MH 17 (9) – SpON

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Nanu? Ich dachte, der Abschuß (Schuldiger: Putin! Wer etwas anderes behauptet ist pro Putin und Nazi und Zyklon-B-Einwerfer und überhaupt und sowieso) sei die Nachricht des Tages? Der Woche? Des Monats? (Okay, des Monats nicht! Da sei der WM-Titel vor…) Aber seit geraumer Zeit, seit Stunden, schlagzeilt SpON so!

Frankfurt am Main – Ob Tagesgeld, Festgeld oder Sparbrief – bei bewährten Anlageformen bekommen deutsche Verbraucher derzeit nur Mini-Zinsen. Der Finanzkonzern Allianz hat berechnet, wie sich die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) auf den Konten der Sparer niederschlagen. Demnach summieren sich die Verluste insgesamt auf mehrere Milliarden Euro.

Verluste! Ach, wer soll da zahlen!

Ich finde es gut, dass jenes Gutbürgers-Gesindel, welches glaubt, Geld könne “arbeiten”, hart, aber herzlich an die Realität herangeführt wird. Was die Riesterer betrifft: Die werden sich noch wundern. Und sollte es Klagen geben, in 20 plus X Jahren, durch Riester-Rentner-Gesindel, dass ihnen ein gewisses Kapital auszuzahlen sei, und sei es durch den dann in Anspruch zu nehmenden Steuerzahler…ich lobe schon jetzt ein paar hundert Euro (heutige Kaufkraft) aus für die Gegenklage. So nicht, werte quasiverbeamtete rot-grüne Besserbürger! Die ihr Euch Eure Besserstellung von der alleinerziehenden ALDI-Kassiererin Renate Subotnik habt durchfinanzieren lassen wollen.

Zurück zu MH 17- was hatte das eine noch mal mit dem anderen zu tun?

Äh, ja, was noch mal?

Julikrise – 12. – 15. Juli

12. Juli 1914, Berlin: Österreich-ungarischer Botschafter berichtet: Alle maßgebenden Kreise ermuntern Österreich ausdrücklich, die Krise weiter eskalieren zu lassen. Öffentliche Stimmung sei günstig, dazu sei man in Berlin von der Unvermeidbarkeit des Krieges gegen Rußland überzeugt, und dann sei jetzt die letzte günstige Gelegenheit.

Jagow fragt bei Lichnowsky (Botschafter in London) an wg Haltung Englands. Man müse auch die dortige Presse versuchen zu steuern in Richtung pro kuk-Monarchie. Lichnowsky müsse aber den Anschein vermeiden, als hetze Deutschland zum Krieg. Lichnowsky gibt zu bedenken, dass die englische presse nicht zu beeinflussen sei und sich die Stimmung schnell gegen Österreich wenden könne, wenn die kuk-Monarchie zur gewalt greift. Lichnowsky wird aus Berlin im gesamten Juli niemals vollumfänglich informiert; insbesondere erfährt er nicht, dass ein unannhembares Ultimatum an Serbien geplant ist.

13. Juli – das Telegram des leitenden Attentat-Ermittlers von Wiesner brachte ich bereits. Da es sich um eine der entscheidenden Dokumente der Julikrise handelt, sei es wiederholt:

“Mitwisserschaft der serbischen Regierung an der Leitung des Attentats oder dessen Vorbereitung durch nichts erwiesen oder auch nur zu vermuten. Es bestehen vielmehr Anhaltspunkte, dies als ausgeschlossen anzusehen.” (zit. nach: Pöppelmann, Christa, Juli 1914, Berlin 2013, p. 114)

Berchtold ist unbeeindruckt.

Moltke, auf Kur, notiert merkwürdigerweise privat, Österreich solle schnell Frieden geben, bedingung: Bündnis mit Serbien. Kalte Füsse? Ein Rest an Realismus? Sein Stellvertreter Waldersee indessen: “Ich bin hier sprungbereit; wir sind im Generalstab fertig” Auch Moltke wird sich schnell wieder eines schlechteren besinnen.

Gerüchte in Serbien: Es sei ein Massaker an den dort lebenden Österreichern geplant. Die Folge sind Panik und Massenflucht. Offenbar Hysterie allerorten. 1914 dürfen wir schon von einer auch Massenmedien-gesteuerten Gesellschaft sprechen. Legitimation für den Krieg hat, im Rahmen der gesellschaftlichen und technologischen Bedingungen, natürlich immer schon hergestellt werden müssen, auch in der Antike. Aber erst jetzt ist – im 19. Jhdt. gab es schon deutliche Ansätze dazu, siehe etwa “Emser Depesche”, dazu die abschließenden Passagen in Emile Zolas “Nana” – “die Öffentlichkeit” entscheidend zu beteiligen.

