Trist

Elisa Gutsches deprimierende Darstellung sächsischer Verhältnisse. Trist. Und zutreffend – ich selber bin auch häufiger in Sachsen; meine Eindrücke decken sich mit ihren bis ins Detail. Klick Und Brähmig fällt nichts besseres ein, als mit dem begriff Sippenhaftung herum zu hantieren.

In defence of Albrecht Müller (???) (update 2)

Ganz offenkundig habe ich mich unverständlich ausgedrückt. Deswegen in Kürze:

Dieser Blog für die intelligente Frau und den intelligenten Mann warnt seit eh davor, den pawlowschen Diskursreflexen und Gegenreflexen aufzusitzen. „X sagt aber dasselbe…“ (X ist meistens Goebbels oder Stalin) ist kein Argument. Böswillige Missversteherei ist kein Argument. Motivunterstellungen sind kein Argument. Und Denunziationen sind es schon gar nicht. Die gesamte öffentliche Unterredung ist in einem erschreckenden Ausmaß vergiftet durch gehässige Unterstellungen, durch Images, Projektionen, manchmal auch schlichte Lügen.

Albrecht Müller hat alles Recht der Welt, sich zu unterhalten, mit wem es ihm beliebt. Ihm daraus etwas drehen zu wollen, ist tatsächlich irgend etwas zwischen albern und schäbig.

Eine ganz andere Frage wäre die, ob Müller allen Ernstes glaubt, Leute wie KenFM und Elsässer, im weitesten also Querfrontereien in der Tradition obskurer “national-bolschewistischer” Ideen zwischen links und rechts, würden politisch etwas eröffnen. Dazu habe ich mich vor Monaten schon geäußert: Ich halte eine solche Querfront aus sehr guten Gründen für Aberwitz. Insbesondere halte ich eine Rehabilitierung sog. ethnischer, also völkischer Kriterien, in welcher Form auch immer, für grotesk. Völkische Identitäten sind das große Unglück dieser Welt; nichts hat diese Welt nötiger als deren Überwindung.

Turnhalle brennt

In Nauen ist eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge Menschen ausgebrannt.

Es wird wieder Tote geben.

undeutscheste Typen

Na gut, Gabriel hat sich von jedem rechten Demonstranten, jeder rechten Demonstrantin die Pässe zeigen lassen und stellt erleichtert fest (warum wäre das eigentlich eine Erleichterung!): ganz undeutsch. “Undeutscheste Typen” radebrecht er sogar und weiß nicht, dass man diskrete Zustände nicht steigern kann.

Derweil entstellt sich der Haß auch hier in Barmbek zur Kenntlichkeit. Muss der ein tristes Leben haben – oder ist es eine “sie”? In gerader Rede natürlich uninteressant, in jeder Hinsicht (halt der übliche Ressentiment-Brei), als Dokument jedoch bezeichnend.

eigentlich eine tolle Sache…

Wie gesagt: Eigentlich ist Kapitalismus eine tolle Sache. Aber derzeit ist er dabei, sich selbst zu zerstören.

Auf so einen grotesken Slapstick muss man aber auch erst einmal kommen…

Die Krise war nie weg, und sie hat auch nichts mit schwächelnden Schwellenländern zu tun (mit Griechenland, dessen Wirtschaftsleistung vernachlässigbar ist, schon gar nicht), sondern drückt jene massiven Ungleichgewichte aus, die dem Kapitalismus essenziell innewohnen. Man muss nicht einmal “Marxist” sein – was immer das sei -, um zu begreifen: Ein Wirtschaftssystem, in dem so gut wie sämtliche Überschüße nach oben durchgeschossen werden (die Quote “die reichsten 5 % versus den Rest der Welt” nimmt inzwischen aberwitzige Formen an), während die letzte, abgehängte Milliarde immer noch regelrecht hungert, ist schon lange aus dem Ruder gelaufen.

Fast schon rührend schreibt Sibylle Berg, die es von Herzen gut meint:

Es scheint, als hätten einige Mitglieder der aktuell noch herrschenden Klasse – Politiker, Wirtschaftsvorstände, Aufsichtsratsvorsitzende, Chefs von Energiekonzernen, Waffenhersteller und Dealer – eine Ahnung von der Veränderung, als röchen sie ihren Untergang. Das Ende des umjubelten Wachstums, das alles zum Explodieren bringt, das Ende des Patriarchats, das Ende des Neoliberalismus, das wittern sie.

