Julikrise – vorläufiger Beschluß

Wien wollte den „kleinen“ Krieg mit Serbien, griff Serbien denn ja auch an und nahm, weil es Berlins militärische Möglichkeiten hemmungslos überschätzte, den großen in Kauf. Berlin wollte diesen „kleinen“ Krieg ebenfalls, um Österreich-Ungarn als Großmacht zu revitalisieren, nahm den großen indessen nicht nur in Kauf, sondern provozierte ihn regelrecht; wobei die „Gemäßigten“ die Entente per Brinkmanship auseinandermanövrieren wollten und den großen Krieg nur als zweitbeste „Lösung“ sahen – ihn aber immer noch bevorzugten gegenüber dem diplomatischen status quo ante…während die Falken in Berlin gleich auf den großen Krieg setzten, den sie seit Jahren für unvermeidbar hielten und sogar herbeisehnten – nicht zuletzt, indem sie ihn, den Krieg, in einer verqueren Metaphysik als Jung- und Gesundbrunnen deuteten. (Es kann keine Rede davon sein, dass die Metapher vom Kampf als inneres Erlebnis erst im Schützengraben entstand. Der Krieg schlechthin, als Lebensform, wurde schon vor dem August 14 verherrlicht, und zwar zT in aller Öffentlichkeit. Stichworte: Bernhardi, von der Goltz, die berühmte Reichstagssitzung mit den Zwischenrufen gegen Bebel „Nach jeden Krieg wird es besser“, die Alldeutschen etcetc.)

Es ist selbstverständlich völlig richtig, dass die Kriegsprovokationen der Mittelmächte innerhalb der Triple-Entente auf ebenfalls kriegslüsterne Falken trafen, die den Fehdehandschuh begeistert aufnahmen (Nikolaijewitsch, Suchomlinow, Dupont, Joffre, Jacky Fisher, Churchill seien pars pro toto genannt). Auch die Triple-Entente-Mächte waren selbstverständlich imperiale Mächte, agierten innerhalb imperialistischer Deutungs- und Handlungsmuster, und zur Vorgeschichte des Krieges gehören selbstverständlich auch diese strukturellen Elemente. Aber erstens hat, wer den Fehdehandschuh hinwirft, sich nicht zu beschweren, wenn dieser Fehdehandschuh dann auch aufgenommen wird. Zum zweiten hätten diese Falken – im Gegensatz zu denen in Wien und Berlin – ihre Kriegspläne politisch nie durchsetzen können, weil sie es im Gegegnsatz zu Wien/Berlin niemals an die Spitze schafften/schafften, die Spitze zu steuern. Auch Joffre hat durch Belgien marschieren wollen – wurde aber von der Politik zurückgepfiffen und musste seine Pläne anpassen. Fisher empfahl sogar, die deutsche Flotte zu „kopenhagisieren“, also im tiefsten Frieden zu überfallen und zu versenken (technisch etwas schwierig, unbemerkt in die Kieler Bucht zu fahren…) – und wurde von seinem König direkt gefragt, ob er wohl verrückt geworden sei! In Berlin hat niemand Moltke, Falkenhayn oder Waldersee, in Wien niemand Conrad und Krobatin gefragt, ob ihre Tassen im Oberstübchen noch alle beisammen sind. Das ist der Unterschied.