14. Juli – Börsenpanik in Wien, nach den gestrigen Gerüchten. Serbische Freischärler wollen, so brodelts weiter in der Gerüchteküche, die kuk-Gesandtschaft in Belgrad angreifen. Interview diverser österreichischer Medien mit dem 15jährigen Sohn des kuk-Gesandten in Belgrad, Giesl. Der Vater hätte ihn weggeschickt. Er, der 15jährige Sohn, habe seinen Vater gebeten, mitzukommen. Giesl senior: “Ich gehe nicht. Solange auch nur einer unserer Untertanen hier ist, und so lange mein Herrscher befiehlt, bleibe ich hier, was immer auch geschieht.” Das ganze stellt sich dann als Ente heraus. (Alle Fakten nach Christa Pöppelmann, aaO, ich kann jeder und jedem, die/der an der Julikrise näher interessiert ist, dieses Buch nur allerwärmstens ans Herz legen. Nein, ich habe keinen Werbevertrag mit dem Scheel-Verlag oder Christa Pöppelmann)

Diese Episode ist hochinteressant, war mir bis dahin neu. Schon damals also: human interest storys, um emotionale Verbundenheit herzustellen. Parallelen zur heutigen Mediengesellschaft sind weder zufällig noch Absicht sondern unvermeidlich. Noch heute revoltiert mein Magen, wenn ich an die schmierige Scharping-Story von den Föten denke.

Kaiser Wilhelm telegrafiert aus Norwegen die offizielle Antwort an Kaiser Franz Joseph. Die Bündnistreue wird ohne wenn und aber bekräftigt.

Berchtold, Tisza und Stürghk einigen sich auf das Ultimatum. 48 Stunden Frist, möglichst unannehmbar.

Im berühmten Riezler-Tagebuch findet sich für heute das Bethmann-Hollweg-Zitat vom “Sprung ins Dunkle”.

15. Juli Berlin: Konferenz Bethmann, Jagow, Delbrück plus Finanzstaatssekretär (heute: Finanzminister) Kühn und Reichsbankpräsident Havenstein. Thema: Finanzielle Vorbereitung des Krieges. Muss ja auch sein, wenn man Krieg führen will.

Wien – Krobatin (Kriegsminister) und Conrad gehen in die Sommerfrische. Dies wird, fälschlich, als Deeskalation gedeutet.

Berchtold will Übergabe des Ultimatums verzögern wg Ernte und wg des geplanten Besuchs Poincares in St. Petersburg. Deeskalation ist nicht geplant, soll vielmehr verhindert werden. Man müse, so Berchtold an Jagow (Berlin) aufpassen: Einerseits Spannung aufrecht erhalten, andererseits öffentlich nicht zu sehr eskalieren, da ansonsten jemand noch mit einem Vermittlungsvorschlag kommen werde. Jagow stimmt zu. Wenn es noch irgend eines Beweises bedarf, dass die kuk-Monarchie und das deutsche Kaiserreich den Krieg schlicht und einfach wollten, so ist er hiermit erbracht.

MH 17 (8) – keine Beweise? – update

Amerikanische Geheimdienste gehen davon aus, dass ostukrainische Separatisten Flug MH17 aus Versehen abgeschossen haben. Eine Mitschuld Russlands können die USA offenbar nicht nachweisen.

Nanu? War doch Putin, das Schwein, keine Zweifel, das muss er doch gewesen sein…und jetzt auf einmal keine Beweise?

Die intelligenten Leserinnen und Leser dieses Blogs haben die Bezüge zu meiner kleinen Julikrise-Serie natürlich längst hergestellt. Es ist Österreich-Ungarn nicht nur niemals gelungen, zu beweisen, dass die serbische Regierung in das Attentat verwickelt war – war sie ja auch nicht -, im Gegenteil: Frühzeitig war den offenbar relativ seriös agierenden österreichischen Ermittlern klar, dass diese Lesart eher ausgeschlossen werden muss. Telegram Friedrich von Wiesner (Leiter der Ermittlungen) an Berchtold, 13. Juli 1914:

“Mitwisserschaft der serbischen Regierung an der Leitung des Attentats oder dessen Vorbereitung durch nichts erwiesen oder auch nur zu vermuten. Es bestehen vielmehr Anhaltspunkte, dies als ausgeschlossen anzusehen.” (zit. nach: Pöppelmann, Christa, Juli 1914, Berlin 2013, p. 114)

update:

Wer ist verantwortlich für den Abschuss von MH17? Russland ganz sicher nicht, sagt Wladimir Putin. Der Präsident leidet an wahnhaftem Wirklichkeitsverlust – und mit ihm das ganze Land.

