Euthanasie für Edathy

Beim Thema Pädophilie (wir wissen nicht einmal, ob das Thema hier überhaupt einschlägig ist) kommt es bei diversen Zeitgenossen offenbar mit unschöner Regelmäßigkeit zu Kurzschlüßen im Hirn…oder dem, was an dessen Stelle bei denen da so sitzt.

Kennt eigentlich noch jemand den schönen alten Satz, man solle die Tat verurteilen, nicht den Menschen?

euthan

Prüfungsfragen Jura, erstes Staatsexamen

Wie wäre es mal mit folgendem Problem:

Pädophiler A und Pädophiler B tauschen in einer Tauschbörse Kindernackideibildchen aus. A sendet B Kinderbilder von sich selbst zu. B sendet A Kinderbilder von sich selbst zu. Mehr passiert nicht.

Welche und wessen Rechte wurden hier verletzt?

A erstellt virtuelle Kinderbildchen und schickt sie an B.

Welche und wessen Rechte wurden hier verletzt?

Übrigens: Ab wann wusste das BKA nochmal Bescheid? Wie lange wurde der Fall nochmal auf niedriger Flamme geköchelt? Und Edathy war Vorsitzender von, Moment, von nochmal welchem U-Ausschuss? Ein Schelm, der böses dabei denkt…

Gauck, Widerständler – edit

Platzecks Frage nach der Macht der Vergangenheit lässt sich auf das Staatsoberhaupt bezogen einfach beantworten: Gauck hängt an ihr. Das könnte in seinem Fall ein Stück Kompensation sein: Im Unterschied zur Mehrheit seiner Landsleute war der Rostocker Pfarrer Gauck 1989 im Besitz zweier Reisepässe, er war zwischen 1987 und 1989 elfmal im Westen. Es scheint so, als hole er heute ein wenig von dem Widerstand gegen die SED nach, den er damals nicht geleistet hat.

Liest Stefan Berg meinen Blog? Es sieht ganz so aus… Dummer Scherz beiseite: Schon seit Jahren, schon bei seinem ersten, damals noch gescheiterten Versuch, BuPrä zu werden, waren die Fakten bekannt und wurden wenig später hier auch benannt. Berg referriert sie übrigens unvollständig: Nicht nur, dass Gauck (wie übrigens auch der Reisekader Dr. Angela Merkel, deren ML-Arbeit bis heute nicht auftauchen will und die bekanntlich FDJ-Sekretärin für AgitProp oä war) problemlos in den Westen reisen konnte(n). Seine Söhne erhielten damals ihre Ausreise kurzfristig und durften darüber hinaus fast sofort wieder einreisen zum Herrn Papa.

Da ich – “hier und heute darf, ja muss ichs sagen” – 1988/89 nicht nur Fluchthelfer (für idiotische SED-Nostalgiker: Menschenhändler) war, sondern seit 1999 auch mit einer Dresdnerin verheiratet bin (geb. 1969 in Dresden, Ausreiseantrag als Kind einer Dresdner Familie 1979, nach dem Ausreiseantrag in der Schule sofort gedemütigt, erniedrigt), kenne ich mich, obwohl ‘reinrassig’ Wessi, in Bezug auf die DDR einigermaßen gut aus. Silke (meine Frau) und ihr Bruder durften nach 7 (sieben) Jahren zum ersten Mal wieder gnädigst einreisen, um die Großeltern zu besuchen – jeweils allein natürlich, wo kommen wir denn da hin! Und streng überwacht.