Und deshalb wollen sie so viele Menschen wie möglich mit in den Abgrund reißen. Schnell noch mal so richtig Scheiße bauen. Ein paar Endlager errichten, ein paar alte Atomkraftwerke weiterlaufen lassen, größere Autos bauen, Wiesen zubetonieren, Grundwasser vergiften, ein paar gute Entscheidungen revidieren, ist doch egal, was die nach uns machen.

Ach Mensch, Sibylle. Weißt Du denn nicht: Its a feature, not a bug?

Der Kapitalismus lebt u.a. vom Appell an den schamlosen Egoismus des Einzelnen. Ein solcher Appell hat weiterhin und bis auf weiteres Chancen auf Gehör. Solange die Mittelklasse in den Machtzentren der Welt halbwegs bei Laune gehalten wird, wird der Laden weiter laufen. Ich hab das auch erst lernen müssen: Es gibt keine Revolution “aus Moral”. Moral (als Ist-Zustand des moralischen Bewusstseins verstanden) ist flexibel, weil ihre einzige Aufgabe darin besteht, das Selbstbild des Betreffenden mit den herrschenden Verhältnissen abzugleichen. Revolutionen gibt es immer erst dann, wenn es auch dem selbstzufriedenen Mittelstand, der sich für gewöhnlich mit dem Trostpreis zufrieden gibt, selber an den Kragen geht. Und welche Richtung diese Revolution dann einschlägt, ist völlig offen.

Feiglinge!

Ein vertrauliches Papier des Landesrechnungshofes sorgt für Zündstoff. Darin enthalten: Die Warnung vor Finanz-Risiken bei der Olympiabewerbung. Doch nun rudern die Finanzkontrolleure zurück.

Feiglinge!

Im Übrigen brauchte es den Rechnungshof nicht, um das festzustellen, was jede/r Denkfähige jenseits IQ 69 (ab IQ 70 nimmt ein Stück Brot bekanntlich selbständige Denktätigkeit auf) wusste und weiß: Dass die Städte, die es trifft, seit Jahrzehnten vom IOC systematisch ausgeplündert werden. Denn:

Besonders scharf kritisiert der Rechnungshof den Gastgeberstadtvertrag (“Host-City-Vertrag”), den Olympiabewerber wie Hamburg mit dem IOC abschließen. Der Vertrag regelt den Ablauf, die Planung und die Finanzierung der Spiele und wird immer wieder als “Knebelvertrag” kritisiert, in München war die Olympiabewerbung für 2022 unter anderem deshalb gescheitert, weil die Bürger diesen Absprachen misstrauten. Denn der Vertrag erhält zahlreiche Zusatzklauseln, die Bewerberstädte müssen weitreichende Garantien übernehmen. “Die sich hieraus ergebende, nahezu vollständige Verlagerung aller Risiken, insbesondere auch der Haftungsrisiken, auf die Freie und Hansestadt Hamburg führt zu einer deutlichen Unausgewogenheit von Leistung und Gegenleistung”, heißt es beim Rechnungshof. Die mit Abgabe einer Bewerbung verbundene Verpflichtung der Gastgeberstadt dürfe nicht bedeuten, dass der Vertragsinhalt einseitig und unverhandelbar vom IOC vorgegeben wird.Sabine Lafrentz von der Volksinitiative Stop Olympia sagte dazu: “Dieses Papier bestätigt unsere Kritik, dass am Ende die Hamburgerinnen und Hamburger die Zeche zahlen, und es verdeutlicht, dass die Bedenken des Rechnungshofs sehr ernst zu nehmen sind.” Kollege Horst Domnick ergänzte: “Vor dem Hintergrund der Äußerungen des Rechnungshofes bleibt nur die Konsequenz, sich direkt an die Seite von Boston zu stellen und die Bewerbung ohne Referendum zurückzuziehen.”