Der völlig enthemmte Fleischhauer hat natürlich wieder mal den Vogel abgeschossen. Er ist aber nicht der einzige, der seine Worte wird aufessen müssen.

MH 17 (7) – Schade!

Die beiden Blackboxes von Flug MH17 sollen in gutem Zustand sein. Das hat ein malaysischer Colonel nach der Übergabe der Geräte durch prorussische Milizen mitgeteilt.

Na, Mensch, schade. Eine kleine Beschädigung hätte für die westliche Wertegemeinschaft ja nun wirklich drin sein können. Scheiss-Russen! Spielverderber!

Faustregel des politisch-historischen Denkens

Aus den Faustregeln des politischen und historischen Denkens: Wer ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit unterhält, der muss einem tief verdächtig sein.

Julikrise – 11. Juli 1914

Kaiser Wilhelm II. ist auf seiner traditionellen Norwegenreise. (Was die Falken in Berlin nicht ungern sehen, denn Kaiser Wilhelm, ein Maulheld, schnappt in der Tat gerne ab, wenns ans Eingemachte geht. Siehe Panthersprung von Agadir. Sogar Bebel, die Rede verlinkte ich im letzten Post, puhlt genüßlich in dieser konservativen Wunde. Mit viel Kraftmeierei geht Kaiser Wilhelm II. voran…aber im nächsten Moment schweiget alles stille…)

Wilhelm fragt an, ob er ein Glückwunschtelegram an Zar Peter von Serbien zum Geburtstag schicken solle. Jagow: Eine solche Unterlassung würde zu sehr auffallen. Also los. Und wieder: Ein taktisches Verhältnis zur Realität, zur Wahrheit.

Wien: Man hat sich, auch mit Tisza, auf folgendes Vorgehen geeinigt: Es werde ein auf 48 Stunden befristetes Ultimatum abgegeben, in welchem Serbien sich gleichsam unterwerfe (kuk-Beamte dürfen auf serbischem Boden ermitteln etcetc). Ultimatum soll möglichst unannehmbar sein. Übergabe Ultimatum wg Ernte erst am 25. Also auch hier: Es geht nicht um Moral, nicht um berechtigte Genugtuung (die, nach damaligen politischen Standards, der kuk-Monarchie alle Welt zugestanden hätte), sondern um das verlogene Ausnutzen einer Situation.

Julikrise – 8. – 10. Juli 1914

8. Juli: Der österreichische Botschafter Szögény-Marich: Zimmermann „und verschiedene maßgebende Persönlichkeiten des Auswärtigen Amtes“ erwarten ein energisches Auftreten gegen Serbien. Berchtold ist begeistert und berichtet Tisza entsprechend. Der jedoch schreibt an Kaiser Franz Josef nach Ischl: Ein derartiger Angriff auf Serbien würde nach jeder menschlichen Voraussicht die Intervention Rußlands und somit den Weltkrieg (wortwörtlich; der Ausdruck war damals durchaus schon in Gebrauch!) heraufbeschwören. Tisza hält eine beruhigende Rede, was den französischen und den russischen Botschafter in Wien jeweils zur Fehleinschätzung verführt, es werde keine harten Schritte der kuk-Monarchie geben.

London – Grey befürchtet gegenüber dem russischen Botschafter eine Eskalation des Konflikts (und zwar ziemlich genau so, wie er dann wirklich eskalieren wird).

9. Juli Wien: Berchtold und Hoyos informieren in Bad Ischl über die Ministerratsitzung. Der Kaiser bevorzugt ein (unannehmbares) Ultimatum an Serbien, um den Serben den schwarzen Peter zuzuspielen. Mit dem Eingreifen Russlands muss man in Wien rechnen und rechnet man wohl auch.