Und er ist elementar. Zunächst einmal ist an Franz-Lothar Krolls These, das deutsche Kaiserreich habe sich gesellschaftlich, politisch und verfassungsrechtlich mitnichten auf einem Sonderweg befunden, nichts auszusetzen. Tatsächlich ethielt es genügend Potenzial für weitere Entwicklungen. Deutschland war 1913 fast in jeder Hinsicht state of the art: Moderne Verwaltung, technologisch high end, lebendiges öffentliches Leben, eine durchaus (Budgetrecht, Gesetze mussten durch den Reichstag) ansatzweise schon vorhandene Parlamentarisierung usf, man lese es bei Kroll nach. Da hätte man weitermachen können. Aber es gab auch zwei gefährliche Momente mit Eigenleben: Erstens ein ungeheuer aggressiver öffentlicher Druck durch nationalistische (und bald auch völkische) Pressuregroups, deren Agitation schon damals unverhohlene Aufforderungen zum Genozid enthielten (so die Alldeutschen bereits 1897). Das superiore germanische Volk habe sein „Lebensrecht“ (was immer das sei) hemmungslos durchzusetzen, ihm stünde ein „Platz an der Sonne“ zu; sog. minderwärtige Völker hätten im Zweifelsfall zu verschwinden. Auch, wenn es durchgeknallte nationalistische Pressuregroups selbstredend auch in anderen Ländern gab – pars pro toto sei an die Anti-Dreyfussards erinnert -, einen solchen Einfluß auf die veröffentlichte Meinung hatten sie, wie zB Stig Forster zutreffend anmerkt, anderswo kaum. Und wo Heinrich Mann recht hatte hatte er recht: In Deutschland gab es (jenseits der gesellschaftlich isolierten SPD, wie hinzuzufügen ist) keine Gegenbewegung mit hinreichendem Einfluß, keinen Zola, der Anklage erhob. Es schmerzt noch heute, die berühmten Passagen aus Max Webers Antrittsvorlesung zu lesen. In seiner Forderung nach „Weltpolitik“ unterschied sich der große Max Weber leider in nichts vom dümmsten Alldeutschen. Zum zweiten verband sich dieser enthemmte Haß mit einer unkontrollierten Parallelwelt, die es in dieser Ausprägung dann eben doch nur in Deutschland gab – der des Militärs. Und es war genau dieses Militär, das sich 1914 in Berlin durchgesetzt hat. Womit wir beim deutschen Kaiser wären. Schwacher Kaiser hin, schwacher Kaiser her – es war letztlich Wilhelm II., der, nach vielen Kehrtwenden, für die dieser eitle „Poseur“ (Stevenson) ja bekannt war, den Militärs Vollmacht erteilte und somit letztlich pro Krieg entschied.

Wien und Berlin haben den Fehdehandschuh geworfen, Wien und Berlin haben vorsätzlich und mit viel Täuschungsaufwand eskaliert, Wien und (vielleicht, das ist nicht sicher, mit einer kurzen Unterbrechung 28. – 30.7.) auch Berlin haben jede Vermittlung abgelehnt, und Wien und Berlin haben den Krieg erklärt und ihn sofort völkerrechtswidrig geführt (Bschießung Belgrads, Durchmarsch durch Belgien). Ein Krieg, dessen Urheberschaft sie mit erfundenen und zum Teil regelrecht skurrilen Tartarenmeldungen – Sender Gleiwitz funkte auf allen Wellen – ihren Gegnern unterjubeln wollten. Dies alles, nachdem die Falken in Wien (Conrad) und Berlin (Moltke, Falkenhayn, Waldersee) jahrelang erklärt haben, Krieg müsse sein. Dies alles, nachdem – ganz dem Moltke-Vorschlag vom 8. Dezember 1912 entsprechend, man müsse den Krieg populär machen – auch öffentlich auf Krieg gedrängt wurde. Dies alles, nachdem Moltke im Frühjahr 1914, also vor Sarajewo, sich erst mit Conrad auf baldige Kiegsauslösung verständigte und dann Staatsekretär Jagow erklärte, nun solle sich die zivile Reichsleitung aber mal daran machen, den Krieg herbeizuführen. Dies alles, nachdem Waldersee 12 Tage vor Sarajewo erklärte, ab sofort bitte keine schriftlichen Berichte mehr. Dies alles, nachdem von Stumm dem Journalisten Zimmermann 2 Tage vor Sarajewo erklärt hat, er möge in Wien klarstellen, in Berlin stehe man auch von seiten der zivilen Reichsleitung einem von den Militärs eh seit längerem geforderten Präventivkrieg nicht mehr ablehnend gegenüber. Dass Aggressoren ihre Angriffskriege immer als präventiv bemänteln, dass das offensive Begehren sich immer defensiv tarnt, ist an old hat, eine durchsichtig motivierte Zwecklüge, und die Geschichtswissenschaft sollte ihr nicht auf dem Leim gehen.