Gaucks Vorzugsbehandlung durch das SED-Regime schmeckt nach Stasi, das muss man klar so sagen. Was da im Einzelnen war, weiß ich nicht. War er IM? Ich habe das bisher, wie man nachgooglen kann, immer für unglaubwürdig gehalten, möchte auch heute nicht daran glauben. Aber ein Günstling des SED-Regimes war er definitiv. Die Stasi ist denn ja auch sehr zufrieden gewesen mit seiner Art, den Rostocker Kirchentag 1988 zu händeln…

Wie auch immer: An meiner alten These habe ich nichts zu ändern: Der Mann ist ein Skandal – nicht wg vor 89, sondern wg danach! Sich mit dieser unklaren DDR-Biographie nach 89 derart erbarmungslos zu gerieren – dazu gehört Chuzpe! Und genau diese Chuzpe sollte man ihm nicht länger durchgehen lassen! Vonnöten ist eine erbarmungslose Delegitimierung dieses Mannes, die ihm persönlich seine Erbarmungslosigkeit nach 89 spiegelt. Wenn er der Christ ist, der zu sein er vorgibt, sollte er in sich gehen. Und – edit – sofort zurücktreten.

Bersarin über Blogkrawall

In der Tat ist Bersarins Kommentar hier nur wenig hinzuzufügen. Eines noch: Vielleicht gerade weil das Netz wegen seiner virtuellen Anyonymität zur Enthemmung verleitet, habe ich nirgends so viel willentliche und wissentliche Missversteherei, soviel verbale Bösartigkeit erlebt wie dort. Das Konzept “Gegenöffentlichkeit im Netz” ist gescheitert*. Ernst Cassirer würde analysiert haben: All dies geschieht, wenn man sich in der politischen Unterredung von der präzisen, sachlichen Analyse abwendet und politischen Mythen Raum gibt. Sprachlich gedeutet: Man gibt die semantische Funktion der Sprache fast restlos preis zugunsten ihrer magischen. Das macht sich daran fest, dass (ich nenne nur ein Beispiel) etwa critical whiteness nicht etwa ein ruhig und sachlich zu diskutierendes, antirassistisches Konzept ist…sondern der heilige antirassistische Graal selbst, unantastbar, der allein seligmachende Antirassismus**. Man kann critical whiteness problemlos durch “Israel hat immer recht” oder “Die Hamas ist eine revolutionäre Bewegung, der unsere Solidarität gebührt” ersetzen… (vergl Cassirer, Ernst, Der Mythus vom Staat, Frankfurt/Main 1985, insbesondere p. 360-388) Die Unterredung mit solchem Meinungsdienst werde ich ab sofort, so weit möglich, vermeiden. Bersarin nannte schon den Hauptgrund: Zeit! Mit Leuten diskutieren, die aus jedem, dem Herrn Liebermanns Politik partout nicht zusagt, quasi einen zweiten Eichmann machen (natürlich im Konjunktiv wg “hähähä”), ist schlichte Zeitverschwendung. Niemand zahlts mir; soviel Materialismus möchte schon sein.

“und kehrte gelegentlich zur Lyrik zurück” (Gottfried Benn) – ein guter, ein lebensnaher Rat.

Ich werde mich natürlich nicht ganz von der Politik verabschieden. Obwohl ich sollte, denn ich kann nicht helfen. Aber es ist der Comble, wie Tucho gesagt haben würde. Dabei wussten und wissen wir es doch:

Verlorner Posten in dem Freiheitskriege,
Hielt ich seit dreißig Jahren treulich aus.
Ich kämpfte ohne Hoffnung, daß ich siege,
Ich wußte, nie komm ich gesund nach Haus.

Wir kommen aus dieser Sache nicht gesund nach Haus. Wenn die Mächtigen morden und ihre organisierten Gegenspieler lügen sind wir Einzelne am Ende.

Ein Bürger. He werda?
Lucile. Es lebe der König!
Bürger. Im Namen der Republik. Sie wird von der Wache umringt und weggeführt.

___________

* Die Netzbesoffenheit (“Alles neu per Netz”) habe ich nie mitgemacht, wie man nachlesen kann; aber dass es so schlimm kommt, habe ich denn doch nicht vermutet.