Ich will dem Landesrechnungshof nicht zu nahe treten (doch, will ich…!): Im Grunde bedarf es für eine solche goldrichtige Schlußfolgerung keiner Expertise. Das weiß alle Welt. Man rufe einfach mal in Montreal an…

Ist sozusagen die Kleine Variante von TTIP: Verträge werden geheim ausgehandelt (das Fehlen jeder Öffentlichkeit ist Bestandteil dieser Verträge; Herstellen von Öffentlichkeit könnte ggfls gar Schadensersatz begründen…müssen die Angst haben!), Haftungsrisiken werden denen zugeschoben, die prinzipiell – eben wegen der festgelegten Geheimhaltung – keine Chance hatten, vorab demokratisch zu entscheiden, ob sie das wollen oder nicht.

Ich weiß nicht, ob Olympia nach Hamburg (kleines Problem) oder TTIP in die Welt (riesengroßes Problem) kommt – ich weiß nur eines: Bei beiden Entscheidungen wird es sich, wenn sie jeweils im Sinne der derzeitigen Machtelite getroffen werden, um postdemokratisch legitimierte Entscheidungen handeln. Also um Entscheidungen im Hinterzimmer, denen eine schein-demokratische “Legitimation” zugelogen wird. Ich mache jetzt schon klar, dass ich mich an solche “Legitimation” nicht gebunden fühle. Warum sollte ich.

Im Volksentscheid am 29. 11. (bei allen Problemen hier in Hamburg rund um Volksentscheide überhaupt) bitte vorsorglich Rotwein einschenken und Amy Winehouse hören. NOLYMPIA!

beste Aussichten

Auch diese personellen Konstellationen lassen für die Olympiabewerbung von Hamburg das Schlimmste befürchten. Im Vergleich dazu sind die Franzosen, die mit Paris klarer Favorit auf die Sommerspiele 2024 sind, zunehmend besser aufgestellt.

Läuft!

Weiter so!

Interessantes Interview

Es ist naiv zu glauben, dass sich die Situation mittels abgeriegelter Grenzen lösen ließe. Überhaupt ist die Idee, Migration kontrollieren oder einschränken zu wollen, absurd. Es gibt Menschen, die rennen um ihr Leben. Und keine Grenze der Welt wird sie in ihrer Todesangst aufhalten. Dann gibt es jene, die losgeschickt werden, um der Familie oder der Gemeinschaft ein besseres Leben zu ermöglichen. Diese Leute haben oft jahrelang Geld gespart. Das Überleben vieler Menschen hängt von ihnen ab – sie werden sich ebenfalls von keiner Grenze stoppen lassen. Was in der Zukunft noch zunehmen wird, ist Auswanderung aufgrund sich verändernder Umweltbedingungen. Klimaflüchtlinge. Wir müssen endlich umdenken und Migration als Teil unserer Realität akzeptieren.

Sauber auf den Punkt gebracht!

fefe über “AktivistIn(InIn)enn”

Ich habe ja lange Jahre gedacht, solche Leute müssen von den Geheimdiensten geschickt sein. So unfassbar dämlich, dachte ich mir, kann keiner sein. Das müssen die doch merken, dass sie sich ihre einzige Chance auf Erfüllung ihrer Forderungen kaputtmachen! Aber dann habe ich mich mit ein paar solcher Leute unterhalten und heute denke ich, dass die wirklich so blöde sind.

Da will ich nach burks aber im Bunde der Dritte sein.

Dieses hochintelligente Blog kümmert sich ja seit Jahren ua um die Frage, warum, um alles in der Welt, “die” linken Strömungen nichts beseres zu tun haben, als sich untereinander zu zerlegen. Gegen diese innerlinke Dummheit rede ich nicht gefühlt sondern tatsächlich seit einem Vierteljahrhundert an. Es ist Sisyphosarbeit. fefes Verdacht hatte ich auch lange. Ich weiß übrigens nicht einmal, ob diese VT so aus der Welt ist. Wäre ich Geheimdienstler mit dem dienstlichen Autrag, die Linke zu zersetzen – ich würde es genau so anstellen: Per Agenda-Setting dafür sorgen, dass sie sich immer und immer und immer wieder selbst zerlegt.

