die Zusendung eines Ostseerippers gratis; dies soll die Linuxfreaks aber nicht davon abhalten, zu helfen. Danke.

Akte ‚putt

Ich weiß, es ist nicht zum Lachen, dennoch habe ich schallend losgelacht: Marschners V-Mann-Akte hat also das Hochwasser weggespült. Das glaube ich natürlich sofort. Denn wer das nicht glaubt, ist ein Verschwörungsirrer, ein Fall für die diskurspolitische Psychiatrie. Ach nee, die gibts ja nicht.

Erik Satie (Werbeblock)

Ich bitte auch hier um gefällige Beachtung.

50 .- €, die nicht verloren sind.

…gehört zu Deutschland

Was „gehört“ eigentlich zu „Deutschland“? Wer ist dieses komische „Deutschland“ denn überhaupt? Gehört Hitler zu Deutschland? Offenkundig ja. Schwarzwälder Kirsch? Da sie immer noch gegessen wird: Ja! Gehören „Türken“ zu Deutschland? Ersichtlich ja, sie leben ja hier, im übrigen haben sie sich nicht reingedrängelt, sondern sind hergebeten worden. Ganz komische Sache: Deutsche gehören zu Deutschland, sogar dann, wenn ihre Vorfahren aus Anatolien kamen und nicht aus dem Warthegau. Gehört in China produziertes Plastikspielzeug zu Deutschland? Wenn „Nein“, warum wird es dann importiert? Also „Ja“.

Kurz, alles, was es hier so gibt, „gehört“ zu Deutschland – sogar Lederhosen (eine invented tradition des 19. Jahrhunderts, als man ‚Tradition‘ neu schuf, ähnlich wie der Schottenrock übrigens, der wurde auch im 19. Jahrhundert als angeblich ganz alte Clantracht erfunden) Somit gehören auch hier sozialisierte islamistische Terroristen zu Deutschland, Kukucksuhren, Reclam-Ausgaben postmoderner Texte, der Hamburger Stadtteil Barmbek..ach, es gehört soviel zu Deutschland. Sogar Dummschwätzer, die sich anmaßen, bestimmen zu wollen, wer und was hierher gehört und was nicht, selbst die gehören zu Deutschland. Und ansonsten google man „category mistake“.

Sehr willkommen sind Damen aus Rumänien und Ungarn

Geil. In jeder Hinsicht…

Vögeln (Werbeblock)

Da es nicht für mich ist, schalte ich hier mal einen Werbeblock: Nämlich für das Buchprojekt „Vögeln – eine Philosophie vom Sex“ von Matthias Gronemeyer. Da ich selber bereits subskribiert habe, hab ich ein ganz persönliches Interesse daran, dass das Buch zustande kommt. Leseproben gibt es hier; die Subskription dabei aber nicht vergessen.

Copy-paste-Service für Argumente auf AfD-Niveau

Wollte ich seit einiger Zeit schon einrichten – Den copy-Paste-Service für Wutbürger! Jetzt nimmts mir Kathrin Weßling von den Lippen.

 

Ich darf vielleicht ergänzen:

 

HEY AUFWACHEN LEUTE! WIR WERDEN VERARSCHT!!!!!! ABER SOWAS VON!!!!

 

Meine Tante arbeitt bei Rewe. die sagtdie kommen immeran und klaun und sagen zahlt alles mutti merkel – EY AUFWACHEN BLÖDES DEUTSCHES FOLK!1!!!!11

 

DIE KRIEGN ALLE SMARTPHONES GESCHENKT!!!

 

EY GEHTS NOCH???????

 

Teddybärenwerfer, Bahnhofsklatscher und Gutmenschen (passt zu allen Gelegenheiten!)

 

 

Spott und Lob

Und da ich soeben, wenn auch gutmütig, ein bißchen über Daniel-Pascal Zorn gespottet habe, beeile ich mich hinzu zu fügen, dass ich seit längerem begeisterter Leser seiner Logik-Kolumne bin. Lesebefehl! (Alle Kolumnen hier)

VG Wort – update

Obwohl Jan Drees „Deutschlands wohl präzisesten Dialektiker“ konsultiert hat, geraten ihm und Zorn einige Dinge durcheinander. Drees und Zorn haben alle logischen Fäden in der Hand, dröseln sie aber nicht korrekt auf.