Der 231 Versailles trifft schlicht zu. Es war ein Unglück für Deutschland und vor allem – wenn Deutschland sich selber schadet, kann das ja noch egal sein – für die übrige Welt, dass nach dem selbstverschuldeten Desaster bis hin zur SPD kaum jemand den Mut hatte, die Verhältnisse klarzustellen und die wirklich Verantwortlichen mit Namen und Vornamen zu benennen – nämlich die Falken innerhalb der militärischen und auch zivilen Leitung – und sich damit der schäbigen, vergiftenden Dolchstoßlegende wehrlos ergaben…jener Dolchstoßlegende, die durch eben jene Verantwortlichen lanciert wurde.

Ritter, Erdmann und Zechlin haben, denn ganz waren die Fakten ja nicht zu bestreiten, immerhin noch in der einen oder anderen Form einen deutschen Eventualvorsatz eingeräumt. Damit waren sie wenigstens halbwegs in Übereinstimmung mit der Wirklichkeit. Mommsen, und je genauer ich es betrachte, desto eher sehe ich darin einen Forschungsrückschritt, hat sich fast ganz auf strukturelle Momente zurückgezogen und behauptete eine gleichsam strukturelle Unvermeidlichkeit des Krieges – wegen des Rüstungswettlaufs und der vielbeschworenen, aber falschen „Versäulung“ des Bündnissystems. Er hätte Hannah Arendt genauer lesen sollen: Strukturen hin, Strukturen her – sie sind wichtig, weil sie den Rahmen bieten, in dem überhaupt gehandelt werden kann -…es sind unaufhebbar die Akteure, die handeln. Niemand zwang Österreich-Ungarn und Deutschland, per abgezirkeltem Spiel, mit Blankoscheck und vorsätzlich unannehmbarem Ultimatum, eine Krise herbeizuprovozieren. Und niemand zwang sie, den Krieg zu erklären.

Inzwischen sind wir weiter. Inzwischen hat das Entschuldungskommando schamlos die deutsche Propagandalüge von der russischen Verantwortung rehabilitiert – wobei ihr lautstärkster Vertreter, Herfried Münkler, auch vor überaus skurrilen Realitätsverdrehungen nicht zurückschreckt. Russland hat also Deutschland den Krieg erklärt, die Internationale hat sich – „mehrfach“, wie lustigerweise präzisiert wird – auf den Generalstreik bei drohender Kriegsgefahr verständigt, und der alldeutsche Verband (dessen Agenda-Setting in seinen verheerenden Auswirkungen von keinem ernstzunehmenden Forscher bestritten wird, vergl zB die Theodor-Wolff-Tagebücher) war also eine kleine Truppe einflußloser Radaubrüder. Schlimmer noch als diese deplorable Leistungsbilanz eines „Qualitäts“wissenschaftlers (wie war das noch mit dem Proseminarschein?), der offenbar nicht einmal auf der Wikipedia-Faktenebene up to date ist, sind seine versteckten Unaufrichtigkeiten. In seinem masterpice p. 101 lesen wir erstaunt, wenn man nur Österreich-Ungarn militärische Genugtuung erlaubt hätte und dann in einer internationalen Konferenz etcetc…aber auf nichts anderes lief der Halt-in-Belgrad-Vorschlag ja hinaus! Und? Wer hat den noch gleich abgelehnt? Besonders absurd ist es, ganz auf der offiziellen Weimar-Linie, der russischen Mobilmachung die Verantwortung zuzuschreiben – es war ja genau diese Mobilmachung, die “abgetestet” (Krumeich), die herbeiprovoziert werden sollte.