“pädagogisch wertvoll” – pawlowsche Reflexe (Gegenreflexe, Gegengegenreflexe, Gegengegengegen…) – update

Die Debatte rund um den entlassenen 17jährigen Lehrling in Österreich ist wieder einmal “pädagogisch wertvoll” (wie burks es immer nennt), weil sie zeigt, wie eingeschränkt öffentliche Unterredungen ablaufen – man hat da eigentlich immer nur die Wahl zwischen pawlowschem Reflex und Gegenreflex; eine unerquickliche Situation für jede und jeden, die differenzierter kritisieren wollen. Die Stimmen überschlagen sich hüben wie drüben: Da die Sauberkeitserziehung, die ihren Mausanzeiger nicht vom Melde-Button bekommt, sogar den Arbeit”geber” informiert, ohne sich mit den Hintergründen des Falles auseinander gesetzt zu haben. Drüben die, die ihr Plädoyer für menschliche Niedertracht als edlen Kampf für Meinungsfreiheit tarnen. Dieser kleine, kluge, menschenfreundliche Blog hat sich immer schon gegen beide Reflexe verwahrt: Gegen die selbstgerechte Härte ideologischer Sauberkeitserziehung, aber auch gegen jenen billig herbeidesignten Amoralismus, dem man irgendwann einmal erlaubt hat, zwei Seiten Nietzsche zu lesen und der jetzt “wieder Neger sagt, weil das die PC-Spießer so ärgert, höhöhöhö”.

Dies vorausgeschickt: ich fremdele mit dem Antifaschismus, der sich auf den “melde”-Button beschränkt; ganz ehrlich. Vor einigen Wochen habe ich hier Sascha Lobo ordentlich gelobt (guckstu) und muss da nichts zurück nehmen. Aber auch, gerade Lobo dürfte sich unwohl fühlen dabei, dass gegen den irrwitzigen Haß, der sich in likes niederschlägt, nur ein Gegenmob sich aufbaut. dem auch nichts anderes einfällt, als pawlowsch/gegenpawlowsch auf “melden” und “like” zu drücken. Und da haben wir es wieder: Die Reduzierung allen Denkens auf Reflexe, Klischees, die “schlechte Unendlichkeit” Hegels, hin und her, hin und her, ohne wirkliche Bewegung, “wie bei einem Tennisspiel” (Böll).

Die Sanktion, die der Empörungsdienst regelmäßig zu verhängen wünscht, besteht in nichts anderem als im sozialen Tod. Entlassung, darf nie wieder eingestellt werden, raus mit dem… Mich schockiert diese Härte, diese Erbarmungslosigkeit, die sich der Einzelfallanalyse verweigert. Bei einem (fiktiven) 35jährigen Geschichtslehrer, der behauptet, vor 1933 hätten die Juden tatsächlich zu viel Macht gehabt, würde auch ich sagen: Der suche sich bitte eine neue Existenz, ich möchte nicht, dass solche schmierigen Hohlköpfe Kindern Geschichte “beibringen”. Aber bei einem pubertären 17jährigen Lehrling? Jetzt lese ich – inwieweit das stimmt, weiß ich nicht -, dass seine Eltern dem österreichischen Pegida-Ableger nahe stehen sollen. Wenn das stimmt (ich habe deutlich “wenn” gesagt!) – wo hätte er es besser lernen sollen? Ist eine Entlassung aus dem Lehrverhältnis, also eine sehr weit reichende Beschädigung des gesamten weiteren Berufslebens, wirklich eine angemessene Sanktion für einen Jugendlichen, der im Zweifelsfall (ich habe deutlich “im Zweifelsfall” gesagt!) nur das miese Zeug nachgeplappert hat, das er zuhause hören musste? Oder wäre es überhaupt eine angemessene Sanktion für einen 17jährigen? Mit einem 17jährigen kann ich vielleicht noch reden. Reden nach vollzogener sozialer Todesstrafe stelle ich mir indessen etwas schwierig vor. Es geht bei diesem Reden natürlich nicht um Inhalte. Ein kleines Mädchen oder überhaupt einen Menschen dem Flammenwerfer überantworten zu wollen ist Faschismus, punkt. Es geht um die Frage, wie, um alles in der Welt, jemand auf solche Gedanken kommt. (update: Und was diese Gedanken bedeuten. Verfestigtes Nazi-Weltbild oder pubertäre Kraftmeierei? Ich frage ergebnisoffen, ich will es wissen, in Hannah Arendts Worten: “ich will verstehen”)