Berlin: Jagow und Delbrück (Innenminister) kommen aus dem Urlaub nach Berlin. Jagow billigt alle bis dahin unternommnenen Schritte. Delbrück – erster Kommentar: „Das bedeutet Krieg“ – will sofort Weizen in Rotterdam ankaufen lassen, aber Reichskanzler Bethmann-Hollweg und Jagow verneinen, um niemanden aufzuscheuchen. (das Ankaufen von Weizen zur Bevorratung wäre damals, zu recht, eindeutig als Kriegsvorbereitung gedeutet worden.) Lokalisierung des Konflikts sei oberstes Gebot. Delbrück soll stillhalten, sogar gegenüber seinen Mitarbeitern, und die Mobilmachung in aller Stille vorbereiten. (Also: Psst, der Krieg kommt, aber es soll niemand wissen…)

Das Bild verfestigt sich: Es geht in Wien wie in Berlin nicht mehr um die Frage, ob Krieg, sondern nur: Wie, welcher, wann, “warum”, zu welchen Bedingungen.

10. Juli Berlin – im kleinen Kreis – Bethmann-Hollweg, Delbrück, Jagow und der Reeder Albert Ballin – werden innenpolitische Maßnahmen für den Kriegsfall besprochen.

Deutsche Pressespekulationen der letzten Tage: Wird wohl keinen vehementen Schritt gegen Serbien geben. Ob das bewusst lancierte Pressemitteilungen waren, bleibt im Einzelnen unklar, ist aber zu vermuten – Berlin beherrschte das Spiel mit lancierten Nachrichten seit Bismarck (Krieg-in-Sicht-Krise) virtuos. Die Münchener Post (SPD-Presse) allein warnt vor der Eskalation und moniert – sehr aktuell! -, dass man so gar nichts von der Untersuchung der Mordanschläge erfahre. Die Münchner Post schreibt von Berchtoldscher Schwäche, die um sich schlage, um den Starken zu markieren… (alle Fakten – nicht die Deutung – nach: Pöppelmann, Christa, Juli 1914, Wie man einen Weltkrieg beginnt und die Saat für einen zweiten legt, Berlin 2013, Scheel Verlag, das Buch kann ich gar nicht laut genug empfehlen. Wir alle geben so viel Geld für unnützen Kram aus – diese 19,95 sind wirklich gut angelegt.)

Das wesentliche innenpolitische Problem der deutschen Falken ist die Haltung der Sozialdemokratie. Zunächst akut – wie verhält sich die SPD im Fall eines Krieges -, aber sehr wohl auch viel grundlegender. Tatsächlich erkennt die Forschung schon seit langem, dass die kaiserlich-deutsche Machtelite neben außenpolitischen sehr wohl auch innenpolitische Motive hatte, um die Krise eskalieren zu lassen. So, wie die kuk-Monarchie sich, nicht zu Unrecht, durch den Nationalismus ihrer vielen Völker bedroht sah, sah sich die etablierte Machtelite in Deutschland durch die sozialdemokratische Bewegung angegriffen.

„Die Entscheidungsfindung in der Juli-Krise 1914 war von innen- wie außenpolitischen Kriegszielen gleichermaßen geprägt. Dem sich scheinbar immer enger schließenden Ring der „Einkreisung“ – durch den „Erbfeind“ von außen und die „Reichsfeinde“ von innen – galt es durch eine „befreiende Tat“ entgegen zu treten.“ (Mai, Günther, Das Ende des Kaiserreichs, Politik und Kriegführung im Ersten Weltkrieg, München, 1987, p. 31 in der dtv-Reihe “Deutsche Geschichte der neuesten Zeit”) Der sächsische Staatsminister von Vitzthum spricht im September 1914 regelrecht von der „erzieherischen Wirkung (des Krieges)“ auf die Sozialdemokratie (Zitat bei Mai, aaO, p. 31)

Ganz analog über die Motivlage der kaiserlich-deutschen Machtelite zB Ernst Schulin (Schulin, Ernst, Die Urkatastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts, in: Michalka, Wolfgang, Der Erste Weltkrieg, Wirkung, Wahrnehmung, Analyse, Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, Weyarn 1997, zuerst München 1994, p. 6) Zur grundlegenden Einordnung vom ersten Weltkrieg als Anfang vom Ende des bürgerlichen Zeitalters (wobei wir uns schon darüber unterhalten müssten, was das „bürgerliche Zeitalter“ eigentlich ist…derzeit scheint es mir so vital wie noch nie): Mommsen, Wolfgang J., Der Erste Weltkrieg, Anfang vom Ende des bürgerlichen Zeitalters, Frankfurt/Main 2004, insbesondere Kap. 1 passim.