Es geht also um die VG Wort, um deren Ausschüttungen, es geht um Verlage und um Urheber. Was ist ein Verlag? Geben wir mit dem späten Wittgenstein einmal einige Beispieldefinitionen, dann sieht man schon, in welche Schwierigkeiten wir geraten. Ein Druckkostenzuschußverlag ist zum Beispiel ein Verlag. Random House mit diversen Erfolgsautoren (=relativ verläßlicher Umsatz) ist einer. Schulbuchverlage (mit relativ sicher planbarem Absatz) sind welche. Und junge, kleine Literaturverlage, die alles auf eigene Rechnung, eigenes Risiko betreiben und junge Autorinnen, junge Autoren fördern sind auch welche. Da haben wir schon mal ein erstes Problem. Ganz offenbar verführt der Begriff Verlag zunächst dazu, scheinbar nicht Vergleichbares zu vergleichen, nicht Identisches ineins zu setzen. Hier will Drees offenbar „differenzieren“. Fragen wir uns aber, ob es so etwas wie eine „Familienähnlichkeit“ zwischen allen Verlagsspielarten gibt: natürlich gibt es sie. Alle Verlage verdienen Geld damit (oder wollen oder müssen das), Literatur an den Mann zu bringen – von der fröhlich-vorhersagbaren Arztschnulze als Heftchenroman bis zur erregenden Neuübersetzung von Proust oder dem mutigen Debut einer Jobberin.

Mit dem Urheber sieht es nicht anders aus. Urheber – Drees zitiert Hagner völlig zu Recht – sind verbeamtete Professoren, deren Schreibarbeit (Forschung und Lehre sind ja ihr Auftrag, dafür werden sie bezahlt) bereits vom Steuerzahler durchfinanziert ist, und die Jungautorin, die sich ihren Erstling erkellnert hat. Kleiner Unterschied!  Aber auch hier gibt es natürlich Überschneidungen: Prof Dr. X und Jungautorin Y haben tatsächlich das jeweilige Werk als sog. geistige Urheber zu verantworten.

Wir bekommen die Sache besser in den Griff, wenn wir untersuchen, warum die VG Wort Geld ausschüttet. Weil ein Urheber ein Werk geschrieben hat? Nein (sonst hätte ich auch gerne ein bißchen Geld, ich schreibe auch ständig Werke, eins nach dem anderen…). Sondern: Weil ein von einen Urheber verfasstest, vom Verlag lektoriertes, veröffentlichtes und beworbenes Werk im Markt einen gewissen Erfolg generieren konnte.

Auf den Punkt gebracht: Joyce ist meinethalben alleiniger Urheber des „Ulysses“ (selbst das kann man mit sehr guten Gründen bestreiten, da der „Ulysses“ ja ohne die lange literarische Tradition Europas nicht denkbar ist, da andere Joyce´  Bildung bezahlt haben, Joyce literarische Diskussionen mit anderen führte etcetc, aber gut). Er ist jedoch allemal und unstreitig nicht der alleinige Urheber des Erfolgs, den der „Ulysses“ im literarischen Feld an den Tag gelegt hat! Dazu braucht es, und zwar essenziell, einen Verlag, eine Publikation, eine Veröffentlichung, und nicht zuletzt Buchhändler, die den Roman bevorraten oder bestellen.

Die Ausschüttung der VG Wort beruht nun, auch das ist unstrittig, auf dem wie auch immer meßbaren Erfolg des Werks am Markt. Das mag man degoutant finden, es ist so. Und insofern ist die bisherige Ausschüttung angemessen gewesen. Denn Urheber im sozialen und kulturellen Sinn, zumindest Urheber des Erfolgs, ist eben nicht nur der Autor.

Nach meinem Dafürhalten liegt der Denkfehler des Gerichts – dem es aber wohl kaum entgehen konnte – im kulturell tief verankerten, fehlerhaften Urheberbegriff, der immer noch nicht über das Originalgenie des deutschen Sturm und Drang hinaus gekommen ist – eine recht dumpfe, idealistisch verbrämte Projektion des Eigentumsbegriffs („ist meins, meins, meins“). Beim Patent- und Markenrecht haben wir eine ähnliche logische Schiefstellung, die gleichfalls unserem fatalen Eigentumsbegriff geschuldet ist und die sich in ganz analogen idealistischen Projektionen vom genialen Daniel Düsentrieb in seiner einsamen Forscherklause ausdrückt. Juristisch war da vielleicht nichts anderes drin, ich werfe das den Richtern gar nicht vor. Das bedeutet aber nicht, dass ich ihre Argumente mitmachen muss. Hier wäre eine gesetzliche Regelung vonnöten, die berücksichtigt, dass Werke das Ergebnis sozialer Interaktionen sind…und niemals (das galt nicht einmal für Kafkas Werk) in einsamer Klause entstehen.

 

update: mein Freund Matthias Gronemeyer macht mich auf facebook darauf aufmerksam, dass die VG Wort ja sozialverträglich ausschütte, „Erfolg“ es so also nicht treffe. Stimmt natürlich, war ungeschickt ausgedrückt. Am Kern des Arguments – die VG Wort honoriert nicht ein Werk, sondern ein von einem Verlag unter Kosten am Markt platziertes Werk – ändert sich aber nichts. Matthias Gronemeyer möchte sich diesen Mechanismen nicht mehr aussetzen, sondern geht für sein neues Buch „Vögeln – eine Philosophie vom Sex“ neue Wege.

 

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 80 Followern an