** Und da – wir sind mitten im Problem – man die Selbstverständlichkeiten immer brav mit dazu sagen muss: nein, ich bin mitnichten absolut gegen critical whiteness. Allein schon deswegen nicht, weil Privilegien immer mitgedacht werden müssen (in Bezug auf Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Krankenstatus, sozio-ökonomische Herkunft undsoweiter). Ich bin nur dagegen, daraus eine Religion zu machen = Unantastbares herzustellen. Sows Einsichten sind wertvoll, keine Frage. Es wird aber wohl der Hinweis noch erlaubt sein, dass Sow früh Medienkarriere machte und Bertelsmann-Autorin ist…also mitnichten nur benachteiligt. Naomi Kleins “No Logo” erschien, nebenbei, auch bei Bertelsmann… Und da haben wir sie: Die Perversion der Demokratie. Auf den Punkt gebracht: Westliche Demokratie = man darf über die Morde sogar ganz offen reden… Zurück zum Antirassismus: In meinen Augen ist critical whiteness meistens kein Antirassismus sondern Antirassismus-Ersatz per säkular-pietistischem Zerknirschungsdiskurs. Gelebter Antirassismus wäre es, die Täter mit Namen und Vornamen zu benennen, die für die grauenhaften Menschenabdeckereien im Kongo-Becken verantwortlich zeichnen. Das zu tun aber wäre zumindest karrierehindernd. Weiß man Interna, wäre es vermutlich lebensgefährlich.

Aus aktuellem Anlaß (II)

Moral gilt ungeteilt oder gar nicht. Selektive Moral ist keine Moral, sondern Spindocterei. Wer sich nicht für Peter Fechter interessiert, möge über Charles Horman schweigen und vice versa. Mir schon klar, seit eigentlich fast 30 Jahren, dass man sich mit dieser Haltung überall unbeliebt macht…

Aus aktuellem Anlaß

Antisemitismus (korrekter Begriff: Judenhaß) und Antiamerikanismus (korrekter Begriff: Haß auf alles US-amerikanische) waren, sind und bleiben die Kapitalismuskritik des dummen Kerls.

Theresienwiese

Aufgrund der zusammengetragenen Puzzleteile sind sich Politik und Öffentlichkeit seit vielen Jahren einig: Köhler konnte den Terroranschlag nicht allein vorbereitet und durchgeführt haben.

Diesen Satz erst einmal sacken lassen…

Jahrzehntelang waren alle, die die Alleintäterthese bezweifelten – und sie wurde mit sehr guten Gründen fast sofort bezweifelt, ua von Heinrich Böll -, Verschwörungsirre, wilder Spekulation ergeben und nicht Ernst zu nehmen. Ich will Chaussys Recherchen, RA Dietrichs akribische Arbeit keineswegs klein reden – den Teufel werde ich tun, die Beiden verdienen Hochachtung für ihre Hartnäckigkeit -, und die neue Zeugin wird zweifellos helfen, die Hintergründe weiter zu beleuchten – wenn man dem Ansatz denn folgen wird. Aber dass Köhler allein agierte, war sofort auszuschließen; die einschlägigen Zeugenaussagen lagen, im Gegensatz zu den Suggestionen SpONs (Zitat: “Die Schilderungen anderer Zeugen, die sich im September nach Berichten von SPIEGEL ONLINE gemeldet hatten und erklärten, sie hätten Köhler kurz vor der Explosion im Streit mit weiteren jungen Männern beobachtet etcetc”) sofort vor, vor 34 Jahren. Ganz direkt fragt zB die Tagesschau – wobei sie ‘lediglich’ ein Polizeiflugblatt zitiert – vom 28.09.1980 (hier Min 16:40) mögliche Zeugen nicht nur nach Gundolf Köhler, sondern auch nach seinen “Begleitern“. In Köhlers Wagen fanden sich Zigarettenstummel diverser Marken, die Rolle des dubiosen Herrn Lembke wurde schon damals kritisch befragt – Lembke starb in U-Haft, selbstverständlich war es Suizid -, und vor allem: Es wurde eine abgetrennte Hand gefunden, die keinem der Opfer zugeordnet werden konnte. Natürlich ist das Asservat 1997 vernichtet worden, der Fall war ja “geklärt”.