Wär ja alles egal! Hätte mich nicht sonderlich interessiert. Dass dann für die nächste Generation die deutschen Schulbücher auch wieder ‘verseucht’ wären, es vermutlich sind…geschenkt. Es ist 100 Jahre her. Aber es strahlt aus. Neitzel (sozusagen Münklers Riezler) lallt etwas von Eigeninteressen bei „humanitären“ Einsätzen (er meint wohl die Bürde des weißen Mannes, also imperiales Vorgehen), die es zu wahren gälte, nur der „Schuldstolz“ hinderte uns… Nebenbei: Was würde medial eigentlich passieren, wenn ein (dann strunzdummer!) Linksparteipolitiker lallte, es sei der deutsche „Schuldstolz“, der uns daran hinderte, Israels Politik zu kritisieren?

Gar nichts, bis jetzt, habe ich zu Christopher Clark gesagt. Hier meine 20 Cent: Es ist natürlich richtig, alle Mächte in den Blick zu nehmen. Was Clark über Serbiens Rolle notiert hat, ist zweifellos interessant. Indessen: Seine Suggestion, Pasic habe Anteile am Attentat, Belgrad sei irgendwie involviert gewesen, wurde vorab zB von David Stevenson widerlegt: Pasic war Apis größter Gegenspieler (durchaus denkbar, dass Apis das Attentat auch aus innenpolitischen Gründen forciert hat). Ferner: Seine Suggestion, Deutschland habe ja auch erst am 22. (also immer noch früher als der eigentliche Empfänger, hf!) vom Ultimatumstext erfahren, soll wohl zumindest andeutungsweise belegen, es habe Machinationen gegen die Mittelmächte gegeben, während die sich misstrauten… Auch, wenn wir nicht wissen, inwieweit die Triple-Entente schon vor dem 23. grundsätzlich vom Inhalt des kuk-Ultimatus an Belgrad informiert war: es ist zweifellos wahrscheinlich, zT auch deswegen, weil einige geplaudert haben, zB Flotow, dass man andeutungsweise informiert war! Indessen: Selbst der für gewöhnlich recht gut informierte französische Geheimdienst war sich über den Zeitplan völlig im Unklaren! Die gingen von einer Aktion in 3, 4 Monaten aus. (siehe Mombauer) Aber sei dem wie dem sei: dass Berlin von Wiens Plan – vorsätzlich unanehmbares Ultimatum stellen, um Kriegsgrund zu haben – allerspätestens seit dem 09.07. jederzeit informiert war und dieses Vorgehen auch billigte, steht fest. Bethmann hat später übrigens, durchaus glaubwürdig, gesagt, er habe den genauen Wortlaut nicht vorher wissen wollen, da er ansonsten auf den Mißerfolg festgenagelt worden wäre – eine bezeichnende Selbstauskunft. Die einzige Kritik Berlins an Wien war denn bekanntlich auch die, dass Wien nicht so recht zu Potte käme. Und weiter: Die deutschen Stellen haben per Störfunken seit dem 23. 7. dafür gesorgt, dass Poincare auf seiner Heimfahrt aus St. Petersburg von aller Kommunikation abgeschnitten war. Auch dies ist seit Jahrzehnten bekannt. In Clarks Buch, das angeblich den neuesten Forschungsstand repräsentiert und das dem Poincare-Besuch sehr viele Seiten widmet, lese ich davon nichts (oder habe ich es überlesen? Aber man komme mir jetzt nicht mit irgend einer Fußnote…). Darf ich mir erlauben, einem Forschungsbericht, der all diese Punkte nicht angemeßen reflektiert, mit einem gesunden Mißtrauen entgegen zu treten?