Es kommt noch schlimmer. Wer auch nur ein wenig Erfahrung sammeln durfte mit Webdiskussionen, der weiß, wie schnell Labels wie “Rassist”, “Antisemit” etc bei der Hand sind – mit zum Teil wahnwitzigen “Belegen”. Ich erschrecke bei dem Gedanken, dass eine solche widerliche Hetzmeute geistig Alkoholisierter anderen die Existenz zerstören kann, indem sie den Arbeit”geber” über Xens “erwiesenen Antisemitismus/Rassismus/etcetc” (erwünschtes bitte ankreutzen) “informiert”. Vor einigen Jahren wurde eine lokale Website der Linkspartei – über die man als Partei denken mag wie auch immer – gehackt, und es tauchten Nazi-Symbole auf ihr auf. Ergebnis: Bis in die internationale Presse hinein galt dieser Hack* als “Beleg” für linken Antisemitismus. Ich bestreite nicht, dass es linken Antisemitismus gibt – natürlich gibt es ihn. Über dessen Ausmaß muss man diskutieren; der Tatbestand als solcher ist unstreitig und beschämend. Aber: Recherche, Recherche, Recherche. Nachfragen, den zweiten, dritten Blick riskieren. Wo alle Beifall klatschen, da sollst Du fragen. Wo alle Buh rufen, da sollst Du fragen. Hier hat sich Internationale der Empörten offenkundig am falschen Objekt abgearbeitet. Kann, darf passieren. Wir alle hauen mal daneben. Entschuldigungsmails an die Duisburger Linke sind mir jedoch nicht bekannt geworden.

“Stimme erheben, mutig sein”…bin ich mutig, wenn ich mich hier, in meinem privatpersönlichen Blögchen, antifaschistisch auslebe? Ich habe seit langem den Verdacht, dass es eine Art kostenbefreiten Antifaschismuses gibt, die es einem erlaubt, den kostenintensiven Antifaschismus nicht auf die Probe stellen zu müssen. “Schrecklich, was im Mittelmeer passiert” kostet nichts (von tv-kompatiblen Aktionen unserer Flotte vielleicht abgesehen – selbst das geht als Ausbildungsfahrt durch, ist also Portokasse). “Warum ist es vor Lampedusa so, wie es ist – und was wäre zu tun?” kostet im Zweifelsfall. Wer sind die Menschen, die diesen gefährlichen Weg wählen? Warum wählen sie ihn? In der Schweiz ist der Lebensstandard höher als bei uns in Deutschland, in Norwegen ebenso. Wimmelt der Bodensee, wimmelt der Skagerrak von Flüchtlingen, die aus Deutschland in die Schweiz oder nach Norwegen überzusiedeln wünschen? Wieviel Deutsche ertrinken dort? Es ist das alles so widerlich…

Nein, ich bin nicht gegen Antirassismus – ich bin gegen kostenlosen Ersatz-Antirassismus, gegen Antirassismus per dislike, per “melden”-Button. Diesen 17jährigen Vollhonk virtuell fertig zu machen war billig. Sind die schwungvoll empörten Antifaschisten (Ziel erreicht! Lehrlingsvertrag gekündigt!) auch bereit, das Flüchtlingscamp nebenan – die preisliche Neubewertung des eigenen Grundstücks immer inklusive – mit zu machen? Nicht so wirklich? Ach…

update: Und da die menschliche Dummheit offenbar wirklich grenzenlos ist, sei es aus dem Kommentarteil hierher hoch gehoben: “Hier und jetzt geht es um die Frage: Wie gehe ich mit einem 17jährigen um, der in einer zutiefst rassistischen Gesellschaft den Rassismus, den andere versteckt in sich tragen, offen ausagiert! Siehe meine Abschlußpassage wg preislicher Neubewertung – ich dachte, das sei deutlich genug. Sollen wir ihn öffentlich schlachten, um uns selbst ein gutes antirassistisches Gewissen zu verschaffen? Scheint mir keine gute Idee…”

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* Dierkes öffentlicher Darstellung, er habe sofort Strafanzeige gestellt, das Hochspielen der Datei habe aber nur bis zum Raum Essen/Gelsenkirchen verfolgt werden können, wurde bis heute nirgends qualifiziert widersprochen. Nach allen Standards der Rationalität hat das also – solange keine neuen Fakten präsentiert werden – bis auf weiteres als erwiesener Hack, von wem auch immer, zu gelten.

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