Übrigens ging damals, man mag von ihm halten was man will, auch Kurt Rebmann sofort von einem rechten Terrornetzwerk aus (hier ab Min 1:00). Hoffmann wurde kurzzeitig verhaftet, dann schnell freigelassen und die Einzeltäterthese in Szene gesetzt. Wurde Rebmann zurück gepfiffen? Wenn ja: Von wem?

Nebenbei: Wenn “Politik und Öffentlichkeit” sich hier so sicher sind…ich habe hier einige weitere ungeklärte Kriminalfälle. Vielleicht wird man sich dort ja auch “sicher”: Wer ermordete den ehemaligen (zu Nazi-Zeiten) Geheimdienstmitarbeiter und mutmaßlichen Waffenbeschaffer für die frühe Bundeswehr, Dr. Praun? Vera Brühne und Johann Fehrbach waren es jedenfalls nicht, ich will es verraten. Wer ermordete am 18. Januar 1996 in Lübeck Françoise Makudila, ihre fünf Kinder Christine, Miya, Christelle, Legrand und Jean-Daniel Makudila, Rabia El Omari sowie Sylvio Amoussou? Sawran Eid war es nicht, ich will es verraten. (Die Anklage gegen Eid war so absurd, dass nicht einmal das Gericht um einen Freispruch herumkam.) Was geschah mit Oury Jalloh? Ist Prof. Dr. Michael Buback psychisch krank aka ab wann arbeitete Verena Becker für den westdeutschen Inlandsgeheimdienst?

Ja, uns Verschwörungsirren gehen die Fragen halt nie aus…

PS: Den begeiterten Leserinnen und Lesern dieses Blogs ist es natürlich nicht entgangen, dass das Stichwort Gladio noch gar nicht gefallen ist. Ich persönlich gehe davon aus, dass die westliche Wertegemeinschaft (inzwischen heißts ja wohl, enthemmt und schamlos ahistorisch, “jüdisch-christliches Abendland”) nach 45 mit Altnazis, wenn sie nicht gerade restlos unbrauchbar waren, Halbe-Halbe gemacht hat: Nichtverfolgung plus weitere Lebensperspektiven gegen Übernahme der Drecksarbeit allerorten. (In der real existierenden sozialistischen Internationale dürfte es kaum anders gewesen sein. Experten für Raketen und Düsenjets und Counterinsurgence waren 1945 nicht nur in Washington, sondern auch in Moskau gefragt.) Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Ich glaube nicht, dass uns die neuen Ermittlungen die Wahrheit über die Theresienwiese oder über Bologna oder über Aldo Moro oder über irgendwas erzählen werden… Es wird vielleicht sogar ausgehen wie der Prozess gegen Verena Becker: Der In Wahrheit verurteilte heißt Michael Buback. Das Urteil lautet: Hat ne Macke. Auf norddeutsch: Muss man Mitleid mit haben.

Abu Ghuraib ten years after

So langsam fragt sich, ob Mrs. Lynndie England und ihr Beinahe-Göttergatte und Vorgesetzter Charles Garner wirklich Unrecht hatten, als sie sich auf höheren Befehl beriefen… Die damaligen Praktiken und die heute offenbarten gleichen sich jedenfalls bis ins Detail, einschließlich der Verstrickung von ärztlichem Personal.

Foltern für Frieden und Freiheit – update

So, nun ist er also öffentlich, der Folterbericht, und alle Heuchler sind entsetzt. Was habt Ihr erwartet? Ich wusste das seit Jahren (Folterflüge), seit Jahrzehnten (Pinochet, Panama).

Wichtig ist bereits p. 9 (Zählung des pdfs): Allem Pro-Rettungsfolter-Gesindel ins Stammbuch: Die Folter war ‘nicht einmal’ effektiv…

Gute Zusammenfassung, immerhin, auf SpON. Schlimmer noch als ich dachte.

SpON-Qualitätsjournalismus selbstironisch

applaus

Das meinen die nicht Ernst, oder? Die spielen ein bisschen Neues Deutschland, alles zum Wohle des Volkes oder so, wie?

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