231 Versailles ist zutreffend. Natürlich ist er – Frankreich, England, USA, Italien etcetc waren imperial nicht weniger aktiv – zugleich verlogen. Aber diese zweifellose Verlogenheit ist für die Bewertung seines Wahrheitsgehalts irrelevant.

AfD

Die AfD ist nicht schwer zu verstehen: Sie bedient den kleinbürgerlichen Mief – “werden wir demnächst zwangsverpflichtet, Flüchtlinge aufzunehmen?” – mit jener Direktheit, für die die Union, zumindest die CDU, meistens noch einen letzten Rest an Schamgrenzen vorhielt. Wenn die Partei sich nicht selber zerlegt wie damals Schill, werden wir sie nicht mehr los.

Denn die Wahlerfolge der AfD bilden einfach nur ab, wie es um die Bevölkerung bestellt ist. Nicht ihr Erfolg überrascht mich, sondern ihr jahrzehntelanges Fehlen im Parteienspektrum, denn das Publikum für dieses in jeder Hinsicht widerwärtige Konglomerat absurdester Vorurteile gab es immer. Ja, müssen bekämpft werden. Tu ich auch, Indianerehrenwort. Und würde ich sogar noch etwas überzeugter tun, wenn man mir ein tragfähiges Rezept an die Hand gäbe dafür, dem innerlich verwahrlosten Kleinbürgertum einmal überzeugend und mit Chancen auf Gehör darzulegen, dass es nicht ihre Interessen sind, die verhandelt werden, wenn zB über die “faulen Griechen” schwadroniert wird. Es gibt eine ganze Menge Leute, die in den letzten 7 Jahren an der Weltwirtschaftskrise sehr gut verdient haben – jene Griechen, die sich inzwischen nicht einmal mehr eine medizinische Grundversorgung leisten können, gehören ganz gewiss nicht dazu. Aber das erkläre mal einem AfD-Wähler…keine Chance, keine.

Eine Software druckt Geld

Aus meinem Spamkorb. Gute Güte, wie dumm oder verzweifelt (nur die letzteren tun mir leid) muss man sein, um auf sowas reinzufallen?

Immer wieder, fast schon lästig hört man von einer automatischen Software, die bis zu 563,56 Euro pro Tag verdienen soll. Und das VOLLAUTOMATISCH!?

Wir berichten über Onlinesoftware Optionnavigator, wovon momentan sehr oft schon gehört hat.
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Ist das denn wirklich möglich?

Wir haben uns deshalb mal schlau gemacht. Schnell wurde uns bekannt; und das ist Fakt.Die alleinige Lizenz für die Software wird schon bei 84 Mio Euro gehandelt. 23 Banken und 139 wohlhabende Menschen möchten unbedingt alleiniger Besitzer der Software sein! (Quelle: Börse Frankfurt / New York / London)

Wenn man denn so viel Geld für eine Software zahlen würde, dann müsste diese doch auch wirklich super sein, oder nicht?

5 Tage lang haben wir diese Software vorsichtig getestet und sind verblüfft. Mit unserem geringen Kapital werden wir sicher nicht Millionär, aber wir sind sicher, dass Sie sich damit ein super Haupteinkommen aufbauen können.

Wir haben 6 Stunden am Tag die Software eingeschaltet und konnten 198,30 Euro schon am ersten Tag und 563,56 Euro am zweiten Tag generieren.

Von Montag bis Freitag können Sie diese Software nutzen, da nur an diesen Tagen die Börse offen hat. Im Mai wären dass dann 23 Tage wo Sie im Schnitt 350 Euro verdienen könnten. Das wären 8.050 Euro im Monat! Wie gesagt, Sie werden kein Millionär, aber könnten damit hauptberuflich arbeiten.

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Mit mehr Einsatz können Sie aber noch mehr verdienen!

Kann es denn auch schief gehen? Kann man damit auch schlechte Erfahrungen machen?

Ja kann man! Die Software gewinnt viele Trades. Kann aber auch einige Trades verlieren.