Tatsächlich wird Bethmann-Hollweg bekanntlich die – um es milde zu sagen – überforderte deutsche Sozialdemokratie auf Kriegskurs bringen…womit sich die Befürchtungen einer gewissen Rosa Luxemburg aufs Schlimmste bestätigen werden. Noch 1911 hatte August Bebel – das Reichstagsprotokoll vermeldet Gelächter auf der Rechten; die H e r r e n waren wohl sehr heiter an dem Tag – vor einem Krieg gewarnt, in dem Millionen aufgeboten würden, der den “großen Kladderadatsch” bedeute (Massenelend, Massenhunger) und der die Götterdämmerung der bürgerlichen Welt einleitete. (Reichstagsprotokoll hier) Warum die SPD nur drei Jahre später von dieser weiß Gott zutreffenden Einschätzung nichts mehr hat wissen wollen, das gehört mE zu den immer noch offenen Fragen rund um die Juli-Krise.

Zu Karl Liebknecht siehe zB hier. Den “Kornwalzer”-Skandal kannte ich noch gar nicht. Damals wie heute: Eigentlich wußten/wissen die Zeitzeugen, rückblickend betrachtet, recht gut Bescheid bzw können gut Bescheid wissen/hätten gut Bescheid wissen können.

Julikrise – Erster Weltkrieg: Jugendkompagnien

Kurz nach Beginn des Weltkriegs (der übrigens recht schnell genau so genannt wurde) wurden deutschlandweit (in damaliger Sprache: reichsweit) auf Veranlassung des kriegs-, des Innen- und des Kultusministeriums sog. “Jugendkompagnien” für die (männliche) 16-20jährige Jugend aufgestellt. Die Mitgliedschaft war freiwillig, aber erwünscht. Ziel war die vormilitärische Ausbildung. Die Jugendkompagnien von Hamburg, Altona und Wandsbek (beides letzteres damals noch nicht Teil des Hamburger Staatsgebiets) gaben zweiwöchig eine Zeitschrift für ihre Mitglieder heraus (update: nein, es war eine überregionale Ausgabe für alle “Jungmannen”, wie sie genannt wurden; lediglich der Umschlag mit den Anzeigen war lokal). Neben einem natürlich einseitigen aktuellen Lagebericht gab es Berichte über militärische Dinge und Ereignisse allgemeinerer Natur (so funktioniert ein U-Boot oä), Lehrmaterial für paramilitärische Geländespiele (Entfernungsschätzen im Gelände u. dergl.) sowie Durchhalteparolen, daneben scheinbar unverfängliches (unsere Nutzfische, Die Marienburg uäm).

Hier einige Auszüge aus Anfang 1917.

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MH 17 (6) BILD weiß: Es war ein Anschlag

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Auf Wiedervorlage legen.

MH 17 (5) (Finde den Fehler!)

Spiegel-Online:

Russische Rebellen in der Ostukraine haben eingeräumt, Leichen von der Absturzstelle der MH17-Passagiermaschine entfernt zu haben. “Einige Dutzend Leichen” seien nach Donezk gebracht worden, sagte der Separatistensprecher Sergej Kawtaradse. Die Körper hätten mitten in der Ortschaft Grabowo gelegen. Der Abtransport sei “in Anwesenheit von OSZE-Beobachtern” erfolgt.

“Es war aus hygienischen Gründen unmöglich, sie weiter dort liegen zu lassen”, sagte Kawtaradse. Die Leichen würden in Donezk ausländischen Experten übergeben.Zuvor hatte die ukrainische Führung den Aufständischen vorgeworfen, Beweismaterial vom Absturzort zu entwenden. Der prorussische Rebellenführer Alexander Borodai hatte beteuert, man habe “vor Ort nichts angefasst”. Sie hätten lediglich versucht, die Leichen aus der Hitze zu schaffen.

US-Außenminister John Kerry sagte in einem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow, er sei “tief besorgt” über den Abtransport der Leichen. Dies teilte das Außenministerium in Washington mit.

BILD:

Wir sind fassungslos: Warum sind die Toten 48 Stunden nach dem Absturz von MH 17 noch nicht geborgen? Niemand hat die Leichen in Kühlhäuser gebracht, viele sind nicht einmal abgedeckt. Die Sonne brennt vom Himmel, es sind über 25 Grad im Schatten, den es auf den weiten Feldern der Ost-Ukraine sowieso kaum gibt. Es stinkt erbärmlich.

Wer Leichen abstransportiert ist verdächtig. Wer Leichen liegen läßt ist verdächtig. Man ist also in jedem Fall verdächtig. Als Russe/Separatist sowieso. BTW: Wie kommt BILD an den Absturzort? ich dachte, die verheimlichen was…

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