Mit unserem 20-köpfigen Team haben wir diese Software getestet und wollten wissen, ob jeder auch so ein Erfolg hat wie wir.

18 haben mit der Software gute Zahlen geschrieben. Bei 2 von 20 lief es leider nicht so gut.

Woran liegt es?

Es kann sein, dass die Software viele Trades hintereinander verliert, dann aber wieder umso mehr gewinnt. Leider glauben dann die 2 "Verlierer" nicht mehr an den Erfolg der Software. DOCH DAS IST FALSCH!

Geben Sie nicht auf! Denn in der 2. Runde sind die "Verlierer" zu Gewinnern geworden!

Bitte beachten Sie: Das Gewinnen ist normal, das Verlieren aber auch!

Wichtig ist aber nur, dass die Software am Ende des Monats mehr gewonnen als verloren hat! Und das tut Sie auch.

Fazit: Mit dieser Software kann man sich ein schönes Geld hinzuverdienen. Es funktioniert wirklich! ABER: Geben Sie NICHT auf, denn Sie werden auch noch damit gewinnen. Ganz sicher!

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Münkler setzt seine Geschichtsstudien fort

Ja, 1912, 1913 gab es ja sehr starke Friedensbewegungen. Wir sollten
nicht vergessen, dass sich die Sozialistische Internationale mehrfach
dahingehend verständigt hat, dass man, wenn in Europa ein solcher
Krieg angezettelt werden würde, diesen dann mit einem Generalstreik
verhindern wolle.

Sicher doch. Davor steht man fassungslos…

Münkler paukt Geschichte ein (notwendiges edit)

Italien galt seit dem Lybienkrieg von 1911 als ein ausgesprochen unsicherer Partner, und auch auf die Bündnistreue Rumäniens, des geheimen Vierten im Dreibund, meinten die Verantwortlichen in Berlin und Wien sich nicht verlassen zu können. Dementsprechend bezogen sie die Regierungen beider Länder in den Wochen nach dem Attentat weder in die politischen Konsultationen ein noch informierten sie diese über ihr weiteres Vorgehen. Die Führung in Rom hat dies zum Anlaß genommen, die Kriegserklärung Russlands an Deutschland und Österreich-Ungarn nicht als Bündnisfall zu betrachten, wozu sie eigentlich verpflichtet gewesen wäre. (Münkler, Herfried, Der grosse Krieg, Berlin 2013, p. 36-37)

Das ist kein bloßer Lapsus, wie damals Sinn mit brutto-nettoImport-Export. Das findet sich an einer argumentativ durchaus wichtigen Stelle des Buchs, eines Buchs, das die Rezensenten, auch die vom Fach, loben und hochleben lassen. Das ist das Niveau einer Debatte, in der die Sehnsucht nach Entschuldung mit allen Händen greifbar ist – mit Versailles im Hinterkopf natürlich, denn wenn ohne Versailles kein Hitler (was in gewisser Weise sogar stimmt, zumindest einiges für sich hat), dann… Es ist unfassbar kläglich.

edit: Siehe den Kommentarteil. Einige scheinen es nicht zu wissen, was ich jetzt nicht böse meine (ich, zB, weiß wenig über höhere Mathematik, und danke jeder/jedem, die/der mir da auf die Sprünge hilft): Also nochmal, ganz langsam: Natürlich hat das kaiserliche Deutschland den betreffenden Mächten den Krieg erklärt, nicht umgekehrt. Münkler wird sich für diese finale Blamage mit Sicherheit auf einen Lektoratsfehler hinausreden. (Wer schreibt das Buch? Autoren oder Lektoren?) Wie sich die Hymniker rausreden weiß ich nicht und ahne ich nicht…und es interessiert mich auch nicht. Auf genau diesem Niveau wird derzeit in Deutschland diskutiert. Auf Münkler-Niveau, also auf Nicht-Niveau.

WW 1 und heutiges

Da hier die Frage aufgekommen ist: Was denn die Debatte um die Ursachen des ersten Weltkriegs mit heutigen Problem zu tun habe? Vielleicht dies:

Die inneren Gegensätze als Ursache oder Motiv für eine “Flucht in den Krieg” geltend zu machen, wie es die Historiographie der Bundesrepublik zeitweilig getan hat, heißt, die “nivellierte Mittelstandsgesellsvchaft” der frühen Bundesrepublik zum Parameter der Friedensfähigkeit zu erklären. (Münkler, Herfried, Der große Krieg, Berlin 2013, p. 22)

Ganz abgesehen davon, dass er gerne präzise hätte sagen dürfen, wen er meinte (Es ist primär Wehler, ich will es verraten)…hat man noch ein Gespür für das hintergründig Infame, das solchen Zeilen eignet?

Winkler über die Clark-Debatte

Ich bin, ganz offen, jetzt doch einfach mal nur froh über Winklers Erwiderung auf die Clark-Kontroverse. Meine Güte, war das schlimm. Ich habe auch gegen Winklers Sicht noch Einwände – aber in der Substanz ist es gut, dass der primus inter pares der deutschen Geschichtswissenschaftler sich so eindeutig äußert. Dass ausgemacht zur Einhundertjahr-Trauerfeier dieser klägliche, realitäts- und quellenfreie Revisionismus billig Triumphe feierte, widert mich an. Ein Beispiel nur: Weder in Clarks noch in Münklers noch (leider, leider) in Krumeichs Werk zum “Jubiläum” wird der Schweizer Historiker Adolf Gasser auch nur im Literaturteil erwähnt. Man muss ja Gassers Monographien nicht kritiklos mitmachen. Aber man muss ihn doch reflektieren. Ich persönlich bewundere insbesondere seine erste Monographie, die von 1968, in der er bei noch unsicherer Quellenlage allein aufgrund der Preisgabe des Aufmarschplans Ost eine Kriegsbereitschaft des deutschen Militärs für einen Hegemonialkrieg ab 1913 für 1914 – 1916 nachwies.

Übrigens: Der Poincare/Viviani-Besuch in St. Petersburg (vor Ausbruch der Krise verabredet) spielt in Clarks Buch bekanntlich eine große Rolle. Wie steht Clarks Buch eigentlich zu Folgendem:

a) Die deutsche Marine hat, das ist bekannt, Poincares Abfahrt errechnet und hat ihr Ergebnis Wien mitgeteilt, worauf Wien die Übergabe des Ultimatums um eine Stunde verzögerte, damit Poincare aber auch sicher in See sei. Soviel mal zu der Uninteressiertheit und Nicht-Beteiligung der Deutschen…

b) Die deutsche Marine hat durch sog. Störfunken dafür gesorgt, dass Poincare und Viviani bis zum 29. Juli nicht angemessen mit Paris kommunizieren konnten. (Poincare und Viviani waren mit den Dreadnought-Schlachtschiffen “France” und “Jean Barth” in St. Petersburg)

Ich soll doch hoffentlich nicht annehmen müssen, diese beiden unstreitigen Tatsachen seien in Clarks Buch (in welchem so gute Quellenstudien betrieben wurden wie noch nie!) gar nicht erwähnt.

Na, da mach ich mir gar keine Sorgen. Die vehement agierenden Clarkianer werden mir ganz gewiss innert weniger Stunden die Zitatnachweise bringen.

1. September 1939

Heute vor 75 Jahren begann, u.a. mit dem Beschuß der Westerplatte durch die “Schleswig-Holstein”, der Krieg, den Hitler und Nazideutschland immer schon im Sinn gehabt haben…und den er zum Beispiel, auch an Bord der “Schleswig-Holstein”, schon am 3. Februar 1933 der begeisterten Generalität ankündigte. Übrigens darf gerne daran erinnert werden, dass auch die Ermächtigung Bouhlers und Brandts zur Aktion T 4 – der erste Massenmord von mehreren – auf den 1. September 1939 rückdatiert wurde.

Unterdessen läßt ein transatlantischer General die Bevölkerung von Weimar vor den Krematorien des dortigen Konzenrationslager vorbeidefilieren und erklärt sie – soll man sagen: Mit Unrecht? -, erklärt diese Bürger die in scheinbaren Ehren ihren Geschäften nachgingen und nichts zu wissen versuchten, obgleich der Wind ihnen den Stank verbrannten Menschenfleischs von dorther in die Nasen blies, – erklärt sie für mitschuldig an den nun bloßgelegten Greueln, auf die er sie zwingt, ihre Augen zu richten. Mögen sie schauen – ich schaue mit ihnen, ich lasse ich schieben im Geiste von ihren stumpfen oder auch schaudernden Reihen. Der dickwandige Folterkeller, aus dem eine nichtswürdige, von Anbeginn dem Nichts verschworene Herrschaft Deutschland gemacht hat, ist aufgebrochen, und offen liegt unsere Schmach vor den Augen der Welt, der fremden Kommissionen, denen diese unglaubwürdigen Bilder nun allerorts vorgeführt werden und die zu Hause berichten: Dies übertreffe an Scheußlichkeit alles, was menschliche Vorstellungskraft sich ausmalen könne. Ich sage: unsere Schmach. Denn ist es bloße Hypochondrie, sich zu sagen, daß alles Deutschtum, auch der deutsche Geist, der deutsche Gedanke, das deutsche Wort von dieser entehrenden Bloßstellung mitbetroffen und in tiefe Fragwürdigkeit gestürzt worden ist? Ist es krankhafte Zerknirschung, die Frage sich vorzulegen, wie überhaupt noch in Zukunft ‘Deutschland’ in irgendeiner seiner Erscheinungen es sich soll herausnehmen dürfen, in menschlichen Angelegenheiten den Mund aufzutun?

(…) Wie wird es sein, einem Volk anzugehören, dessen Geschichte dieses gräßliche Mißlingen in sich trug, einem an sich selber irre gewordenen, seelisch abgebrannten Volk (…) ein Volk, das sich nicht sehen lassen kann? (Thomas Mann, Doktor Faustus, das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn erzählt von einem Freunde)

Julikrise – neuer Blog

Ich habe hier einen neuen Blog eingerichtet, weil mich die Sache jetzt doch etwas tiefer gepackt hat. Mal sehen, ob ich auch alle alten Postings rüber ziehe.

Was ist Wahrheit… (update)

Mit Dank an burks. Vergl insbesondere ab Min 9:21. Selber Lügen, also das Begriffsparr Wahrheit/Lüge macht- und profitbewusst vernutzen, und dann verkünden, Lüge und Wahrheit verwischten sich ohnehin – das hab ich so richtig gerne. Darüber sollten unsere Damen und Herren Strukturalisten und Subjektdekonstruierer mal nachdenken. Aber das trommel ich seit mehr als 25 Jahren… Ceterum censeo: Ich bin entgleister, versoffener Schillerianer und möchte nichts anderes sein.

Ab Min 14:00 wirds noch besser: Der Medienmanager hat zweifellos ein Hochschulstudium hinter sich. Hält er es wie der Werbefritze, den ich mal kennen lernte, der früher auch mal Adorno lesen durfte und der sich besoff, um mir zuzulallen “Eigenlich weissich, dassich von Lügn läbä – scheisse”?

update: Einziger Einwand gegen den Bericht: Allzu hurtig wird das Spiel “böse private versus gute öffentlich-rechtliche” gespielt. Zumindest in den Histotainment-“Dokumentationen” auf Phoenix haben sich längst auch die öffentlich-rechtlichen Sender auf scripted reality eingelassen.

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